Auch Gesundheit wird teurer

Krankenkassenbeitrag steigt 2023 – aber eine Versicherung bleibt günstig

Die Inflation wirkt sich auch auf die Versicherungen aus. Diese Krankenkassen erhöhen 2023 den Zusatzbeitrag.

Hamburg/Dortmund – Alles wird teurer. Die Inflation macht aktuell vor niemandem und auch vor kaum einem Lebensbereich Halt. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch Einrichtungen wie Krankenkassen ihre Beiträge erhöhen müssen. Diese Entwicklung kam jetzt postwendend zum neuen Jahr, denn obwohl die gesetzlichen Krankenkassen bis September 2022 ein Plus verzeichnen konnten, wird für 2023 mit einem historischen Milliarden-Defizit für die Kassen gerechnet.

Welcher Beitrag steigtZusatzbeitrag
Erhöhung AOKvon 1,3 Prozent auf 1,58 Prozent
DAKvon 1,5 Prozent auf 1,6 Prozent
Techniker Krankenkassebleibt bei 1,2 Prozent
Bemessungsgrenzesteigt von 58.050 Euro auf 59.850 Euro jährlich

Krankenkassen-Beitrag bleibt bei 14,6 Prozent: Was ist der Zusatzbeitrag?

Ab 2023 müssen Versicherte in vielen Krankenkassen erhöhte Zusatzbeiträge zahlen. Im Schnitt zahlen Versicherte in gesetzlichen Krankenversicherungen jetzt 1,6 Prozent, also 0,3 Prozent mehr als bisher.

Der allgemeine Beitragssatz für gesetzliche Krankenversicherungen liegt seit dem 1. Januar 2022 bei 14,6 Prozent, der ermäßigte Satz bei 14,0 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen. Zusätzlich dazu können die Träger der Krankenversicherungen aber noch einen Zusatzbeitrag von ihren Versicherten verlangen, dessen Höhe jede Kasse selbst festlegen kann (mehr Service-News bei RUHR24).

Zusatzbeitrag bei Krankenkassen steigt 2023: Mit diesen Kosten müssen Verbraucher rechnen

Auch dieser Zusatzbeitrag richtet sich prozentual nach dem Einkommen und betrug bei den meisten Krankenkassen in den letzten Jahren etwa 1,2 Prozent. Im Durchschnitt wurde er jetzt um 0,3 Prozent angehoben und liegt bei etwa 1,5 bis 1,6 Prozent.

Der Zusatzbeitrag kann von Kassen dann erhoben werden, wenn die Rücklagen und die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht ausreichen, um die Ausgaben für die Versorgung der Versicherten abzudecken, zum Beispiel, wenn sich jemand mit der neuen digitalen Krankschreibung arbeitsunfähig meldet.

Zusatzbeitrag steigt bei Inflation: Welche Krankenkassen sind betroffen?

Die erste Krankenkasse, die den erhöhten Zusatzbeitrag festgelegt hat, war die AOK Bayern, eine der elf AOK-Kassen, bei denen insgesamt 27 Millionen Deutsche versichert sind. Kunden der AOK zahlten zuvor 1,3 Prozent Zusatzbeitrag. Ab Januar 2023 werden 1,58 Prozent auf das beitragspflichtige Einkommen fällig werden, berichtet 24hamburg.de.

Auch die DAK-Gesundheit schloss sich dem Trend an. In den letzten sechs Jahren lag der Zusatzbeitrag hier bereits bei 1,5 Prozent. Ab Januar steigt er für die 5,5 Millionen DAK-Versicherten in Deutschland sogar auf 1,6 Prozent.

AOK und DAK-Beiträge steigen 2023 – eine Krankenversicherung bleibt günstig

Die Techniker Krankenkasse macht sich dagegen die aktuelle Lage zunutze, in dem sie ihre Beiträge nicht erhöht und damit Kunden anwerben will. Auf der Webseite des Versicherungsträgers heißt es: „Der TK-Vorstand und der Finanzausschuss der Selbstverwaltung haben dem Verwaltungsrat empfohlen, den TK-Zusatzbeitragssatz auch im kommenden Jahr stabil bei 1,2 Prozent zu halten. Damit wird die TK noch deutlicher als bisher unter dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung liegen.“

Über die finale Entscheidung über die Höhe des Zusatzbeitrags informierte die TK am Freitag (16. Dezember). Das Ergebnis lautete: „Der kassenindividuelle Zusatzbeitragssatz der TK liegt für 2023 (wie im Vorjahr) bei 1,2 Prozent.“ Aktuell verzeichnet die Kasse 8,5 Millionen Versicherte.

Die meisten Krankenkassen erhöhen 2023 ihre Beiträge.

Auch für die neun Millionen Versicherten der Barmer Krankenkasse soll der Beitrag, der aktuell bei 1,5 Prozent liegt, erst einmal nicht erhöht werden. Die Entscheidung wurde am 21. Dezember offiziell gemacht.

Die AOK Baden-Württemberg teilte die Beitragserhöhung zum Jahreswechsel bereits mit. „Aktuell liegt dieser durchschnittliche Zusatzbeitragssatz zur Krankenversicherung bei 1,3 Prozent. Zum 1. Januar 2023 wird er um 0,3 Prozentpunkte angehoben auf 1,6 Prozent steigen“, heißt es auf der Webseite der Krankenkasse.

Zwei Haken: Krankenkassen müssen Erhöhung nicht mitteilen und auch die Bemessungsgrenze steigt

Zusätzlich zu den erhöhten Zusatzbeiträgen erhöht sich außerdem die Beitragsbemessungsgrenze, also die für die Beitragsberechnung zugrunde liegende Gehaltsstufe, und stellt eine weitere Finanzspritze für die Krankenkassen dar. Die Grenze liegt jetzt bei 59.850 Euro im Jahr oder bei 4.987,50 Euro im Monat, die als beitragspflichtiges Einkommen angerechnet werden können. 2022 lag die Grenze bei 58.050 Euro jährlich beziehungsweise 4.837,50 Euro monatlich.

Diese Beitrags-Erhöhungen der Krankenkassen sind durch Medienberichte vielleicht bekannt, allerdings stehen Versicherungen nicht in der Pflicht, den Versicherten die Änderungen mitzuteilen. Wer also AOK- oder DAK-Kunde ist, der wird eventuell erst auf dem nächsten Lohnsteuerbescheid von der Erhöhung erfahren und kann sich dann überlegen, ob er vielleicht zu einer günstigeren Krankenkasse wechseln möchte.

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