Starke Reaktionen

Bundesamt warnt vor Kerzen: Bei einigen droht Gesundheitsgefahr

Kerzen machen vor allem die kalte Jahreszeit gemütlich. Doch einige von ihnen können gefährlich werden.

Dortmund – Nicht nur am Adventskranz sorgen Kerzen im Winter für eine gemütliche Stimmung. Zur Weihnachtszeit sind außerdem Kerzen mit Duft besonders beliebt – doch genau bei denen sollte man schon beim Kauf genau hinsehen, warnt unter anderem das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Auch vor Teelichtern warnen Experten.

Chemische VerbindungLinalool
Siedepunkt198 °C
Dichte858 kg/m³

Kerzen können schädlich sein – Bundesamt warnt Verbraucher

Denn im schlimmsten Fall können Duftkerzen juckende Augen, Atemprobleme oder Hautausschläge verursachen. „Es gibt Menschen, die neigen dazu, auf bestimmte Düfte oder Gerüche überempfindlich zu reagieren“, so Allergologie Professor Thomas Fuchs gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Und das könne eben auch für von Duftkerzen verströmte Gerüche gelten.

Auslöser von diesen Symptomen sind in der Regel Reizungen oder Irritationen der Schleimhäute durch die Riechstoffe in der Luft. Wenn Verbraucher empfindlich auf die Düfte reagieren, steckt oft auch eine Allergie dahinter. Und die macht sich nicht immer durch Atemwegsbeschwerden oder tränende Augen bemerkbar (mehr Warnungen bei RUHR24 lesen).

Kerzen sind gefährlich: Diese Stoffe können Allergien auslösen

Laut Fuchs gibt es Bestandteile in Duftkerzen, die ein allergisches Kontaktekzemen auslösen können. Auch dann, wenn sie nur in der Luft transportiert werden. Die Symptome können sich beispielsweise am Handrücken oder im Gesicht bemerkbar machen. Diese Stoffe sind unter anderem:

  • Linalool
  • Zimtverbindungen
  • Zitrusaromen
  • Terpene

Wer gerne Kerzen im Glas kauft, kann die Gefäße anschließend auch einfach vom Wachs befreien und wieder verwenden, berichtet come-on.de. Der Tiefkühl-Trick ist dabei besonders effektiv.

Kerzen als Gesundheitsgefahr: Darauf sollten Verbraucher achten

Das Problem: Beim Einkaufen ist nicht immer zu erkennen, ob eine Kerze allergieauslösende Stoffe enthält. Denn nicht alle Zutaten werden bei Duftkerzen tatsächlich auf dem Etikett gelistet. Wir haben insgesamt 3000 Duftstoffe, die eingesetzt werden, von denen die überwiegende Zahl überhaupt nicht untersucht ist“, so Marike Kolossa-Gehring, Expertin des Umweltbundesamtes, gegenüber RBB. 26 davon sind nach aktuellem Stand potenziell allergieauslösend.

Kerzen sind nicht immer ungefährlich.

Eine allergische Reaktion kann also auch dann nicht ausgeschlossen werden, wenn die kritischen Stoffe bereits auf einer Kerze deklariert sind. Aber woran können Verbraucher sich dann überhaupt orientieren? Natürliche Duftstoffe, wie ätherische Öle?

„Natürliche Aromaöle sind ebenfalls chemische Stoffe, sie sind nur nicht synthetisch hergestellt“, warnt Thomas Fuchs. „Ohne Frage gibt es Personen, die auch damit Probleme haben und sich krank fühlen.“

Natürliche Stoffe als Lösung? Kerzen können trotzdem schädlich sein

Oftmals würden sich Duftunverträglichkeiten schon bei der Nutzung von Parfüms oder auch Shampoos zeigen. Wo sie aufgetragen und danach nicht richtig abgespült werden, entwickeln sich bei betroffenen Menschen Rötungen oder gar kleine Knötchen – die Haut fängt außerdem an zu jucken. Entzündungshemmende Mittel auf Cortison-Basis können meist helfen. Ansonsten gilt: Nach einer allergischen Reaktion unbedingt das Produkt meiden.

Oft ist aber nur schwer zu bestimmen, welcher Stoff nun genau die Reaktion hervorgerufen hat. In einer Duftkerze sind nicht selten mehrere hundert Duftstoffe vorhanden. Außerdem können die Stoffe auch unterschiedlich miteinander reagieren.

Wenn ein konkreter Verdacht besteht, kann eine Kontaktallergie durch einen sogenannten Epikutantest nachgewiesen werden. Dabei werden Pflaster mit den Allergenen auf die Haut geklebt. Wenn diese dann Hautreaktionen hervorrufen, sollte man den Duftstoff besser meiden.

Rubriklistenbild: © Vera Dolezalova/Imago

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