Papierindustrie warnt

Mangel im Supermarkt: Toilettenpapier könnte schon wieder knapp werden

Bald schon könnte das nächste Produkt im Supermarkt knapp werden. Es handelt sich um einen alten Bekannten, auf den wohl niemand gerne verzichtet.

NRW – Die meisten Verbraucher werden sich sicherlich noch an die mitunter chaotischen Zustände in Supermärkten und Discountern wie Rewe, Edeka und Aldi erinnern, als Produkte wie Mehl, Speiseöl und Reis knapp waren. Aus Angst vor ungemütlichen Sitzungen, an deren Ende der Griff zum Taschentuch oder gar zur Zeitung erfolgen muss, war auch Klopapier schnell vergriffen. Wie RUHR24 berichtet, schlägt jetzt die Papierindustrie schon wieder Alarm.

Erneuter Klopapiernotstand möglich – Papierindustrie verweist auf die Energiekrise

Zustände wie in den vergangenen Lockdowns, in denen zeitweise die Regale mit Nudeln oder auch mit Klopapier gähnend leer waren, will wohl niemand mehr. Anders als in der Vergangenheit könnte ein zukünftiger Klopapiernotstand wohl weniger mit Corona, dafür aber vor allem mit der aktuellen Energiekrise infolge des Ukraine-Kriegs zusammenhängen.

Schließlich könne es wegen der Gas-Krise, die den nationalen Diskurs gerade wie kaum ein anderes Thema dominiert, bald schon wieder zu Toilettenpapier-Engpässen kommen, warnt Martin Krengel, Vizepräsident des Verbandes „Die Papierindustrie“. Am 26. August, dem „Tag des Toilettenpapiers“, weist sein Verband in einer Pressemitteilung darauf hin, wie wichtig Gas für die Herstellung ist.

Papierindustrie warnt vor den Folgen einer ausbleibender Gas-Versorgung

„Im Hygieneprozess sind wir besonders auf Gas angewiesen“, so Krengel, der außerdem der CEO des Hygienepapierherstellers WEPA ist, weiter. Bei einem Wegfall könne man „die Versorgungssicherheit nicht mehr gewährleisten“.

Angesichts des Pro-Kopf-Verbrauchs an Toilettenpapier sollte seine Warnung durchaus ernst genommen werden. Denn wie Analysten des Statista Consumer Markets herausgefunden haben, liegt der deutsche Pro-Kopf-Verbrauch bei circa 12,1 Kilogramm jährlich, was bei 90 Gramm pro Stück in etwa 134 Rollen entspricht, berichtet der Investor-Verlag.

Deutsche verbrauchen durchschnittlich rund 134 Rollen Klopapier im Jahr

Wie wichtig Toilettenpapier im Alltag sei, will der Verband „Die Papierindustrie“ unterstreichen. Schließlich habe das Produkt, das hierzulande 1928 erstmals in der heute bekannten Form hergestellt wurde, einen hohen Stellenwert für die Gesellschaft. Es verschaffe den Verbrauchern „ein sicheres Hygienegefühl“ und trage täglich „zum Wohlbefinden von Millionen von Menschen bei“.

Ein plötzlicher Wegfall würde also bei allen spürbare Folgen hinterlassen. Denn Toilettenpapier sei nicht nur für die private Hygiene wichtig, sondern eben „auch am Arbeitsplatz und in öffentlichen Einrichtungen wie z.B. Krankenhäusern, Pflegeheimen und Flughäfen unverzichtbar“, so der Verband weiter.

Die Papierindustrie warnt vor einem möglichen Klopapiernotstand infolge der Energiekrise.

Toilettenpapier sorgt laut der Papierindustrie für „ein sicheres Hygienegefühl“

Die aktuelle Situation gibt allerdings wenig Anlass zur Sorge, dass sich Verbraucher bald schon mittelalterlicher Hygienestandards anpassen müssen. Zwar beliefen sich die Gasflüsse aus der Nord Stream 1 laut der Bundesnetzagentur gerade bei etwa 20 Prozent der Maximalleistung, allerdings betrage der Gesamtspeicherstand in Deutschland gerade 83,26 % (Stand: 30. August).

Die kontinuierlich steigenden Gaspreise, die mittels der umstrittenen Gasumlage von der Industrie an viele Verbraucher weitergegeben werden sollen, werden aber auch an der deutschen Papierindustrie wohl nicht spurlos vorbeigehen. Wie bereits zu Beginn des vergangenen Jahres könnte Toilettenpapier also womöglich wieder deutlich teurer werden.

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago

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