Rückschlag für Unternehmen

Kohlensäure ist knapp: Erste Brauereien stellen die Produktion ein

In vielen Getränken ist Kohlensäure enthalten. Weil die aktuell knapp wird, müssen Kunden in Deutschland nun teilweise auf ihr Bier verzichten.

Dortmund – Inflation und Lieferengpässe sorgen in Deutschland derzeit für einen angespannten Markt. Jetzt ist ein weiteres Produkt zur Mangelware geworden: Kohlensäure. Das hat für Getränkehersteller teils verheerende Folgen.

Chemische VerbindungKohlestoffdioxid
Siedepunkt-78,46 °C
Löslich inWasser

Kohlensäure ist weiter Mangelware: Diese Hersteller haben die Produktion eingestellt

Kohlensäure gehört zu zahlreichen Getränken dazu. Denn was wären Limonaden, Energydrinks, Sekt und Bier ohne das Prickeln auf der Zunge? Umso ärgerlicher ist es, dass die Kohlensäure noch immer Mangelware ist. Doch die fehlende Kohlensäure hat nicht nur zufolge, dass Verbraucher auf ihre Getränke verzichten müssen, sondern ist auch noch ziemlich ungünstig für die Hersteller.

Somit hätten einige Mineralwasserhersteller nicht die Mengen an CO2 erhalten, die sie bestellt haben, erklärt der Sprecher der Genossenschaft Deutscher Brunnen, Tobias Bielenstein laut Chip. Deshalb müssen einige Unternehmen nun ihre Produktion einstellen.

„An einzelnen Stellen wurde die Produktion schon zurückgefahren“, sagt Bielenstein gegenüber der DPA. Der Grund für den Mangel liege in der Düngemittelbranche: „Als die Gaspreise extrem gestiegen sind, haben die Hersteller von Düngemitteln ihre energieintensive Produktion zurückgefahren“, sagt Bielenstein. „Ein Nebenprodukt der Herstellung ist CO2.“ Der Zusammenhang ist also: weniger Düngemittel gleich weniger Kohlendioxid gleich weniger Kohlensäure.

Kohlensäure ist Mangelware: Diese Bier-Hersteller haben die Produktion eingestellt

Aus diesem Grund droht Deutschland sogar eine Bierknappheit. Denn die steigenden Preise für CO2, das bei dem Kontakt mit Wasser zu Kohlensäure wird, sind mit einem Zuschlag von 10 bis 15 Prozent für die Industrie eine große Herausforderung. Nach Angaben des Bayerischen Rundfunks (BR) soll die Aktienbrauerei Kaufbeuren demnach kein Bier mehr produzieren.

Das europäische Werk seines Kohlensäure-Lieferanten soll mittlerweile sogar geschlossen sein, sagte Brauerei-Chef Gottfried Csauth dem BR. Bei dem Allgäuer Brauhaus sei es aktuell nicht wirklich besser, denn dort „arbeite man mit Hochdruck daran, mögliche Engpässe zu vermeiden, habe auf die Mangellage im Markt jedoch leider keinen Einfluss“ (mehr Service-News bei RUHR24).

Kohlensäure ist zur Zeit Mangelware in Deutschland.

Die Brauerei Riegele aus Augsburg beschreibt die Knappheit der Kohlensäure als „besorgniserregenden Entwicklung“. Ob nun weitere Hersteller ihre Produktion einstellen, bleibt vorerst jedoch abzuwarten.

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