Ergebisse von Öko-Test

Warnung vor TK-Kräutern von Lidl und Frosta – krebserregende Gifte entdeckt

Kräuter gelten sowohl frisch als auch tiefgekühlt als gesund. Doch bei einigen Marken und Sorten wurden giftige Stoffe entdeckt.

Dortmund – Wer häufiger kocht, benutzt wahrscheinlich auch hin und wieder Kräuter. Tiefgekühlte Produkte und Mischungen können eine praktische Alternative zu frischen Stängeln und Blättern sein. Doch in Produkten von Supermärkten wie Lidl und Edeka oder der bekannten Marke Frosta wurden kritische Stoffe entdeckt.

Öko-Test warnt vor TK-Kräutern: Produkte von Edeka, Lidl und Frosta sind kritisch

Es ist nicht das erste Mal, dass die Experten von Öko-Test auf kritische Stoffe in den Kräutern stoßen. Laut eigenen Angaben wurden in den vergangenen Jahren „immer wieder“ auffällige Werte von Salmonellen oder anderen Keimen entdeckt. Bei einem aktuellen Test wurden 17 Sorten von Tiefkühl-Kräutermischungen unter die Lupe genommen. Darunter vor allem die Sorten „italienische Kräuter“, „Gartenkräuter“, und „8 Kräuter“.

Salmonellen haben die Tester diesmal nicht entdeckt, dafür aber „auffällige Gehalte“, des Keimes Bacillus cereus, der Infekte im Magen-Darm-Trakt verursachen kann.

Die von Öko-Test nachgewiesene Menge übersteigt den von der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) festgelegten Richtwert für tiefgekühltes Obst oder Gemüse – an den Zahlen haben sich die Tester orientiert. Dass der Keim deutlich nachgewiesen wurde, soll auf mangelnde Hygiene, etwa bei der Produktion, hinweisen (mehr Testberichte bei RUHR24 lesen).

TK-Kräuter von Edeka, Lidl und Frosta im Test: Öko-Test findet kritische Stoffe

Auch Pyrrolizidinalkaloide (PA) wurden von Öko-Test entdeckt. Dabei handelt es sich um sogenannte Pflanzengifte, nicht zu verwechseln mit Pestiziden. Sie bilden sich bei einigen Pflanzen von selbst um diese wiederum vor Fressfeinden zu schützen.

Aber nicht nur für Milben, Blattläuse oder anderes Krabbeltier sind PA gefährlich, auch Menschen sollten sie besser nicht zu sich nehmen. PA können gleich mehreren Organen schaden und beispielsweise dafür sorgen, dass Lebergewebe abstirbt. Außerdem haben sie sich laut Öko-Test in Tierversuchen bereits als krebserregend und erbgutschädigend erwiesen. Das Gleiche trifft auch auf Acrylamid zu, das vor allem in Chips vorkommt.

Nicht alle Tiefkühl-Kräuter sind gesund.

Frosta, Edeka und Lidl: Welche TK-Kräuter von Öko-Test gerügt wurden

Bei diesen Kräutern wurden besonders hohe Werte von PA durch Öko-Test festgestellt:

  • Freshona 8 Kräuter Lidl
    Preis: 0,57 Euro
    Mängel: fünf Pestizide in Spuren, PA erhöht
    Note: ausreichend
  • Edeka Bio 8 Kräuter
    Preis: 0,85 Euro
    Mängel: PA stark erhöht
    Note: mangelhaft
  • Frosta 8-Kräuter
    Preis: 0,43 Euro
    Mängel: zwei Pestizide in Spure, PA stark erhöht
    Note: mangelhaft

Warnung vor TK-Kräutern wegen kritischer Stoffe: Das sollten Kunden jetzt tun

Wie sollten Verbraucher jetzt mit den Erkenntnissen der Tester umgehen? Wie so oft macht bei PA offenbar die Dosis das Gift. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) betont grundsätzlich, dass keine Dosis von PA für Menschen völlig unbedenklich ist.

Andererseits hat die Behörde auf tägliche Aufnahmemenge bestimmt, die sie noch für „tolerierbar“ hält. Dieser Wert sei in der Untersuchung von Öko-Test allerdings mehrfach überschritten, wenn beispielsweise 10 Gramm der TK-Kräuter aus dem Test zu sich nehmen würde.

Öko-Test empfiehlt, vor allem bei Mischungen mit Borretsch vorsichtig zu sein. Dieses Kraut entwickelt PA besonders schnell und in hoher Dosis. Vor allem Schwangere Personen und Kinder sollten die Kräuter bei hohem Borretsch-Anteil meiden. Ein Gericht, in dem das der Fall ist, ist etwa Frankfurter Grüne Soße.

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