Verbraucher veräppelt

Käse-Hersteller führt Kunden hinters Licht – und erhöht heimlich den Preis

Ein bekannter Käse-Hersteller sparte 2022 beim Inhalt seiner Verpackungen. Die Verbraucherzentrale teilt eine Rüge aus.

Dortmund – Egal ob Chips, Schokolade oder Eis – es gibt viele Food-Variationen, bei denen gespart wird. Verbraucher werden durch solche Tricks in gewisser Weise veräppelt. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat nun die „Mogelpackung des Monats“ im Dezember gekürt. Ein Käsehersteller kommt gar nicht gut weg.

Leerdammer wird zur Mogelpackung des Monats gekürt – Verbraucher zahlen deutlich mehr

Bei Leerdammer ist nicht nur der Inhalt geschrumpft, sondern auch noch der Preis gestiegen. So zahlen Kunden im Vergleich zu Anfang 2022 mehr als 40 Prozent drauf. Betroffen ist nicht nur eine Käsesorte, sondern verschiedenste Produkte von Leerdammer. Damit hat das Unternehmen ein Versprechen eingebüßt, was es vor zwei Jahren gegeben hatte (mehr Supermarkt-News bei RUHR24).

Damals hieß es noch, dass es dauerhaft eine Scheibe mehr pro Packung geben würde. Die Verheißung hielt nicht lang. Die Füllmenge ist wieder um 20 Gramm auf 140 Gramm geschrumpft. Beim Leerdammer Caractère sind sogar nur noch 125 Gramm drin.

Zusätzlich ist der Preis im Schnitt auf stolze 2,50 Euro pro Käse-Packung angestiegen. Bei Großpackungen sind es dabei sogar zwei Scheiben weniger.

Mogelpackung des Monats – verschiedene Leerdammer-Sorten schneiden nicht gut ab

Auf der Internetseite wird der neue Inhalt sogar noch indirekt angepriesen: „Neuer Inhalt 140 Gramm“, heißt es hier, ohne die alte Füllmenge beim Klassiker anzugeben.

Diese Käsesorten von Leerdammer sind laut der Verbraucherzentrale von der Preiserhöhung betroffen:

  • Original
  • Delacrème
  • Legér
  • Caractère
  • Leerdammer Käse-Trio
  • Feine Scheiben zart-würzig

Hohe Milchpreise zwingen Milchkonzern zum Handeln – Leerdammer-Kunden zahlen drauf

Grund für den Preisanstieg könnte neben der Inflation die Übernahme von Leerdammer durch Lactalis sein. Zuvor hatte Leerdammer zur Firma Bel gehört. Doch auch vorher gab es laut der Verbraucherzentrale schon Preiserhöhungen und verringerte Füllmengen bei der Marke. Der Milchkonzern-Wechsel dürfte also nur indirekt etwas damit zu tun haben.

Leerdammer würde zur Mogelpackung des Monats gekürt.

Lactalis selbst schiebt die Erhöhung auf die steigenden Milchpreise. Auch die höheren Kosten für die Verpackungen, Öl, Gas und Strom habe den Konzern zu Erhöhungen gezwungen, heißt es. Erst im Herbst hatte ein Käse-Rückruf die Supermärkte und Verbraucher in Deutschland erschüttert.

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