Konserven auf dem Prüftstand

Kidneybohnen im Öko-Test: Testsieger überrascht mit fragwürdiger Herkunft

Egal ob Chili con Carne oder im Salat: Kidneybohnen aus der Dose sind praktisch und gesund. Öko-Test wollte nun wissen, wie gut die Hülsenfrüchte in der Konserve wirklich sind.

Frankfurt am Main – Mais, Tomaten, Kichererbsen oder Kidneybohnen gehören zu den klassischen Lebensmitteln, die als Konservendose in nahezu jedem Vorratsschrank zu finden sind. Denn sie sind super praktisch, wenn es in der Küche mal schnell gehen muss. Zudem sind insbesondere Hülsenfrüchte aus der Dose auch noch regelrecht gesund. Öko-Test wollte nun wissen, wie es wirklich um den guten Ruf von Kidneybohnen aus der Dose steht.

Öko-TestVerbrauchermagazin
SitzFrankfurt am Main
Erstausgabe1985

Öko-Test prüft Kidneybohnen aus der Dose: 20 Marken auf dem Prüfstand

Das Verbrauchermagazin wollte wissen, ob in den Konservendosen möglicherweise das bedenkliche Bisphenol A nachgewiesen werden kann und ob die Kidneybohnen mit gesundheitsgefährdenden Schadstoffen wie Glyphosat, Mineralöl oder Schwermetalle belastet sind.

Um das herauszufinden, hat Öko-Test 20 unterschiedliche Marken untersucht und in einem unabhängigen Labor auf den Prüfstand gestellt. Darunter waren Produkte der Eigenmarken von Edeka, Lidl, Aldi, aber auch von Bonduelle sowie von zahlreiche Bio-Firmen. Preislich lagen die Konservendosen zwischen 0,52 Euro und 2,27 Euro pro 400 Gramm (mehr Testberichte bei RUHR24).

Vor- und Nachteile von Konservendosen

Der Vorteil von Lebensmittel aus der Dose ist, dass Nahrung in Konservendosen die längste Haltbarkeit aller verpackten Lebensmittel aufweist. Außerdem haben die Metallverpackungen laut der Verbraucherzentrale die höchste Recyclingrate. Die Konservendosen bestehen dabei in der Regel aus Metall, wie Weißblech und Aluminium.

Das Material ist allerdings auch von Nachteil. Denn aufgrund von Korrosion sowie unter dem Einfluss von Säure oder Salz können die Metallbestandteile in die Lebensmittel übergehen. Hinzu kommt, dass viele Dosen inzwischen im Inneren mit sogenanntem Epoxid-Kunststoff versiegelt sind. Dieser enthält jedoch meist Bisphenol-A (BPA), das während des Sterilisationsprozesses ebenfalls in das Lebensmittel übergehen kann. Metalle sowie Bisphenol-A gelten als gesundheitsschädigend und stehen im Verdacht krebserregend und fortplfanzungsschädigend zu sein.

Kidneybohnen im Test: Öko-Test vergibt viele gute Noten – Ergebnis dennoch überraschend

Die gute Nachricht vorweg. Die besagten Schadstoffe haben die Tester von Öko-Test in fast keinem der Produkte gefunden. „Keine Probleme mit Mineralöl, keine problematischen Schwermetalle und auch kein Glyphosat. Auch Bisphenol A hat das Labor in keinem Produkt gefunden“, attestiert das Verbrauchermagazin den Kidneybohnen von Aldi, Lidl und Co.

Nur in einem Produkt konnte im Labor das Pestizid Fluazifop nachgewiesen werden. Das Spritzmittel steht im Verdacht die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Ansonsten Fehlanzeige bei der Suche nach Schadstoffen bei Kidneybohnen aus der Dose. Im Gegenteil zu Tomatenmark – hier konnte Öko-Test in über der Hälfte der Produkte Schimmelpilze nachweisen.

Kidneybohnen im Öko-Test: Das sind die Testsieger unter den Konservendosen

Auch wenn Öko-Test im Großen und Ganzen kaum Kritik an den Kidneybohnen üben kann, gibt es dennoch Testsieger bei der Überprüfung der Konservendosen:

  • Alnatura Kidney Bohnen: 1,19 Euro pro 400 Gramm, Herkunftsland: China, Note: Sehr gut
  • Aldi Süd King´s Crown Kidneybohnen: 0,55 Euro pro 400 Gramm, Herkunftsland: USA/Kanada, Note: Sehr gut
  • Davert Kidneybohnen: 1,19 Euro pro 400 Gramm, Herkunftsland: China, Note: Sehr gut
  • Alle Gewinner und Verlierer des Kidneybohnentests gibt es bei Öko-Test

Bei den Kidneybohnen von Aldi Süd konnte Öko-Test jedoch Ascorbinsäure nachweisen. Das wird vielen Lebensmitteln in Konserven zugesetzt, damit sie ihren Geschmack und ihre Farbe behalten. Da der Zusatzstoff unbedenklich ist, gab es dennoch keine Minuspunkte. Allerdings ist das Verbrauchermagazin der Meinung, dass es auch ohne geht, wie zahlreiche andere Hersteller unter Beweis stellen.

Kidneybohnen punkten durch ihren hohen Eiweiß- und Ballaststoffgehalt.

Kidneybohnen aus der Dose: Anbauland lässt Öko-Test aufhorchen

Auf den ersten Blick sieht das Testergebnis von Öko-Test zu den Kidneybohnen also fast zu gut aus, um wahr zu sein. Von 20 getesteten Hülsenfrüchten schnitten acht Kidneybohnen mit „sehr gut“ ab. Die restlichen zwölf Produkte erhielten die Note „gut“. Von einem wirklich schlechten Testergebnis kann hier also nicht die Rede sein. Dennoch gibt es einen bitteren Beigeschmack bei den Kidneybohnen aus der Dose.

Kritik lässt sich an der Herkunft der Hülsenfrüchte üben. Bis auf ein Hersteller beziehen alle anderen Unternehmen die Kidneybohnen nicht aus Europa, sondern aus den USA, Kanada oder China. Insbesondere, dass alle Bio-Hersteller ihre Kidneybohnen aus China beziehen, ließ Öko-Test aufhorchen.

Öko-Test entsetzt über Anbaugebiet der Kidneybohnen – gibt dann aber Entwarnung

Laut dem Verbrauchermagazin sei bekannt, dass chinesische Bauern unter teils katastrophalen Arbeitsbedingungen leiden. Hungerlöhne, Zwangsarbeit und die Unterdrückung von Minderheiten seien an der Tagesordnung. Auf Nachfrage von Öko-Test hätten jedoch alle Anbieter nachweislich versichert, ihre Kidneybohnen aus Anbaugebieten zu beziehen, in denen grundlegende Menschenrechte gewährleistet werden.

Nach diesen Aussagen sowie mit Hinblick auf die durchweg positiven Testergebnisse können Kunden also bedenkenlos im Supermarkt zu den Kidneybohnen greifen und den Vorratsschrank füllen. Der nächsten Chili con oder sin Carne steht nichts mehr im Wege.

Rubriklistenbild: ©  Chris Clor/dpa, Collage: RUHR24

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