Neuerungen in 2021

Wichtige Änderungen ab Januar 2021: Mehr Hartz-IV und Kindergeld-Beitrag steigt

Insbesondere Familien und alle, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, erhalten im nächsten Jahr mehr Geld. Die wichtigsten Änderungen im Überblick.

NRW – Am 27. November 2020 stimmte der Bundesrat der zuvor vom Bundestag beschlossenen Erhöhung verschiedener Sozialleistungen zu. Dazu zählen insbesondere neue Regelsätze in der Grundsicherung für Arbeitsuchende und in der Sozialhilfe. Die bereits im Juli vom Bundestag beschlossene Grundrente kommt ebenfalls in 2021. Und auch Familien bekommen mehr Geld.

Deutscher Bundestag Parlament
Gründung 7. September 1949
Sitz Reichstagsgebäude, Berlin
Abgeordnete 709

Kindergeld-Erhöhung 2021 – monatlich 15 Euro mehr pro Kind

Die für viele Familien wichtigste Änderung ist wohl die Erhöhung des Kindergeldes. Monatlich wird Familien ab dem ersten Januar 2021 das Kindergeld um 15 Euro aufgestockt. Daraus ergeben sich die folgenden Beträge:

  • 219 Euro für das erste Kind
  • 219 Euro für das zweite Kind
  • 225 Euro für das dritte Kind
  • 250 Euro ab dem vierten Kind

Die Auszahlungstermine werden immer durch die Endziffer der Kindergeldnummer bestimmt. Alle Termine können auf der Seite der Arbeitsagentur eingesehen werden. Auch steuerlich werden Familien entlastet: Die Freibeträge steigen um 144 Euro je Elternteil.

Ab Januar 2021: Weitere Änderungen für Familien

Auch der Kinderzuschlag wird erhöht. Er steigt dann von bisher 185 Euro auf bis zu 205 Euro pro Monat pro Kind. Kinderzuschlag erhalten Eltern, deren Einkommen nicht für die ganze Familie reicht. Ob ein Anspruch besteht und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, darüber informiert derzeit die Arbeitsagentur unter einer kostenlosen Hotline.

Solche Familien sind zusätzlich von den Kita-Gebühren befreit und erhalten Leistungen für den Schulbedarf. Diese werden von bisher 150 Euro pro Kind pro Schuljahr, auf 154,50 Euro pro Schuljahr erhöht.

Trennungskinder bekommen laut Verbraucherzentrale NRW ab 1. Januar 2021 ebenfalls mehr Geld. Unterhaltspflichtige Väter oder Mütter müssen dementsprechend tiefer in die Tasche greifen. Beispielsweise gelten für die niedrigste Einkommensgruppe der Unterhaltspflichtigen bis 1.900 Euro netto folgende neue Sätze:

  • Kinder von 0 bis 6 Jahren erhalten 393 Euro (24 Euro mehr)
  • Kinder von 7 bis 12 Jahren erhalten 451 Euro (27 Euro mehr)
  • Kinder ab dem 13. Lebensjahr bis zur Volljährigkeit erhalten 528 Euro ( 31 Euro mehr)

Änderungen der Regelsätze für die Grundsicherung, Hartz 4 und Sozialhilfe

Wer auf staatliche Leistungen wie Arbeitslosengeld II (Hartz IV), Sozialhilfe oder Grundsicherung angewiesen ist, erhält ab nächstem Jahr ebenfalls mehr Geld. Beispielsweise bekommen Alleinstehende 446 Euro im Monat, das sind 14 Euro mehr als bisher. Besonders hoch ist der Mehrbetrag bei Jugendlichen von 14 bis 17 Jahren. Hier steigt der Regelsatz um 45 Euro – auf dann 373 Euro.

Neue Regelsätze für das Grundeinkommen in 2021

Zudem werden die tatsächlichen Kosten für Unterkunft und Heizung bei Berechtigten übernommen – soweit diese angemessen sind (als Vergleichsgrundlage dient der örtliche Mietspiegel). Der derzeit aufgrund der Pandemie vereinfachte Zugang zur Grundsicherung wird zunächst bis zum 31. März 2021 verlängert.

Neue Grundrente – zusätzliches Plus zur Rente

Die lange umstrittene Grundrente wird ebenfalls nächstes Jahr kommen. Sie soll Versicherten zugutekommen, die jahrelang gearbeitet haben – aber mit einer sehr kleinen Rente auskommen müssen. Laut Verbraucherzentrale NRW werden die Bescheide darüber, ab Mitte nächsten Jahres versendet.

Insgesamt könne das noch bis Ende 2022 dauern. Beträge werden aber in jedem Fall ab Januar 2021 nachgezahlt. Die Ansprüche sollen automatisch geprüft werden. Anträge müssen folglich nicht gestellt werden

Höhere Behinderten-Pauschbeträge und Pauschbeträge bei häuslicher Pflege

Steuerpflichtige mit Behinderungen können einen Behindertenpauschbetrag beantragen. Dieser ist abhängig vom Grad der Behinderung. Ab dem 01. Januar 2021 wird der Betrag verdoppelt – und liegt dann, je nach Grad, zwischen 384 und 2.840 Euro.

Auch pflegende Angehörige können bei der Steuer einen Pflege-Pauschbetrag geltend machen. Dieser erhöht sich im nächsten Jahr von 924 auf 1.800 Euro. Zusätzlich wird ein Pauschbetrag auch für die Pflegegrade 2 (600 Euro) und 3 (1.100 Euro) eingeführt. Bislang konnte der Betrag nur von Angehörigen von Schwerstpflegebedürftigen geltend gemacht werden.

Daneben treten eine Reihe weiterer Gesetzesänderungen in Kraft. So wird beispielsweise der Solidaritätszuschlag für 90 Prozent der Steuerzahler entfallen und gering verdienende Pendler werden entlastet. Eine Gesamtübersicht über die Änderungen finden Verbraucher auf der Seite der Verbraucherzentrale NRW.

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