Tipps für die Knolle

Kartoffel-Gefahr: Bei falscher Lagerung entwickeln sich Gifststoffe

Kartoffeln sind das beliebteste Gemüse in Deutschland. Doch die Knollen können auch giftig sein. Worauf Verbraucher unbedingt achten sollten.

Dortmund – Kartoffeln zählen zu den beliebtesten Gemüsesorten und sind wohl in den meisten Vorratskammern zu finden. Doch wer die Knollen zu lange oder falsch lagert, kennt das Phänomen von keimenden Kartoffeln oder grünen Flecken. Und die können unter Umständen giftig sein.

GemüseKartoffel
Wissenschaftlicher NameSolanum tuberosum
GattungNachtschattengewächse

Keimende Kartoffeln sind giftig: Das gibt es zu beachten

Aber wieso überhaupt „giftig“? Einige Gemüsesorten enthalten den giftigen Stoff Solanin, der zur Gruppe der Glykoalkaloide gehört. Dieser kommt vor allem in grünen und unreifen Kartoffeln vor. Auch in der Schale und den Keimen oder Keimlingen der Knolle ist Solanin besonders konzentriert vertreten.

Der Verzehr von Solanin kann schon bei geringen Mengen zu einer Vergiftung führen, wie Utopia berichtet. Die äußert sich dann durch Bauchschmerzen und -krämpfe, Durchfall oder generelles Unwohlsein. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) können drei bis fünf Gramm Solanin pro Kilogramm Körpergewicht im schlimmsten Fall sogar tödlich enden.

Keimende Kartoffeln sollten auf keinen Fall mehr verzehrt werden - sie können giftig sein

Deswegen sollte man es unbedingt vermeiden, stark keimende oder grüne Kartoffeln zu essen. Wenn zu viele oder besonders große Keime auf der Kartoffel sind, hilft es auch leider nicht mehr, sie zu entfernen. Das Gleiche gilt für viele oder große grüne Stellen. Denn das Solanin breitet sich in der gesamten Kartoffel aus. Ähnlich wie bei Schimmel ist der Vorgang nicht immer sichtbar.

Stark keimende Kartoffeln sollten nicht mehr gegessen werden.

Nicht einmal die Kartoffeln zu garen, also zu kochen oder zu backen, hilft gegen den giftigen Stoff. Denn Solanin ist bis zu einer Temperatur von 200 Grad Celsius beständig. Übrigens: Auch grüne Tomaten weisen einen hohen Solaningehalt auf. Deswegen sollten sie niemals verzehrt werden, wenn sie noch nicht reif sind. Bei Zucchini hingegen sorgt der Bitterstoff Cucurbitacin für Vergiftungen. Im schlimmsten Fall besteht sogar Lebensgefahr.

Vorsicht, Gift: Diese Faustregel gilt, wenn Kartoffeln schon Keime aufweisen

Als Faustregel bei keimenden Kartoffeln gilt: Maximal zwei bis drei kleine Keime sind an kleineren Kartoffeln unbedenklich. Bei größeren sind sogar vier bis fünf Keime noch vertretbar. Allerdings sollten die Keime nicht zu lang sein und die Knolle insgesamt noch prall wirken. Die Keime sollten großzügig abgeschnitten und die Kartoffeln sicherheitshalber geschält werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verzichtet lieber ganz darauf die Kartoffeln zu essen und entsorgt sie.

Kartoffeln richtig lagern: Das gilt es zu beachten

Wer Keime und grüne Stellen an seinen Kartoffeln vermeiden oder lange aufschieben möchte, sollte einiges beachten. Unter anderem sollten Kartoffeln mit Verletzungen im Laden bleiben. Diese können aufgrund von Schnitten von Quetschungen mehr Solanin enthalten (mehr Lifehacks bei RUHR24 lesen).

  • Kartoffeln sollten zu Hause dunkel gelagert werden. Licht lässt die Knollen schneller ergrünen.
  • Idealerweise sind Kartoffeln bei 10 Grad untergebracht. Kleine Abweichungen davon sind kein Problem, allerdings sollten Kartoffeln keiner direkten Sonne ausgesetzt werden.
  • Um Keime zu vermeiden, sollten die Kartoffeln nicht zu lange gelagert werden. Am besten nur so viele Kartoffeln zu kaufen, wie wirklich benötigt werden.

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

Mehr zum Thema