Sturm-, Hagel- oder Wasserschaden

Unwetter: Keller unter Wasser und weitere Schäden - welche Versicherung jetzt einspringt

Ein umgestürzter Baum auf dem Auto, ein mit Regen vollgelaufener Keller oder ein abgedecktes Hausdach: Die Liste der Unwetter-Schäden ist lang, doch wer zahlt im Fall der Fälle?

Dortmund – Aktuell ziehen immer wieder heftige Unwetter über Deutschland. Nicht selten bleiben diese ohne Folgen. Mal landet ein Ast auf dem Autodach, mal läuft der Keller mit Wasser voll. Der Schock für die Betroffenen ist meist groß. Doch dann stellt sich schon bald die Frage: Was ist zu tun? Und vor allem: Wer kommt für den Unwetter-Schaden auf?

Unwetter in Deutschland: Welche Versicherung zahlt bei Schäden?

Das größte Problem vorweg: Wer nicht auf den Kosten von Sturm-, Unwetter- oder Hochwasserschäden sitzen bleiben will, sollte grundsätzlich eine Versicherung haben. Doch das nächste Problem gleich hinterher: Es gibt keine Universalversicherung gegen Unwetter-Schäden.

Welche Versicherung greift – ob Haft-, Gebäude-, Hausrat- oder Kfz-Versicherung – hängt vom Einzelfall ab. Je nach Schaden müssen Betroffene bei den einzelnen Versicherungen nachfragen, ob sie den Schaden übernehmen. Doch es gibt einige Richtlinien, die dabei helfen, dass man nicht unnötig herumtelefonieren muss (mehr Lifehacks bei RUHR24).

Unwetter-Schäden: Was Betroffene zuerst tun sollten

Hat sich der erste Schreck nach einem Unwetter-Schaden gelegt, sollten Betroffene vor allem zuerst eins tun: Den Unwetter-Schaden dokumentieren. Das kann im Nachhinein hilfreich sein, wenn es um die Kostenübernahme durch die Versicherung geht. Die Verbraucherzentrale hat die wichtigsten Schritte zusammengefasst, die Betroffene nach einem Unwetter vornehmen sollten:

  • Unwetter-Schaden dokumentieren, bevor man mit den Aufräumarbeiten beginnt. Im besten Fall lässt man die vom Unwetter zerstörte Stelle möglichst unverändert, bis der Versicherer eine Ortsbesichtigung gemacht hat. Ist das nicht möglich, sollte der Schaden fotografiert werden. Auch weitere Gefahrenquellen sollten oder müssen sogar beseitigt werden.
  • Schadensmeldung: Ist der Schaden dokumentiert, sollte man so schnell wie möglich die Versicherung informieren. Ist man unsicher, welche der Versicherungen greift, kontaktiert man am besten jede Versicherung, die in Erwägung gezogen werden kann. Meldet man den Unwetter-Schaden zu spät, riskiert man den Versicherungsschutz und bleibt am Ende auf den Kosten sitzen.
  • Ebenso sollten Betroffene Folgeschäden vorbeugen. Ein kaputtes Dachfenster sollte beispielsweise mit einer Plane gegen weiteren Regen abgedeckt werden, um Folgeschäden so gering wie möglich zu halten, bis der Versicherer vor Ort war. Geht man dem nicht nach, muss die Versicherung den Schaden nicht immer zwingend bezahlen.
  • Wenn möglich, eine detaillierte Schadensliste erstellen. Ist der Keller voll mit Wasser gelaufen, können zum Beispiel die Gegenstände, die im Keller standen und von dem Unwetter zerstört wurden, dokumentiert werden.
Wer bezahlt, wenn der Keller unter Wasser steht?

Unwetter-Schaden: Welche Versicherung übernimmt was?

Sind die ersten Schritte unternommen, heißt es nun noch, die richtige Versicherung zu erreichen. Das ist nicht immer ganz einfach. Folgende Anhaltspunkte können jedoch helfen.

Der einfachste Fall: Unwetter-Schäden am Haus – wie etwa durch umgeknickte Bäume, abgedeckte Dächer oder durch Regenwasser beschädigte Wände – übernimmt grundsätzlich die Wohngebäudeversicherung. Allerdings nur, wenn der Sturm mindestens die Windstärke acht hatte und der Kunde explizit Schäden durch Sturm, Hagel und Unwetter mit in die Versicherung aufgenommen hat (mehr Wetter-Vorhersagen bei RUHR24).

Unwetter-Schäden: Wann die Haftpflicht-, die Gebäude- oder die Elementarversicherung greift

Ist der Keller mit Regenwasser vollgelaufen, wird es schon etwas schwieriger. Für Schäden im Gebäude oder besser gesagt, wenn bewegliche Gegenstände wie Möbel, Teppiche oder andere technische Geräte durch das Unwetter zerstört wurden, kommt in der Regel die Haftpflichtversicherung auf. Kommt jedoch raus, dass der Versicherte fahrlässig gehandelt hat und beispielsweise Fenster und Türen trotz Unwetter offenstanden, muss die Versicherung nicht zahlen.

Dringt das Wasser von der Straße ein und es kommt zu Überflutungen im Keller, kann außerdem die sogenannte Versicherung vor Elementarschäden greifen. Diese Versicherung wird oft als Zusatz zur Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung angeboten und soll vor allem vor finanziellen Schäden nach Naturereignissen schützen. Darunter fallen zum Beispiel Hochwasser, Erdbeben oder Schneemassen.

Unwetter-Schäden am Auto: Teilkaskoversicherung zahlt – aber mit Einschränkungen

Mit umgestürzten Bäume auf Autos hat die Feuerwehr bei fast jedem Unwetter zu kämpfen. In der Regel ist das ein Totalschaden – und für Betroffene ein finanzielles Fiasko. An wen können sie sich wenden? Landet ein Ziegel, ein Ast oder sogar ein ganzer Baum auf dem Auto, springt im Normalfall die Kaskoversicherung ein.

Für Versicherte mit einer Teilkasko gilt aber auch: Erst ab Windstärke acht gibt es Geld. Das muss der Betroffene übrigens selbst nachweisen. Hilfreich sind dabei Daten der Wetterbehörden oder Medienberichte. Haben die Betroffenen eine Vollkaskoversicherung werden auch Schäden bei geringerer Sturmstärke übernommen.

Umgestürzte Bäume nach einem Unwetter können teuer werden: Wer bezahlt?

In Einzelfällen können sich von Unwetter-Schäden betroffene Autobesitzer auch an Eigentümer wenden, auf deren Grundstück der Baum stand oder von deren Haus die Ziegel gefallen ist. Dieser muss laut Stiftung Warentest aber nur dann Schadensersatz zahlen, wenn er die „Verkehrs­sicherungs­pflicht“ verletzt hat. Heißt konkret: Der Baum war offensichtlich morsch oder das Dach marode.

Wer für die Kosten nach Unwetter-Schäden am Haus aufkommt, hängt vom Einzelfall an.

Ähnliches gilt auch, wenn der Baum aufs Nachbargrundstück kracht und dabei Schaden anrichtet. War bereits offensichtlich, dass der Baum krank ist, muss der Baumbesitzer bezahlen. Andernfalls trifft ihn keine Schuld und das Ganze ist eine Sache für die Haftpflichtversicherung des Nachbarn.

Nach Unwetter-Schäden: Betroffene sollten wichtige Schritte mit der Versicherung klären

Wichtig: Bevor man mit der Reparatur des Unwetter-Schadens beginnt und sich möglicherweise sogar neue Gegenstände oder ein neues Auto zulegt, sollte man unbedingt mit der Versicherung Rücksprache halten. Denn Versicherungen zahlen nicht mehr als den ursprünglichen Wert.

Auch zahlen Versicherung in der Regel nicht sofort, sondern erst nach umfassender Prüfung der Schadensmeldung. Wer es dennoch eilig hat, den Unwetter-Schaden zu beseitigen, muss das gegebenenfalls auf eigene Kosten tun und im Nachhinein auf eine Rückerstattung hoffen.

Rubriklistenbild: © David Young/dpa