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Kartoffeln keimen oder sind grün: Unter einer Bedingung sind sie noch essbar

Kartoffeln sind ein beliebtes Alltagslebensmittel in Deutschland. Sie gelten als gesund, preiswert und lecker - doch manche sind auch giftig.

Kassel/Dortmund – Sie ist typisch deutsch und total beliebt: die Kartoffel. Jeder Deutsche isst laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft rund 59 Kilo, das ist mehr als ein Kilo jede Woche. Selbst das Kartoffelwasser kann nach dem Kochen noch genutzt werden. Doch eine Sache ist bei Kartoffeln auch giftig.

Gift-Gefahr in Kartoffeln: Solanin in der Schale kann zum Problem werden

In Deutschland gibt es über 200 zugelassene Kartoffelsorten und es werden stets neue Sorten gezüchtet. Man teilt sie in mehlig, festkochend und vorwiegend festkochend ein.

Grundsätzlich sind sie einfach zu lagern und halten sich in den richtigen Bedingungen leicht über mehrere Wochen hinweg. Es gibt aber auch Kartoffeln, die besser nicht gegessen werden sollten (mehr Service-News bei RUHR24).

Solanin ist ein Stoff, der sich in Nachtschattengewächsen bildet. In den Kartoffeln befindet es sich vor allem in der Schale. Es ist giftig und soll die Knolle in der Natur vor Fressfeinden schützen.

Kartoffeln können wegen Solanin giftig sein – darauf kommt es an

Die Dosis ist in der Regel so niedrig, dass der Verzehr für Menschen jedoch unbedenklich ist. Sollte der Solaningehalt jedoch überschritten werden, kann es zu einer Vergiftung kommen, die sich beispielsweise mit Magen-Darm-Beschwerden äußert, wie hna.de berichtet.

„Normalerweise sind die Mengen an Solanin zu gering, um solche Reaktionen hervorzurufen. Trotzdem ist es ratsam, den Solanin-Gehalt so gering wie möglich zu halten“, sagt Ernährungsexpertin Sabine Hülsmann gegenüber der Verbraucherzentrale Bayern.

Gift-Gefahr: Das sind die Anzeichen für Kartoffeln mit erhöhtem Solaningehalt

  • Grüne Kartoffeln: Die grünen Stellen entstehen häufig durch falsche Lagerung, beispielsweise zu viel Licht. Kleine grüne Stellen können großzügig weggeschnitten werden, handelt es sich um größere grüne Stellen, sollte die Kartoffel besser weggeworfen werden.
  • Keimende Kartoffeln: Hier gilt dasselbe Prinzip - kleine Keime sind in Ordnung und können einfach entfernt werden. Hat die Knolle allerdings bereits mehrere Triebe gebildet oder sind diese lang, sollte sie nicht mehr gegessen werden.
  • Geschmack: Sollten die Kartoffeln einen untypischen Geschmack haben, sollten sie nicht mehr verzehrt werden. Ein bitterer Geschmack ist ebenfalls ein Hinweis auf einen erhöhten Solaningehalt – ähnlich wie bei Zucchini.
  • (Quelle: Öko-Test)
Kartoffeln können in seltenen Fällen giftig sein. Darauf ist zu achten.

Giftige Kartoffeln vermeiden – so kommt es erst gar nicht zu Anzeichen

Der Solaningehalt wird meistens durch eine falsche Lagerung bedingt. Mit diesen Tipps bewahrt man Kartoffeln richtig auf:

  • Kühl lagern, am besten unter 15 Grad Celsius. Wird es jedoch kälter, wandeln die Kartoffeln ihre Stärke in Zucker um, was für einen süßeren Geschmack sorgt.
  • Außerdem sollte die Kartoffel möglichst trocken gelagert werden. Sie sollte auf keinem Fall in Folie aufbewahrt werden, da es dort zu Feuchtigkeitsbildung kommen kann. Das erhöht zusätzlich das Risiko für Schimmelbildung.
  • Falls kein kühler, trockener Lagerort zur Verfügung steht, ist es sinnvoll kleinere Mengen zu kaufen und diese schnell aufzubrauchen, sodass sie gar nicht erst lange gelagert werden müssen.

In einer Untersuchung aus dem Jahr 2005 stellte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit fest, dass 92 Prozent der Proben unter 100 mg Solanin je Kilo Kartoffeln enthielten. Vergiftungserscheinungen treten jedoch laut VerbraucherFenster Hessen erst ab einem Wert von 1 mg pro Kilogramm Körpergewicht auf.

Rubriklistenbild: © Martin Wagner/Imago

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