Wer spart und wer draufzahlen muss

Änderung bei Kfz-Steuer: Wenn Autofahrer höhere Kosten erwarten

Dem Klima zuliebe hat die Regierung eine Reform der Kfz-Steuer beschlossen. Die Änderung bringt für einige Autobesitzer Mehrkosten mit sich.

Nordrhein-Westfalen – Viele Autofahrer müssen jetzt stark sein: Denn schon bald soll Autofahren noch teurer werden – und das gleich in doppelter Hinsicht. Zum einen wird ein deutlicher Anstieg der Spritpreise erwartet, zum anderen steigen die Kosten für die Kfz-Steuer. Doch nicht alle Autobesitzer müssen tiefer in die Tasche greifen.

Änderung der Kfz-Steuer in Deutschland: Bundesregierung plant Reform

Allerdings dürfte diese Ausnahme bisher noch die wenigstens Kfz-Besitzer betreffen. Denn vor allem Käufer von emissionsarmen Autos können bei den veränderten Preisen am Ende sogar profitieren. Wie Chip berichtet, aber wahrscheinlich geringfügig.

Grundsätzlich gilt bei der geplanten Reform der Kfz-Steuer für das kommende Jahr 2021, dass die Abgaben für neu zugelassene Autos mit hohem Spritverbrauch steigen sollen. Das soll Bürger vor allem dazu bewegen, eher in sparsame Pkw zu investieren. Die Erhöhung der Kfz-Steuer ist demnach eine Maßnahme aus dem neuen Klimapaket der Bundesregierung.

Änderung der Kfz-Steuer: Was teurer und was günstiger wird

Dafür soll die Klimakomponente in der Steuer, die es bereits gibt, gestaffelt erhöht werden. Teurer wird die Reform der Kfz-Steuer deswegen vor allem für Fahrer von schweren SUV oder Sportwagen. Das geht aus den Berechnungen des Bundesfinanzministeriums hervor, wie die Süddeutsche Zeitung mitteilt.

Bei Neuwagen mit einem hohem CO2-Ausstoß von 195 Gramm je Kilometer und mehr steigt die jährliche Kfz-Steuer laut Ministerium demnach im Schnitt um 130 Euro für Benziner und 101 Euro für Diesel-Fahrzeuge (mehr aktuelle Nachrichten auf RUHR24.de).

Neue Reform der Kfz-Steuer: Für die meisten kaum ein spürbarer Effekt

Im Gegensatz dazu stehen Autofahrer mit Pkws, die wesentlich weniger verbrauchen. Wer sich ein Fahrzeug anschafft, welches bis zu 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt, zahlt nach der Kfz-Steuer-Reform im Schnitt 30 Euro weniger als nach dem bisherigen Steuersystem.

Von der Steuer-Erhöhung sind vor allem Besitzer von SUVs oder Sportwagen betroffen. 

Das sind allerdings zwei Extremfälle. Für die breite Masse der Autos und Pkw-Besitzer hat die Reform laut den Zahlen des Ministeriums kaum einen spürbaren Effekt.

Etwa für die Fahrzeuggruppe, die zwischen 116 und 175 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt, fallen zwischen zwei und 23 Euro mehr pro Jahr an. Das betrifft vor allem Klein- und Mittelklassewagen.

Grünen-Politiker kritisiert die Reform der Kfz-Steuer

Obwohl sie Teil des Klimapakets ist, steht die Reform der Kfz-Steuer auch in der Kritik. So sagte Grünen-Finanzpolitiker Stefan Schmitz gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dass die Regierung sich lediglich mit Symbolpolitik begnüge: "Mehrkosten von maximal ein paar Dutzend Euro im Jahr werden die Menschen nicht davon abhalten, Spritschlucker zu kaufen."

Besitzer von Pkw müssen sich regelmäßig auf Änderungen im Gesetz einstellen. Bei den Neuerungen im September 2020 bleiben sie allerdings außen vor. Stattdessen tritt unter anderem eine Reform bei der Ausbildung von Psychotherapeuten in Kraft.

Rubriklistenbild: © Olaf Gallas/Kia Motors D eutschland GmbH/Tobias Hase/dpa, Collage: RUHR24

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