„Gute Idee“

Kaufland führt drastische Änderung ein – Kunden sind nicht nur begeistert

Kaufland führt in einigen Filialen eine Neuerung ein. Damit will der Discounter-Gigant seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Kunden sind zwiegespalten.

Neckarsulm/Dortmund – Egal ob Privatpersonen oder millionenschwere Konzerne: Beim Umweltschutz müssen alle an einem Strang ziehen. Nachdem Anfang des Jahres bereits Plastiktüten in den deutschen Supermärkten verboten wurden, hat die Discounter-Kette Kaufland eine weitere Änderung vorgestellt, die den Wocheneinkauf in Zukunft wesentlich ökologischer gestalten soll, berichtet Merkur.de.

LebensmitteleinzelhandelKaufland
HauptsitzNeckarsulm
TochterunternehmenSchwarz-Gruppe
SloganU.a. Machen macht den Unterschied, Nur noch zu Kaufland

Kaufland bietet neuen Service – und verbannt dafür Plastik

Denn ähnlich wie es in einigen, unabhängigen Läden schon seit geraumer Zeit möglich ist, können Kunden auch beim Einzelhandels-Giganten in Zukunft Lebensmittel an sogenannten „Unverpackt“-Stationen kaufen – naturbewusst und ganz ohne lästigen Plastikmüll.

Wie der Name schon sagt, steht bei den „Unverpackt“-Stationen das Einkaufen ohne überschüssigen Plastikabfall im Vordergrund. Anstatt der üblichen Verpackungen, werden Produkte in praktischen Spendern angeboten, die ein wenig an Hotelbuffets erinnern dürften.

Wer bei Kaufland shoppt und seine eigenen Behälter mitbringt, kann diese nach vorherigem Wiegen dann nach Belieben an der Station füllen und spart sich so das Wegwerfen von leeren Tüten und Dosen. So einfach geht umweltfreundlich. Ob das Konzept bei Kaufland am Ende aufgeht, bleibt abzuwarten – immerhin hat erst kürzlich ein großer Einzelhändler, der bekannt für dieses Konzept war, pleite gemacht.

Kaufland stellt neues „Unverpackt“-Konzept vor: Einkaufen ohne Plastikmüll

Wie das Unternehmen mit Sitz in Neckarsulm auf der Kurznachrichtenplattform Twitter verkündete, sollen im Angebot der „Unverpackt“-Stationen 40 Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Reis und Müsli enthalten sein. Produkte wie Fleisch und Fisch gibt es zwar nach wie vor erstmal nur in den allbekannten Plastikverpackungen.

Auch bietet der Supermarkt-Riese das neue Konzept noch nicht in allen Filialen an. Einige Kunden müssen sich wohl noch eine Weile gedulden, ob die Unverpackt-Stationen deutschlandweit eingeführt werden. Dm hatte sich erst kürzlich wieder von einem ähnlichen Service verabschiedet.

An diesen Kaufland-Standorten gibt es die praktischen „Unverpackt“-Stationen bereits:

  • Berlin-Niederschönweide, Schnellerstraße 21
  • Hamburg-Bramfeld, Bramfelder Dorfplatz 18
  • Heidelberg-Pfaffengrund, Eppelheimer Straße 78
  • Köln-Ehrenfeld, Thebäerstraße 9
  • Leipzig, Paunsdorfer Allee 1
  • München-Moosach, Bunzlauer Platz 5-7

    Pfungstadt, Eberstädter Straße 200
  • Steinheim a. d. Murr, Steinbeisstraße 15

Kaufland stellt neues „Unverpackt“-Konzept vor: Positive Reaktionen von Kunden

Nachdem es letzten Sommer an den Standorten Pfungstadt und Steinheim/Murr eingeführt wurde, ist das „Unverpackt“-Konzept mittlerweile in acht Kaufland-Filialen im Einsatz, darunter auch in München-Moosach. In den sozialen Medien reagieren Supermarkt-Einkäufer auf die bahnbrechende Neuerung mit Begeisterung. „Das ist ja endlich Mal eine gute Idee“, lobt ein Kunde, „Damit die Umwelt hoffentlich bald wieder lächeln kann“, tut es ihm ein anderer gleich.

Bei aller Euphorie lassen sich jedoch auch kritischere Stimmen vernehmen. Vor allem der Preis der verpackungslosen Lebensmittel scheint nicht ganz so gut anzukommen. „Solange unverpackt noch mehr kostet als verpackt, wird das wohl nur sehr zögerlich umsetzbar sein“, schreibt ein Einkäufer auf Twitter.

Wie sich die „Unverpackt“-Stationen angebotsmäßig und preislich entwickeln, bleibt noch abzuwarten. Einige Kaufland-Kunden wünschen sich unterdessen eine weitere Neuerung, die vor allem Pizza-Liebhabern sehr gefallen dürfte.

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago

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