Digitalisierung

Kaufland, Lidl und Edeka verbannen zunehmend Bargeld – auch bei Einkaufswagen

Supermärkte und Discounter sind im Umschwung. Eine Änderung dürfte vielen Kunden nicht gefallen.

Deutschland – Die Digitalisierung rückt immer mehr in den Fokus, so auch in Geschäften. Nun könnte eine weitere Modernisierung beim Einkaufen folgen. Diese wird einigen Verbrauchern in Zukunft womöglich zum Verhängnis werden.

Digitialisierungbezeichnet die Umwandlung von analogen Signalen in digitale Formate
Betroffene Supermärkteu.a. Lidl, Edeka und Aldi
NeuerungenApps, Bezahlfunktionen, Einkaufswagen

Lidl, Edeka und Aldi: Digitalisierung in Supermärkten und Discountern schreitet voran

Mittlerweile haben die meisten Unternehmen eine eigene App für ihre Kunden entwickelt. Diese haben laut der Verbraucherzentrale vor allem das Ziel, Kunden an die beteiligten Geschäfte zu binden. Da die Anwendungssoftware Werbung an die Nutzer schalten kann, erhofft sich der Konzern, dass Kunden dort regelmäßig einkaufen.

Dafür werden diese mit Rabattaktionen und anderen Vorteilen gelockt. Bei Lidl Plus erhalten Nutzer direkt einen Gutschein im Wert von fünf Euro, nachdem sie sich registriert haben. In der Regel finden Kunden in der App auch die aktuellsten Prospekte der Discounter und Supermärkte. Kassenbons sind dort ebenfalls abrufbar, sodass auf Papier verzichtet werden kann.

Lidl, Edeka und Aldi: Digitalisierung sorgt für bargeldloses Zahlen in Supermärkten

Da diese Entwicklung immer beliebter bei Verbrauchern wird, wirbt auch Kaufland mit der App. Der Supermarkt hat es sogar geschafft, auf Platz eins der App-Charts zu kommen, wie echo24.de* berichtet. Doch das soll nach Angaben erst der Anfang der Digitalisierung im Supermarkt sein.

Der Lebensmitteleinzelhändler soll aktuell in acht Filialen das „Scan&Go“-Prinzip ausprobieren. Dieses kann Kunden und Kundinnen in Zukunft das kontaktlose Zahlen ermöglichen. Bei Penny gibt es diese laut supermarktblog.com bereits. Rewe soll neben dem neuen Einkaufsservice ebenfalls das kontaktlose Zahlen anbieten.

Kunden können ihre Ware dann selbst scannen und kassieren. Dies erfolgt mit den gängigen Zahlungsmethoden wie Kreditkarten, SEPA-Lastschrift oder auch mithilfe von mobilen Bezahllösungen wie Paypal, Apple Pay oder Google Pay. Es könnte also durchaus sein, dass Bargeld in Zukunft nicht mehr benötigt wird. Denn auch für die Einkaufswagen soll es Neuerungen geben.

Lidl, Edeka und Aldi: Digitalisierung soll auch bei Einkaufswagen keinen Halt machen

Für diese benötigen Kunden in Zukunft möglicherweise auch kein Kleingeld mehr. Bisher war das Shoppen mit dem Einkaufswagen nur mit Münzen zwischen 50 Cent und 2 Euro oder einem entsprechend passenden Plastikchip möglich. Nach Angaben von Chip.de hat der Einkaufswagen-Hersteller „Wanzl“ eine digitale Lösung, um das Einkaufen zu vereinfachen.

Dafür soll das Unternehmen das Augenmerk auf das Pfandschloss gesetzt haben, denn dieses dient lediglich dazu, die Einkaufshilfe gegen Diebstahl zu sichern. Das Unternehmen, das unter anderem mit Lidl, Aldi und Netto zusammenarbeitet, werkelt aktuell an einem sogenannten „Smart Trolley“. Der digitale Einkaufswagen soll per Smartphone oder Smartwatch entriegelt werden.

Lidl, Edeka und Aldi: Einkaufswagen ohne Münzen nutzen – Nachteile für Kunden

Das funktioniert allerdings nur in Kombination einer App des jeweiligen Supermarktes. Per Bluetooth oder Nahfeldkommunikation (NFC) soll das Schloss dann entriegelt werden können. Für junge Menschen kann das praktisch sein, doch für ältere Menschen klingt es erstmal kritisch.

Kaufland und andere Supermärkte setzen auf die Digitalisierung.

Doch bis die Produkte tatsächlich eingeführt werden, kann es noch einige Jahre dauern. Gegenüber Chip.de erklärte einer der „Wanzl“-Mitarbeiter: „Wir wollen mit Testphasen erste Markterfahrungen sammeln und schauen, wie das insgesamt ankommt“. Wann die ersten Filialen die digitalisierten Einkaufswagen bekommen, ist noch unklar. *RUHR24 und echo24.de sind Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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