Italien am Limit

Beliebtes Produkt im Supermarkt wird knapp – Grund dafür ist extreme Dürre

Wir Deutschen lieben die kulinarischen Exportschlager aus Italien. Doch bei einigen Produkten müssen wir womöglich bald Abstriche machen.

Dortmund – Italien kämpft aktuell gegen eine der schlimmsten Dürreperioden seit Jahren. Der Pegel des längsten Flusses Italiens, dem Po, ist so niedrig wie seit 70 Jahren nicht mehr. Diese Krise hat auch Auswirkungen auf den deutschen Handel und beliebte italienische Produkte in Supermärkten und Discountern.

EreignisHistorische Dürre in Italien
FolgenWassermangel in Landwirtschaft und Viehzucht
Mögliche Folgen für DeutschlandItalienische Exporte können knapp und teuer werden

Parmesan-Knappheit droht in deutschen Supermärkten – extreme Dürre-Krise in Italien ist die Ursache

Aktuell hat die italienische Regierung in fünf Regionen den Dürrenotstand verhängt, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet. Mehrere Städte haben sogar die Trinkwassernutzung eingeschränkt. Diese Extremsituation im Süden Europas hat auch wirtschaftliche Folgen.

Denn gerade landwirtschaftliche Betriebe sind auf Wasser und auf die Wasserzufuhr aus dem Po angewiesen. Dass Landwirte und Hersteller wortwörtlich auf dem Trockenen sitzen, kann sich auch in deutschen Supermärkten zeigen. Das Angebot des beliebten Parmesan-Käses könnte sich bald schmälern, wie verschiedene Medien berichten.

Parmesan-Produktion in Italien in Gefahr – Bauern denken über weniger Vieh nach

Die Trockenheit in Italien trifft auch die Viehzucht hart. So hart, dass einige Landwirte bereits in Erwägung ziehen, ihre Herden zu verkleinern. Einige der Rinder liefern laut CNN die Milch für den in Deutschland so beliebten Parmigiano Reggiano. Deutschland gilt als größter Parmesanabnehmer der Welt.

Gegenüber CNN berichtet der Milchbauer Simone Minelli, dass seine Kühe rund 30 Liter Milch am Tag produzieren können. Diese sei für die Herstellung des authentischen Parmesans aber nur zu gebrauchen, wenn seine Kühe zwischen 100 und 150 Liter Wasser am Tag trinken könnten. Sonst würde die Milch nicht die strengen Standards für die Käse-Herstellung erfüllen.

Neben der Wasserzufuhr ist die Fütterung ebenso wichtig. Minelli stellt klar: „Wenn du nicht genug Futter hast, um dein Vieh zu füttern, musst du es reduzieren.“

Parmesan-Knappheit droht in Deutschland – weitere Lebensmittel von Dürre-Desaster betroffen

Im nahegelegenen Parmigiano-Reggiano-Konsortium werden jährlich eigentlich bis zu 52.000 Käseleibe hergestellt. Durch den Wassermangel sei das nun gefährdet.

Somit besteht die Gefahr, dass sich durch die extreme Dürre in Italien die Parmesan-Regale in deutschen Supermärkten lichten – und die Preise für den beliebten Käse ordentlich anziehen. Doch nicht nur die Parmesan-Herstellung ist von der extremen Trockenheit betroffen. Weitere Lebensmittel sind vom Wasser aus dem Po abhängig.

Italien kämpft aktuell gegen die schlimmste Dürre seit 70 Jahren.

Knappheit von Parmesan, Mais und Risotto droht in deutschen Supermärkten

Denn Italien gehört auch mit zu den größten Importeuren von Mais, wie Merkur.de berichtet. Demnach wird es bereits schwierig, den eigenen Markt im Land zu versorgen. Ein Mais-Bauer berichtet gegenüber der Zeit, dass bereits 40 Prozent der Ernte zerstört seien.

Auch der Exportschlager Risotto könnte gefährdet sein. In der Region Piemont werden im Jahr rund 800.000 Tonnen Reis produziert. Dazu gehören auch die beliebten Sorten Arborio und Carnarol, die für Risotto genutzt werden. Somit produziert die Region laut Merkur.de rund 27 Prozent der gesamten EU-Produktion an Reis. Landwirte rechnen aktuell mit Ernteausfälle von 50 bis 70 Prozent.

Wie hoch der Preisaufschlag auf einzelne italienische Waren im Supermarkt ausfallen wird, oder ob die Produkte gar ganz aus den Regalen verschwinden, lässt sich aktuell noch nicht absehen. Aber die Lage in Italien ist brenzlig.

Rubriklistenbild: © ZUMA Press/Imago, Geisser/Imago; Collage: RUHR24

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