Entwurf liegt endlich vor

Kinderkrankengeld im Corona-Lockdown: Was Eltern jetzt über die Änderungen wissen müssen

Schulen und Kitas bleiben erstmal dicht. Eltern sollen jetzt mehr Kinderkrankentage bekommen. Der konkrete Entwurf dafür liegt nun endlich vor.

Update, Mittwoch (13. Januar), 8 Uhr: Die konkreten Pläne stehen fest: In einer Pressemitteilung hat das Gesundheitsministerium gestern nun endlich die entsprechende Formulierungshilfe für einen Gesetzesentwurf zum erweiterten Kinderkrankengeld vorgelegt. Sie wurde vom Bundeskabinett bereits beschlossen, der Bundestag soll „in Kürze“ darüber abstimmen.

Corona-Lockdown in NRW: Änderungen für Eltern beim Kinderkrankengeld

Wie bereits zuvor feststand, erhalten Eltern in 2021 zehn zusätzliche Kinderkrankentage, also insgesamt 20 Tage pro Elternteil (40 Tage pro Paar). Alleinerziehende erhalten 20 zusätzliche Tage – und kommen damit ebenfalls auf die 40 Tage.

Auch weitere wesentliche Punkte, die bislang noch unklar waren, stehen nun fest. Das sind die wichtigsten Eckpunkte zum Kinderkrankengeld:

  • Der Anspruch auf Kinderkrankengeld besteht auch, wenn ein Kind zu Hause betreut werden muss, weil Schulen oder Kitas geschlossen sind oder die Präsenzpflicht aufgehoben wurde.
  • Eltern können das Kinderkrankengeld beantragen, wenn sie im Lockdown eigentlich im Homeoffice arbeiten könnten. Das hatten mehrere Minister zuvor bereits angedeutet. Hintergrund ist, dass Eltern genug Zeit für ihre Kinder haben sollen – zum Beispiel, um sie beim Homeschooling zu unterstützen.
  • Abgerechnet werden die zusätzlichen Leistungen über die Krankenkassen. Wenn Kinder krank sind, muss weiterhin eine Bescheinigung vom Arzt vorgelegt werden. Sind Kinder wegen Schul- oder Kitaschließung zu Hause, benötigt man eine Bescheinigung der jeweiligen Einrichtung.
  • Wichtig: Es darf auch der komplette Anspruch nur für Schul- und KiTaschließungen verwendet werden.
  • Privatversicherte haben keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld, da es eine Leistung der Kassen ist.
  • Grundvoraussetzung ist, dass es keine andere Person im Haushalt gibt, die das Kind betreuen kann.
  • Ebenfalls Voraussetzung ist, dass das Kind nicht älter als 12 Jahre alt ist. Für behinderte beziehungsweise hilfsbedürftige Kinder erhalten Eltern die Leistung auch, wenn sie älter sind.
  • Kinderkrankengeld wird nicht parallel zur Lohnersatzleistung gezahlt.

Eine weitere entscheidende Info für Eltern: Das Kinderkrankengeld gilt rückwirkend ab dem 5. Januar 2021. Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) sagt dazu: „Gleichzeitig die Kinder beschulen und von zu Hause aus arbeiten bringt gerade junge Familien in Pandemiezeiten häufig an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Deswegen wollen wir es diesen Eltern ermöglichen, sich unkompliziert und ohne finanzielle Verluste um ihre Kinder zu Hause zu kümmern.“

Höhe der Leistung – vermutlich gilt die bestehende Regelung für Kinderkrankengeld

Inwieweit tatsächlich gar keine finanziellen Verluste entstehen, steht derweil nicht fest. Über die konkrete Höhe der Zahlung wird in der Pressemitteilung keine Aussage gemacht. Tagesschau.de berichtet aber, dass die bestehende Regelung gelte.

Die Höhe des Kinderkrankengeldes beträgt nach geltender Regel grundsätzlich 90 Prozent des ausgefallenen Nettoverdienstes. Wenn man in den vergangenen zwölf Monaten von seinem Arbeitgeber einmalige Zahlungen bekommen hat, wie beispielsweise Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, beträgt das Kinderkrankengeld sogar 100 Prozent. Es ist aber gedeckelt auf 70 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung. 

Zu beachten ist dabei, dass das Krankengeld zwar vom Nettoverdienst berechnet wird, es sich aber um ein Brutto-Krankengeld handelt. Mit anderen Worten: Es gibt noch Abzüge für die Sozialversicherungsbeiträge für die Arbeitslosen-, Pflege- und Rentenversicherung. Die Beträge werden vor Auszahlung von der Krankenkasse abgezogen. Sie übernimmt dabei allerdings jeweils die Hälfte der drei genannten Versicherungen sowie die Krankenkassenbeiträge.

Update, Sonntag (10. Januar), 14.30 Uhr: In einigen Familien dürfte sich nun langsam Erleichterung breit machen und das angespannte Warten auf eine klare Regelung zu den erwarteten zusätzlichen Kinderkrankentagen ablösen. Wie afp unter Berufung auf ThePioneer vermeldet, soll in einer Formulierungshilfe für die Koalitionsfraktion die Rede davon sein, wie die Kinderkranktage beantragt werden sollen.

Demnach sollen jene Eltern, die die Leistungen aufgrund der Empfehlungen durch Familienminister Joachim Stamp, die Kinder zu Hause zu betreuen und nicht in die Notbetreuung zu schicken, eine Bescheinigung der jeweiligen Einrichtung vorlegen müssen. Die Bescheinigung, dass das Kind nicht in die Schule oder Kita gegangen ist, muss dann offenbar der Krankenkasse vorgelegt werden. Bestätigt werden müsse, dass das Kind aufgrund der Empfehlung von behördlicher Seite die Einrichtung nicht besucht hat.

Eltern in der Corona-Krise: Home Office und Kinderbetreuung kaum in Einklang zu bringen

Die Regelung wird dem Nachrichtenportal zufolge derzeit innerhalb der Bundesregierung abgestimmt. Am kommenden Mittwoch (13. Januar) könnte sie vom Bundeskabinett beschlossen werden. Weitere Details sind noch nicht bekannt.

Grund für die Ausweitung des Kinderkrankengeldes ist, dass sich Politiker zunehmend einig sind, dass Eltern nicht länger zugemutet werden könne, Kinderbetreuung, Homeoffice und Hausarbeit gleichzeitig zu stemmen. Joachim Stamp sagte dazu in einer Pressekonferenz vergangene Woche: „Home Office mit dem Kind auf dem Schoß erzeugt regelmäßig Überforderungssituationen.“

Update, Freitag (8. Januar), 13.30 Uhr: Große Verunsicherung bei vielen Eltern: Noch immer liegen keine konkreten gesetzlichen Regelungen für die zusätzlichen Kinderkrankentage vor. Am nächsten Montag (10. Januar) hätten die Schulen ohne verlängerten Lockdown eigentlich wieder begonnen, ab dieser Zeit müssen Eltern die Kinderkrankentage also nehmen.

Sowohl Familienministerin Franziska Giffey als auch NRW-Familienminister Joachim Stamp appellieren im Vorfeld an die Eltern, nicht Homeoffice und Homeschooling zu verbinden. Sie sollten stattdessen, so Joachim Stamp, die Kinderkrankentage dafür nutzen.

Das ist aber für viele praktisch schlecht möglich, solange das konkrete Vorgehen derart unklar ist. Auch die Krankenkassen, die für das Kinderkrankengeld zuständig sind – und wo es eigentlich auch beantragt werden muss – wissen nichts Näheres.

Die NRW-Schulen haben bereits Elternbriefe verschickt, in denen Eltern vielfach auf die Kinderkankentage verwiesen werden. Selbst die Materialien für das Homeschooling sind teilweise schon auf dem Weg. Auch müssen Eltern natürlich bereits mit ihrem Arbeitgeber sprechen. Die konkrete Frage nach dem Antrag auf Kinderkrankengeld bleibt aber derweil ebenso unklar, wie die genaue Höhe der Zahlungen.

Erstmeldung, Mittwoch (6. Januar): Deutschland – In der gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstag (5. Januar) sprachen Markus Söder (54, CSU) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) eine klare Sprache: Die Beschränkungen werden nicht nur verlängert, sondern sogar verschärft. Auch Kinder müssen weiter zu Hause bleiben – dafür soll es mehr Kinderkrankentage geben.

BundesregierungVerfassungsorgan
VorsitzAngela Merkel
HauptsitzBerlin, Deutschland

Lockdown an Schulen und Kitas sowie Kinderkrankengeld verlängert – Kinder bleiben zuhause

Die Ministerkonferenz am Dienstag wurde von vielen mit Spannung erwartet. Vor allem Eltern wollten wissen, wie es mit den Schulen und Kitas weitergeht. Mittlerweile steht fest: Vorerst müssen Eltern ihre Kinder weiter zu Hause betreuen. Was das für die Schulen in NRW genau bedeutet, wurde am 6. Januar besprochen.

Armin Laschet (59, CDU) kündigte aber bereits an, die Regelungen grundsätzlich eins zu eins umsetzen zu wollen. Wahrscheinlich ist daher ein Angebot für Distanzlernen – sprich Homeschooling. Ein weiterer wesentlicher Beschluss der Minister: Um Eltern weiter zu entlasten, soll der Anspruch auf Kinderkrankengeld verlängert werden. (mehr News zum Coronavirus auf RUHR24.de)

Länger Anspruch auf Kinderkrankengeld – was bedeutet das konkret?

Die Bundesregierung wird per Gesetz regeln, dass das Kinderkrankengeld in 2021 für zehn zusätzliche Tage, also insgesamt für 20 Tage pro Elternteil gewährt wird. Zusammen haben Paare folglich in diesem Jahr Anspruch auf 40 Kinderkrankentage. Alleinerziehende erhalten 20 zusätzliche Tage – und kommen damit ebenfalls auf die 40 Tage.

Der Anspruch gilt auch für alle Eltern, die pandemiebedingt ihre Kinder zu Hause betreuen müssen, solange Schulen und Kitas geschlossen oder nur eingeschränkt geöffnet sind. Bereits im vergangenen Jahr war die Zahl der Kinderkrankengeldtage aus diesem Grund erhöht worden.

Bund-Länder-Konferenz beschließt weiteren Lockdown – Anspruch auf Kinderkrankengeld verlängert

Kinderkrankengeld-Vorraussetzungen: Leistung nur für gesetzlich Versicherte

Kinderkrankengeld wird auch in Nicht-Corona-Zeiten gezahlt – und zwar immer dann, wenn Eltern ihre Kinder aufgrund von Krankheit zu Hause pflegen müssen. Grundvoraussetzung ist, dass das Kind nicht älter als 12 Jahre alt ist – oder aber behindert beziehungsweise hilfsbedürftig. Es handelt sich dabei um eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Privatversicherte haben keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld.

Auch gesetzlich Versicherte haben in der Regel nur dann einen Anspruch, wenn keine andere Person im eigenen Hausalt das Kind pflegen kann. Der jeweilige Elternteil muss außerdem versichern, dass er vom Arbeitgeber unbezahlt freigestellt wird – also laut Arbeitsvertrag keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung hat.

Höhe des Kinderkrankengeldes: Wie die Leistung berechnet wird

Die Höhe des Kinderkrankengeldes beträgt grundsätzlich 90 Prozent des ausgefallenen Nettoverdienstes. Wenn man in den vergangene zwölf Monaten von seinem Arbeitgeber einmalige Zahlungen bekommen hat, wie beispielsweise Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, beträgt das Kinderkrankengeld sogar 100 Prozent. Es ist aber gedeckelt auf 70 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung liegt im Jahr 2021 bei 58.050 Euro – das sind monatlich 4.837,50 Euro. Auf die Kalendertage umgerechnet sind es 161,25 Euro, davon 70 Prozent bedeuten 112,87 Euro. Konkret heißt das also: Eltern haben täglich höchstens einen Anspruch auf 112,18 Euro.

Kommt ein voller Lohnausgleich? Derzeit Unterschied zwischen Brutto- und Netto-Krankengeld

Was Eltern außerdem beachten müssen: Das Krankengeld wird zwar vom Nettoverdienst berechnet, es handelt sich aber um ein Brutto-Krankengeld. Mit anderen Worten: Es gibt noch Abzüge.

Konkret sind das die Sozialversicherungsbeiträge für die Arbeitslosen-, Pflege- und Rentenversicherung. Die Beträge werden vor Auszahlung von der Krankenkasse abgezogen. Sie übernimmt dabei allerdings jeweils die Hälfte der drei genannten Versicherungen sowie die Krankenkassenbeiträge.

Hier kann es aber eventuell im Zuge der aktuellen Beschlüsse noch Änderungen geben. So sprach NRW-Familienminister Joachim Stamp in seiner PK am 6. Januar von einem „vollen Ausgleich“.

Ein Berechnungsbeispiel zur geltenden Regelung findet man bei betanet. Für konkrete Fragen zum Kinderkrankengeld sollten sich Eltern an ihre jeweilige Krankenkasse wenden. Weitere Infos bietet auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Schul-Lockdown verlängert und verschärft – Virus-Mutation ist ein wesentlicher Grund

Die Beschlüsse des verlängerten Corona-Lockdowns sind nach Ansicht der Politiker dringend erforderlich. Das erklärte Ziel ist es, die 7-Tage-Inzidenz auf unter 50 zu bekommen, um Infektionsketten nachvollziehen zu können. Denn immer noch, sind zu viele Personen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert.

Aber nicht nur die weiter hohen Fallzahlen und die dramatische Situation in vielen Krankenhäusern sind Gründe für die Verlängerung. Sowohl Angela Merkel als auch die Ministerpräsidenten Markus Söder und Michael Kretschmer (45, CDU) warnen im Anschluss an die Bund-Länder-Konferenz vor allem vor der neuen Virus-Mutation.

Was Eltern in diesem Zusammenhang aufhorchen ließ: Markus Söder sprach davon, dass Schulen möglicherweise eine „zentrale Rolle“ bei der Verbreitung der Virus-Mutante spielen könnten. Das hätten Beobachtungen in anderen Ländern gezeigt (Alle NRW-News zur Corona-Pandemie im Liveticker auf RUHR24.de.)

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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