Debatte um Rassismus

Knorr benennt "Zigeunersauce" um - so soll sie künftig heißen

Knorr benennt seine "Zigeunersauce" um.
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Knorr benennt seine "Zigeunersauce" um.

Knorr benennt wegen der Rassismus-Debatte seine "Zigeunersauce" um. Das Unternehmen teilte auch mit, wie sie künftig heißen soll.

  • Knorr ändert den Namen seiner beliebten "Zigeunersauce".
  • Anlass ist die Rassismus-Debatte nach dem Tod von George Floyd in den USA.
  • Auch im Ruhrgebiet gab es bereits Diskussionen um rassistische Namen.

Heilbronn – Der Nahrungsmittelhersteller Knorr will seine "Zigeunersauce" umbenennen. Grund dafür ist offenbar die anhaltende Rassismus-Debatte ausgelöst durch Proteste in den USA. Auch ein neuer Name steht wohl bereits fest.

Unternehmen

Knorr

Eigentümer

Unilever

Sitz

Heilbronn

Gründung

1838

Knorr gibt "Zigeunersauce" neuen Namen - Anlass ist Rassismus-Debatte

Nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd in den USA stellen viele Unternehmen weltweit ihre Produktnamen auf den Prüfstand. Jetzt will auch Knorr aus Heilbronn (Baden-Württemberg) reagieren.

Die "Zigeunersauce" von Knorr soll einen neuen Namen bekommen.

Das Unternehmen, das seit 2000 zu Unilever gehört, kündigte gegenüber der Bild am Sonntag an, dass seine "Zigeunersauce" künftig einen neuen Namen erhalten soll. Das berichtet die WAZ am Sonntag (16. August).

Knorr gibt "Zigeunersauce" neuen Namen - so soll sie künftig heißen

Anlass dafür sei laut Knorr, dass der Begriff "Zigeunersauce" negativ interpretiert werden könne. Ein geschmackloser Name für eine leckere Soße also? Das will der Hersteller nun ändern.

Auch ein neuer Name steht bereits fest: Künftig soll auf der Tüte des Herstellers demnach "Paprikasauce Ungarische Art" stehen.

Knorr wurde bereits auf Twitter für "Zigeunersauce" kritisiert

Bereits 2019 war das Unternehmen von Twitter-Nutzern für den alten Namen kritisiert worden. Damals hieß es von Knorr noch: "'Zigeunersauce' ist ein klassischer Begriff aus der Gastronomie und wird mit einer bestimmten, würzigen Geschmacksrichtung verbunden."

Man könne die Anfrage aber gut verstehen, schrieb das Unternehmen und gab den Fall an den Verband der Hersteller kulinarischer Lebensmittel (Kulinaria) weiter.

Einige Sinti und Roma hatten bereits Umbenennung gefordert - jetzt reagiert Knorr

Vereine von Sinti und Roma etwa in Hannover forderten bereits länger, den Namen der Sauce zu ändern. Kulinaria soll das zuvor jedoch abgelehnt haben, berichtete die Wirtschaftswoche damals. 

Nun begrüßt der Zentralrat der Sinti und Roma in Deutschland die Änderung des Namens jedoch. 2014 lebten zwischen 70.000 und 150.000 Sinti und Roma in Deutschland. Eine offizielle Erhebung gibt es nicht.

Rassismus-Debatte sorgt immer wieder für Umbenennungen von Geschäften oder Produkten

Unter dem Druck der weltweiten Debatte ändern derzeit ändern immer mehr Hersteller die Namen ihrer Produkte. Auch im Ruhrgebiet gab es nach den Protesten in den USA bereits Debatten um die Namen von Geschäften.

So wurde etwa der Mohren-Apotheke in Dortmund Rassismus vorgeworfen. Den Namen zu ändern, gestaltet sich jedoch schwerer als gedacht. In Essen hatte eine Eisdiele einen "Mohren-Becher" auf der Karte.

Wie wenig ein Fitnessstudio-Betreiber von den Namensänderungen hält, zeigt ein kurioser Fall aus Dülmen. In einem dortigen Sportcenter darf man ab sofort ein Jahr kostenlos trainieren, wenn man sich mit einem Karton Negerküssen anmeldet. Einen Freimonat gibt es, falls man Zigeunersauce im Gepäck hat.

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