Viele Jobwechsel = schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt?

Wie viele Jobwechsel verträgt ein Lebenslauf?

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Nach der Ausbildung oder dem Studium in ein Unternehmen einsteigen, dort dreißig Jahre lang fest angestellt sein – lange Zeit galt das als der optimale Werdegang. Heute wird dies immer schwerer. Deshalb: Machen sich viele Jobwechsel schlecht im Lebenslauf? 

  • Viele Arbeitnehmer wechseln häufiger den Arbeitgeber.
  • Der Grund für den Jobwechsel ist ausschlaggebend.
  • Die eigenen Ziele sollten klar sein.

Heutzutage ist es nur noch selten üblich sein ganzes Arbeitsleben in einem Unternehmen zu verbringen. Der Arbeitsmarkt verändert sich, häufig sind Arbeitnehmer aufgrund von Umstrukturierungen und befristeten Arbeitsverträgen zu Jobwechseln gezwungen. Doch ist ein häufiger Jobwechsel problematisch im Lebenslauf? Sinken die Jobchancen ab einer bestimmten Anzahl von Arbeitgebern, für die du bislang tätig warst? Zuallererst können wir dich etwas beruhigen.

Kaum ein Arbeitnehmer wechselt im Verlauf der Karriere nicht mehrmals den Arbeitgeber. In manchen Branchen ist es sogar Gang und Gäbe, (mindestens) alle 3-5 Jahre eine neue Stelle anzutreten. Ein beruflicher Neustart ist mittlerweile also gar nichts Außergewöhnliches mehr. Es gibt sogar immer wieder Arbeitnehmer, die sich für einen Quereinstieg in eine ganz neue Branche entscheiden und damit erfolgreich sind. Fachkräftemängel in Bereichen wie Gesundheits-, Pflege- und Lehrerberufen schaffen dafür gute Voraussetzungen.

Die Jobwechsel gut erklären

Doch auch unabhängig von der Tatsache, dass Jobwechsel zur Normalität geworden sind, lässt sich nicht pauschal sagen, dass sie einen negativen Eindruck beim Personaler hinterlassen müssen. In vielen Unternehmen wird heutzutage sogar erwartet, dass die Bewerber Kenntnisse in verschiedenen Bereichen gesammelt haben und flexibel sind. Vielfalt und Know-How aus anderen Branchen sind gerne gesehen. In solchen Fällen kann der häufige Jobwechsel dazu beitragen, dass du als „Allrounder“ angesehen wirst und deine Chancen, die gewünschte Stelle zu bekommen, sogar steigen.

Daher kannst du deinen Lebenslauf ruhig etwas bewegter gestalten und damit gegebenenfalls extra Punkte bei deiner Bewerbung sammeln. Damit dies auch wirklich gelingt, ist eine gute Vorbereitung auf Bewerbung, Vorstellungsgespräch und Co. durch das Zurechtlegen von plausiblen Erklärungen und klaren Zielen eine Grundvoraussetzung. Wenn du nichts außer Unzufriedenheit als Grund für den Jobwechsel vorweisen kannst, kann das schnell nach hinten losgehen und zu einem negativen Eindruck beim Personaler führen.

Überlege dir sorgfältig durchdachte Argumente, die dir dabei helfen einen häufigen Jobwechsel zu begründen. Warum hast du deine Jobs wirklich gewechselt? Wie sehr hat dich dein Job ausgefüllt? Hast du dich vielleicht unterfordert gefühlt und dich nach neuen Herausforderungen gesehnt? Hattest du das Gefühl, in diesem Job gibt es keine Karrieremöglichkeiten, die zu deinen Vorstellungen passen? Höre in dich hinein – erst dann kannst du konstruktiv und logisch deine Entscheidungen gegenüber dem Personaler begründen.

Jobwechsel = Weiterentwicklung

An dieser Stelle ergibt sich auch die Gelegenheit, dem Personaler zu erklären, welche Erfahrungen du in den verschiedenen Jobs gesammelt hat. Mit Sicherheit hast du dich durch die Wechsel weiterentwickelt und kannst mit den dadurch erworbenen Fähigkeiten das Unternehmen voranbringen. Zudem solltest du dir genau überlegen, was genau dich an der angestrebten Stelle reizt. Werde dir klar darüber, was du dir beruflich vorstellst und welche Karrierepläne du hast. Je bewusster du dir deine Ziele vor Augen führst, desto besser kannst du beim Vorstellungsgespräch dein bisheriges Handeln begründen und positiv auslegen. Dein Lebenslauf kann den einen oder anderen Jobwechsel also gut vertragen, wenn du dich auf das nächste Vorstellungsgespräch gut vorbereitest und plausibel begründen kannst, warum du hin und wieder mal die Stelle gewechselt hast.

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