ISM Cologne

Süßwarenmesse in Köln: Aktivisten fordern Änderung bei Verpackungen

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Vor der Süßwarenmesse ISM in Köln haben Umweltschützer eine Forderung.

Eine süße Messe steht kurz bevor: Die ISM Cologne. Doch bevor neue Schokoladen-Trends präsentiert werden, haben Umweltschützer eine Forderung.

  • Die ISM Cologne startet am 2. Februar.
  • Auf der Messe werden neuste Trends und Innovationen in Sachen Süßwaren und Snacks vorgestellt.
  • Im Vorfeld haben Umweltschützer eine Forderung an die Süßwaren- und Snackindustrie.

Pralinen, Kekse, Fruchtgummi und Schokoriegel sind nicht nur allesamt lecker, sie haben noch etwas gemeinsam: Sie kommen mit ziemlich viel Verpackung daher. Das ist nun auch Thema kurz vor dem Start der wohl süßesten Messe in Nordrhein-Westfalen: der ISM Cologne.

ISM Cologne: Umweltschützer haben klare Forderung

Die startet am 2. Februar in Köln und bietet Süßwaren- und Snack-Herstellern eine Plattform, die neusten Trends und Innovationen in Sachen Schokolade, Cupcakes und Co. vorzustellen. 1661 Aussteller aus aller Welt präsentieren ihre Waren auf der ISM Cologne. Aber schon im Vorfeld der Messe gibt es Forderungen an die Süßwarenindustrie.

Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, fordern Umweltschützer einen "Systemwechsel" bei der Verpackung der Süßigkeiten. "Der Umbruch muss jetzt stattfinden", fordert die Verpackungs-Referentin bei Greenpeace, Viola Wohlgemuth, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Umweltschützer wünschen sich kompostierbare Verpackungen

Es gebe einen Interessenkonflikt, denn: "Die Industrie will verpacken. Verpackung ermöglicht mehr Werbung." Die Süßigkeitenbranche sei besonders verpackungsintensiv, denn viele Produkte seien in Plastik eingeschweißt oder sogar einzeln verpackt.

Wohlgemuth könnte sich als Lösung für das Problem kompostierbare Verpackungen oder mehr Möglichkeiten zum verpackungslosen Einkaufen vorstellen. Dafür müsste allerdings erst einmal Rechtssicherheit geschaffen werden - unverpacktes Einkaufen müsse laut Wohlgemuth einfacher werden. Die sogenannte Beweislast, mit der Händler ihre ausreichenden Hygiene-Standards dafür nachweisen müssen, stelle ein Hindernis dar.

Verbraucher wünschen sich weniger Verpackungen

Aber nicht nur Umweltschützer würden gerne einen Systemwechsel sehen. Auch die öffentliche Meinung sei inzwischen gegen übermäßige Plastikverpackung, wie der Verpackungstechnik-Experte Sven Sängerlaub gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erläutert. Gerade im Kontext der Meeresvermüllung sei Plastik nicht mehr gerne gesehen. Allerdings sei das nur teilweise gerechtfertigt, denn "Kunststoff ist ein tolles Verpackungsmaterial. Die Meeresvermüllung wird eher durch falsche Entsorgung verursacht".

Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Nielsen geben 71 Prozent der Befragten aus 11.000 deutschen Haushalten an, beim Einkauf darauf zu achten, möglichst wenig Verpackungen in den Einkaufswagen zu legen. Den Forschern zufolge sind das rund 10 Prozentpunkte mehr als noch vor drei Jahren. Zuvor hatte das Handelsblatt über die Umfrage berichtet.

Video: Die süßesten Naschtrends aus aller Welt - so war die ISM 2019

Ein Pluspunkt für die Plastikverpackung: Ohne sie würden mehr Lebensmittel in die Mülltonne landen, weil sie schneller verderben. Das wiederum würde eine schlechte Ökobilanz ergeben. Das Problem haben zum Beispiel auch Edeka und Rewe erkannt. Sie versuchen derzeit in der Obst- und Gemüseabteilung eine Lösung zu finden, um Plastikmüll zu vermeiden und Lebensmittel dennoch frisch halten zu können. 

Übrigens: dm bietet jetzt einen neuen Service für seine Kunden an. Sie können Bargeld an der Kasse abholen. Aber es gibt einen feinen Unterschied zur Konkurrenz. 

Übrigens: Die Barbie-Puppe verändert sich und bekommt einen neuen Look. Eine neue Kollektion des beliebten Spielzeugs ist zunächst in den USA erhältlich. 

Wie das Handelsblatt berichtet, spricht sich der Vorsitzende des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie, Bastian Fassin, für die Verpackungen aus. Denn durch sie hätte man so sichere Süßigkeiten wie noch nie. In vielen Fällen sei es schwer, auf die Verpackungen zu verzichten. Bonbons würden verkleben, Schokolade liefe weiß an und Chips wären labberig. Aber Fassin betont auch, dass mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet wird.