Herbst-Tradition

Kastanien: Essbar oder giftig? Sorten an vier Merkmalen unterscheiden

Herbstzeit ist Kastanien-Zeit. Die braunen Rosskastanien sind als kreative Deko-Elemente bei vielen Menschen beliebt. Daneben gibt es auch essbare. Aber woran erkennt man diese eigentlich?

Deutschland – Essbar oder nicht? Wer Kastanien in der Küche verwerten möchte, findet hierzulande leckere Edelkastanien. Solche Esskastanien weisen einige markante Unterschiede zu den bekannten (und giftigen) Rosskastanien auf.

Edelkastanieauch Esskastanie oder echte Kastanie genannt
FamilieBuchengewächse (Fagaceae)
wissenschaftlicher NameCastanea sativa

Rosskastanie – vielseitig verwendbar für Dekoration, im Haushalt oder zur Fütterung

Ob das klassische Kastanien-Männchen, stilvolle Türkränze oder schmucke Ketten: Mit Kastanien lassen sich im Herbst die schönsten Deko-Ideen umsetzen. Die dafür benötigten Rosskastanien sind weit verbreitet und das Kastanien-Sammeln ist seit vielen Jahrzehnten beliebte Tradition.

Dabei sind Rosskastanien auch für andere Zwecke praktisch. Beispielsweise kann man Waschmittel daraus herstellen. Außerdem werden sie auch zur Wildfütterung verwendet. Für den Menschen sind die Früchte der zu den Seifenbaumgewächsen gehörenden Rosskastanie allerdings giftig – gleiches gilt für Hunde (weitere News rund um den Garten auf RUHR24).

Kinder lieben es, im Herbst Kastanien zu sammeln. Rosskastanien eignen sich auch, um daraus Waschmittel herzustellen.

Esskastanien – leckere Maronen wachsen auch wild

Edelkastanien, die auch Esskastanien genannt werden, sind hingegen äußerst schmackhaft und gelten als gesund. Diese Kastanien zählen zu den Buchengewächsen und sind seltener zu finden.

Klassischerweise werden Esskastanien geröstet. Daneben lassen sich viele weitere Rezepte mit den Maronen kreieren. Einige Verbraucher kennen Esskastanien in erster Linie aus dem Supermarkt – oder dem Maronenstand auf Herbstmärkten. Aber auch diese Sorte wächst hierzulande wild.

Bei Edelkastanie und Rosskastanie unterscheiden sich dabei sowohl die Pflanze selbst als auch die Früchte. Denn obwohl die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) und die Edelkastanie (Castanea sativa) beide als „Kastanie“ bezeichnet werden, sind sie nicht miteinander verwandt. 

Rosskastanie oder Esskastanie – das sind wesentliche Unterschiede

Das sind die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale der beiden Pflanzen:

  • Blätter: Jedes Blatt der Rosskastanie ist fünfblättrig, die Blätter der Edelkastanie hängen hingegen einzeln an den Ästen. Sie verlaufen zudem etwas spitzer und länger.
  • Blüte: Die Pflanzen blühen auch zu etwas unterschiedlichen Zeiten. Die Blütezeit der Rosskastanie ist im Mai bis Juni. Die Esskastanie blüht etwas später – zwischen Juni und Juli. Während die Rosskastanie aufrechte, leuchtende Blütenstände hat, sind die Blüten der Esskastanie eher unscheinbar.
  • Fruchthülle: Bei beiden Kastanienarten besitzt die Hülle Stacheln. Allerdings sind diese bei der Rosskastanie kleiner und härter, bei der Edelkastanie hingegen länger und etwas weicher. Die Edelkastanie hat außerdem deutlich mehr Stacheln. Sie ähnelt optisch einem kleinen Igel.
  • Früchte: Auch die Früchte selbst sind leicht zu unterscheiden. Die bekannten Früchte der Rosskastanie sind kugelig, braun und haben ihren typischen Glanz. Die essbaren Kastanien sind zwar ebenfalls braun, sind aber etwas flacher und laufen oben spitz zu. An der Spitze sitzt ein kleiner pinselartiger Bausch. Außerdem glänzen sie weniger, sondern sind eher matt.
Links Rosskastanie, rechts Edelkastanie – nur Letztere sind essbar! (Symbolbild)

Esskastanien sammeln – daran erkennt man reife Früchte

Die Früchte der Esskastanie fallen frühestens Ende September vom Baum. Ob Esskastanien reif sind, merken Sammler daran, dass ihre stachelige Schale aufgeplatzt ist (weitere Lifehacks auf RUHR24).

Ebenso wie bei den giftigen Rosskastanien fallen die reifen Früchte auch bei den Edelkastanien, wenn sie reif sind, auf den Boden. Ein weiterer Unterschied zur Rosskastanie: In einer Hülle können bis zu drei Esskastanien sitzen.

Wie EatSmarter.de erklärt, wachsen Esskastanien in Deutschland am häufigsten in der Pfalz, an Saar und Mosel, im westlichen Schwarzwald, im Odenwald oder am unteren Main. Aber auch in anderen Bereichen Deutschlands kann man Maronen finden. Wer Esskastanien sammeln möchte, kann beispielsweise auf der Seite Mundraub.org nach Edelkastanien in seiner Nähe suchen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Winfried Rothermel

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