Eine Maßnahme hilft besonders gut

Kohlfliegen bekämpfen: Diese Mittel bieten Schutz vor den Schädlingen

Kohlfliegen sind jedem Hobbygärtner ein Graus. Denn die Tierchen sind keinesfalls nur lästig, sondern richten enorme Schäden im Gemüsebeet an. Sie lassen sich aber wirkungsvoll bekämpfen.

Deutschland – Kohlfliegen zählt zu den Blumenfliegen (Anthomyiidae). Sie sind unscheinbar gefärbt und ähneln mit ihrem Aussehen den Stubenfliegen. Auffällig sind allerdings die für Blumenfliegen charakteristischen Borsten. Was die Fortpflanzung und Ernährung angeht, unterscheiden sie sich ganz wesentlich von den lästigen Stubenfliegen, die sich insbesondere von Fäkalien und Verdorbenem ernähren. Denn Kohlfliegen mögen – wie der Name bereits vermuten lässt – Kohl und einiges anderes Gemüse.

BlumenfliegenWissenschaftlicher Name: Anthomyiidae
OrdnungZweiflügler (Diptera)
VerbreitungWeltweit etwa 2.000 Arten

Kohlfliegen im Gemüsebeet – die Larven lassen Pflanzen absterben

In den hiesigen Gemüsebeeten sind sie damit einer der am meisten gefürchteten Schädlinge. Zu unterscheiden ist dabei zwischen der kleinen Kohlfliege (Delia brassicae) und der großen Kohlfliege (Delia floralis). Beide legen ihre Eier an Kreuzblütlern wie Kohlpflanzen (z.B. Blumenkohl oder Rosenkohl), Radieschen, Rettich oder Raps ab.

Die Eier legen Kohlfliegen dabei unten am Stängelgrund der Pflanzen ab. Die ungefähr neun Millimeter langen Larven fressen sich dann durch ihre Wurzeln und sorgen so dafür, dass die Pflanze abstirbt.

Gemüse in Gefahr: So erkennt man Kohlfliegen-Befall im Beet

Kohlfliegenbefall lässt sich mit bloßem Auge erkennen. Je nach Pflanzenart unterscheiden sich dabei die Ausmaße:

  • Bei Blumenkohl erkennt man ihn daran, dass die Blätter verwelken.
  • Bei Rosenkohl werden die unteren Röschen zerfressen.
  • In Radieschen oder Rettich graben die Larven bräunliche Gänge.

Wie Mein schöner Garten berichtet, sind Kohlfliegen in der Lage, innerhalb kürzester Zeit eine ganze Ernte zu vernichten. Dabei werden sie nicht nur von Landwirten verabscheut, auch im heimischen Gemüsebeet können sie die mühsam gezogenen Pflanzen zerstören.

Gemüse von Kohlfliegenbefall betroffen – das ist jetzt zu tun

Ist das Gemüse einmal befallen, ist es leider oftmals bereits zu spät. In diesem Fall gilt es, zunächst die betroffenen Pflanzen auszugraben und zu untersuchen. Ist das Ausmaß des Schadens noch gering, lassen sich die Maden von den Wurzeln absammeln – und die Pflanze kann wieder in die Erde gesetzt werden.

Ist der Befall bereits fortgeschritten, hilft nur noch die komplette Entsorgung des Gemüses. Wichtig zu wissen: Betroffene Pflanzen nicht auf den Kompost werfen, denn hier vermehren sich die Fliegen dann weiter.

Kohlfliegen vorbeugen: Kulturnetze sind praktisch und effektiv

Wer seine Ernte wirksam vor Kohlfliegen schützen will, muss dem Befall daher vorbeugen, bevor es zu spät ist. Eine gängige und gleichsam wirksame Methode sind Kulturnetze. Solche engmaschigen Schutznetze können Hobbygärtner im Einzelhandel kaufen.

Die Netze sollten bereits direkt nach der Saat gespannt werden, um den Befall der Jungpflanzen zu verhindern. Mein schöner Garten rät außerdem, die Hauptflugzeit der Kohlfliegen durch eine Früh- oder Spätsaat zu umgehen.

Schutz vor Kohlfliegen. (Symbolbild)

Kohlkragen gegen Kohlfliegen – der Schutz lässt sich ganz leicht selber basteln

Eine weitere Möglichkeit, Kohlfliegen vorzubeugen, sind die ebenfalls im Handel erhältlichen Kohlkragen. Der Trick dahinter: Sie hindern die Insekten daran, ihre Eier abzulegen. Die Kragen sollten dabei bestenfalls bis zur Erntezeit anliegen.

Wie das Umweltbundesamt erklärt, lassen sich solche Kohlkragen auch ganz einfach selber basteln:

  • Dazu zunächst einen halben Zentimeter dicken Filz oder Wellpappe nehmen und daraus Scheiben mit einem Durchmesser von 15 bis 20 Zentimetern schneiden.
  • Dann jede Scheibe einmal vom Rand bis zur Mitte hin einschneiden.
  • Die Scheiben nun um den Pflanzenhals legen.

Eine Alternative zum Kohlkragen ist das Mulchen. Wie Utopia erklärt, kann der Wurzelhals auch mit einer Streuschicht aus Holzasche geschützt werden. Auch könne man die Erde mit einer dünnen Schicht Farnlaub mulchen (weitere Lifehacks auf RUHR24).

Mischkultur gegen Kohlfliegen – dieses Gemüse mögen die Schädlinge gar nicht

Daneben können auch bestimmte Pflanzen gegen Kohlfliegen helfen. Daher sind Mischkulturen ebenfalls eine sinnvolle Maßnahme gegen die Schädlinge. Kohlfliegen werden beispielsweise vom Geruch von Tomaten oder Sellerie abgehalten.

Wer diese zwischen Kohl oder Radieschen setzt, kann den Insekten vorbeugen. Übrigens gibt es viele lästige Insekten und andere Schädlinge, die Tomaten nicht mögen. Das schmackhafte Gemüse soll beispielsweise auch gegen Mücken helfen oder Schnecken fernhalten.

Umweltbundesamt rät: Nie wieder Schädlinge – naturnahe Gärten sorgen für ein Gleichgewicht

Laut dem Umweltbundesamt kommt der Mischkultur, also die Planung, welche Gemüsesorten nebeneinander angebaut werden, grundsätzlich eine besondere Bedeutung beim Gärtnern zu. Generell sei außerdem das Schädlings-Nützlings-Gleichgewicht in naturnahen Gärten am stabilsten.

Gartenfreunde sollten daher den Fokus auf ein natürliches Gleichgewicht im Garten setzen. Das kostet zwar etwas Zeit und erfordert das nötige Wissen – so lassen sich aber nachhaltige Erfolge erzielen. Chemische Mittel richten hingegen immer auch ungewünschte Schäden an – und stellen für die Natur eine Belastung dar.

Übrigens: Wer Kohlfliegen bekämpfen will, kann ohnehin nicht einfach auf Insektizide zurückgreifen. Denn im Hobbybereich sind laut Bundesamt keine chemischen Pflanzenschutzmittel gegen Kohlfliegen zugelassen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/ Chromorangee/ Dirk Daniel Mann

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