Es könnte noch schlimmer werden

Kaufland-Kunden sind sauer: „Wucher“ – Öl kostet jetzt fast 5 Euro

Viele aktuelle Krisen erleben Verbraucher gerade hautnah im Supermarkt. Neben Lebensmittelengpässen müssen sie sich mit Extrem-Preisen herumschlagen.

Dortmund – Erst ist es da und günstig, dann ist es einfach weg, dann ist es wieder da und teuer. Die Rede ist von Sonnenblumenöl. Infolge der Inflation und des Krieges, der in der Ukraine herrscht, müssen Verbraucher und Verbraucherinnen beim Einkauf in Supermärkten und Discountern aktuell besonders aufmerksam sein.

UnternehmenKaufland
HauptsitzNeckarsulm
Gründung1984, Neckarsulm

Sonnenblumenöl bei Aldi und Kaufland: Es ist wieder da – so teuer wie nie

Nachdem sich Verbraucher und Verbraucherinnen schon verzweifelt nach Pflanzenöl-Alternativen umgesehen haben, steht es jetzt endlich wieder in den Regalen. Das goldene Sonnenblumenöl ist zurück und wartet nur darauf in unseren Einkaufswagen zu landen.

Doch ein Fakt könnte die Freude schmälern: Die Preise, für das von einigen spöttisch genannte flüssige Gold, sind extrem gestiegen. Der Focus rechnet vor: Aldi nimmt für eine 1-Liter-Flasche Speiseöl 4,99 Euro, das derzeit ausverkaufte Sonnenblumenöl der Eigenmarke Bellasan kostete 1,79 Euro. Das macht einen Preisanstieg von 178 Prozent. Laut Focus im Vergleich zu den Preisen im Januar 2022 sogar einen Preisaufschlag von 550 Prozent.

Preis für Sonnenblumenöl bei Kaufland explodiert: „Wucher“

Doch Aldi ist mit seiner Preis-Explosion nicht allein. Der Focus berichtet von Sonnenblumenöl bei Rewe, welches auf den Liter gerechnet 5,05 Euro gekostet habe. Bio-Sonnenblumenöl soll demnach teilweise 15,96 Euro pro Liter kosten.

Und auch bei Kaufland prangt der Preis von 4,99 Euro vor dem begehrten Sonnenblumenöl. Einige Kunden machen ihrem Ärger bereits bei Twitter Luft. Eine Nutzerin postet ein Bild von gut gefüllten Sonnenblumenöl-Regalen mit dem neuen Preis von fast fünf Euro. Dazu schreibt sie: „Ich habe mitgemacht am Wucher @kaufland.“

Kaufland-Kunde erzürnt über Preise für Sonnenblumenöl: „Zockt die Leute ab“

Mit einem weiteren Foto ergänzt sie ihre Beobachtung und schreibt: „Das stammt übrigens aus Deutschland.“ Demnach koste das Sonnenblumenöl aus Deutschland 4,99 Euro und das Öl aus Ungarn „nur“ 3,99 Euro.

Ein anderer Twitter-Nutzer berichtet ebenfalls von für ihn nicht nachvollziehbaren Öl-Preisen bei Kaufland. Er macht seiner Wut Luft und schreibt: „Kaufland zockt die Leute aber auch ab, wo es nur geht. Die Botschaft ist klar: ‚Hättet ihr mal rechtzeitig gehamstert, müsstet ihr jetzt nicht den sechsfachen Preis bezahlen.‘“

Sonnenblumenöl: Größte Exporteure fallen durch den Angriffskrieg teilweise aus

Das aktuelle Problem ist klar: Der Bedarf an Sonnenblumenöl wird zu 51 Prozent mit Produkten aus der Ukraine gedeckt und zu 27 Prozent aus Russland. Deutschland kann mit eigener Landwirtschaft gerade einmal sechs Prozent abdecken, wie HEIDELBERG24 berichtet.

Vor der Eskalation in der Ukraine konnte das Sonnenblumenöl hierzulande günstig verkauft werden, oftmals für unter zwei Euro pro Liter. Doch aktuell fällt ein Drittel der Anbaufläche in der Ukraine durch den russischen Angriffskrieg weg. Russland hingegen fällt als Exporteur aufgrund der weitreichenden Sanktionen aus.

Preise in Supermärkten und Discountern: Sonnenblumenöl wird wohl noch teurer

Zwar sei die Versorgung in Deutschland nach Angaben von Behörden und Branchenverbänden gesichert, wie Focus berichtet. Doch gerade wegen anhaltender Hamsterkäufe der Kunden und Kundinnen kann es immer wieder zu Engpässen in den Supermärkten und Discountern kommen.

Außerdem müssen sich Verbraucher und Verbraucherinnen darauf einstellen, dass die Preise des Sonnenblumenöls – ebenso wie für andere Lebensmittel – weiter steigen werden. Es könnte laut Branchen-Kennern sogar das Preis-Niveau von Olivenöl erreichen. Laut Focus liegt der Literpreis aktuell bei rund 6,50 Euro.

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago

Mehr zum Thema