Kirschfruchtliege erfolgreich fernhalten

Schädlinge am Kirschbaum loswerden: Einfache Mittel gegen die Plagegeister

Gegen die lästigen Kirschfruchtfliegen gibt es allerlei Tipps und Tricks. Vier Schutzmöglichkeiten erweisen sich laut Experten als besonders effektiv.

NRW – Ob „Burlat“, „Summit“ oder „Regina“ – Frische, süße Kirschen gehören für viele Sommergenießer in den heißesten Monaten des Jahres einfach dazu. Die Kirschfruchtfliege kann den Genuss jedoch schnell zu einem echten Ekel-Erlebnis machen. Dagegen gibt es aber einfache, wie effektive Tricks – jenseits giftiger und umweltschädlicher Pestizide.

Kirschfruchtfliegebedeutsamste Schädling im Süßkirschenanbau
FamilieBohrfliegen
Wissenschaftliche BezeichnungRhagoletis cerasi

Schädlinge loswerden: Einfache Tricks helfen gegen die Kirschfruchtfliege

Maden mitzuessen, sei es auch unbewusst, möchte wohl kein Kirschliebhaber. Doch die Gefahr, dass man den ungebetenen Gast versehentlich mit verzehrt, ist besonders dann groß, wenn Kirschfruchtfliegen Ende Mai und Anfang Juni die unreifen Kirschen im heimischen Garten mit ihrem Stachel anstechen und ihre Eier darin ablegten.

Wie der NDR berichtet, entwickeln sich aus den Eiern schließlich Maden, „die sich dann vom Fruchtfleisch der Kirschen ernähren.“ Die angefressene Kirsche fängt laut Utopia schnell an zu faulen. Nicht selten fallen sie dann im unreifen Zustand zu Boden.

Schädlinge loswerden: Verpuppung durch regelmäßiges Entsorgen der Larven verhindern

Gegen die Kirschfruchtfliege, die sich laut Utopia wegen des anhaltenden Klimawandels immer weiter nach Norden zieht, sind Hobbygärtner allerdings nicht schutzlos. Der NDR empfiehlt, alle Kirschen, die am Boden liegen, aufzusammeln und anschließend „ein großes Vlies unter dem Baum“ auszubreiten. So könnten weitere, von Maden befallene Kirschen leichter entsorgt werden.

Schließlich krabbeln die Maden aus den Kirschen heraus und beginnen unter dem Baum anschließend, sich zu verpuppen. Ein nicht enden wollender Kreislauf könne unterbrochen werden, wenn die neuen Fliegen im darauffolgenden Frühjahr erst gar nicht schlüpfen können.

Schädlinge loswerden: Vlies und Folie unter Obstbäumen vereinfachen die Entsorgung

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) empfiehlt deshalb, die Verpuppung der Maden im Boden zu verhindern. Für diese Präventivmaßnahme sei die Verwendung einer Folie sinnvoll, auf der „die herabfallenden Larven und Kirschen regelmäßig zusammengekehrt und entsorgt werden“ sollten.

So werde die Anzahl der Puppen und damit auch der Fruchtfliegen im kommenden Jahr „deutlich reduziert“. Besonders sinnvoll sei diese Maßnahme, da die Kirschfruchtfliegen wegen ihrer Ortstreue „nur wenig über weitere Strecken neu zu“ fliegen würden.

Schädlinge loswerden: Lieblingsfarbe der Fliegen zum eigenen Vorteil nutzen

Eine weitere Vorbeugemaßnahme zielt auf die Lieblingsfarbe der ungebetenen Gäste ab. Die von ihnen begehrten unreifen Kirschen sind noch gelb, entsprechend sinnvoll sind auch Köder in dieser Farbe.

Gärtner, denen der Schutz ihrer gelben bis hellroten Kirschen am Herzen liegt, können deshalb sogenannte Gelbtafeln an die Obstbäume hängen. Diese sind laut dem NDR mit einem speziellen Kleber versehen, an dem die Kirschfruchtfliege hängen bleibt und stirbt.

Schädlinge loswerden: Kirsch-Frühsorten für Kirschfruchtfliegen kaum attraktiv

Laut der Garten-Webiste Mein schöner Garten empfiehlt es sich auch, Kirschbäume zu pflanzen, deren Früchte vergleichsweise früh reifen. Zu diesen Frühsorten gehören unter anderem „Earlise“, „Lapins“ oder die bereits erwähnte Sorte „Burlat“.

Auch mit der Sorte „Eraly Korvik“ seien Gärtner laut dem NDR den Fliegen „mit etwas Glück zeitlich voraus“. Denn wenn die Maden schließlich schlüpfen, seien die Kirschen in diesem Fall schon nicht mehr gelb und damit weniger attraktiv für die Kirschfruchtfliegen.

Gegen Schädlingsbefall können Hobbygärtner ihre Obstbäume mit einfachen Tricks schützen.

Schädlinge loswerden: Kulturschutznetze halten Kirschfruchtfliegen ab

Ein Klassiker unter den Mitteln zur Schädlingsbekämpfung ist das engmaschige Netz, wodurch die unerwünschten Besucher den Zugang zu den Früchten verwehrt bekommen. In diesem Fall sollte es so dicht sein, dass die bis zu fünf Millimeter langen Kirschfruchtfliegen nicht hindurchpassen.

Wie Mein schöner Garten erklärt, eigneten sich diese Kulturschutznetze „wegen der umständlichen Handhabung allerdings nur für kleine oder schwachwachsende Kirschbäume.“ Am wichtigsten sei insgesamt die lückenlose Umhüllung der Kronen.

Rubriklistenbild: © Rüdiger Rebmann/Imago

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