Rote, weiße und schwarze Beeren

Johannisbeeren schneiden – Sommerschnitt sorgt für viele leckere Früchte

Johannisbeer-Sträucher sollten nach der Ernte geschnitten werden. Schwarze Johannisbeeren benötigen dabei einen anderen Rückschnitt als rote und weiße. 

NRW – Mit ihrem einzigartigen süß-sauren Geschmack sind Johannisbeeren die Sommer-Stars im heimischen Garten. Einmal gepflanzt sind Johannisbeer-Sträucher zugleich äußerst dankbar: Wer sie gut pflegt, kann mindestens zwanzig, dreißig Jahre lang schmackhafte Beeren ernten. Ein regelmäßiger Sommerschnitt sorgt dabei für eine üppigere Ernte im nächsten Jahr. 

Johannisbeerenauch: Ribiseln
Familie Stachelbeergewächse
wissenschaftlicher Name der GattungRibes

Johannisbeeren schneiden – wann der beste Zeitpunkt für den Sommerschnitt ist  

Johannisbeeren sind im Juli reif. Frühe Sorten können bereits zum Johannistag (24. Juni) gepflückt werden – diesem Umstand verdanken die Früchte auch ihren Namen.  

Nach der Ernte ist die perfekte Zeit für einen Rückschnitt. Dabei zu beachten: Frisch gepflanzte Sträucher sollten dann noch nicht geschnitten werden – der Sommerschnitt wird erst ab dem dritten Jahr nach der Pflanzung fällig (weitere Garten-Tipps auf RUHR24). 

Weiße und rote Johannisbeeren schneiden: Deshalb lohnt sich der Sommerschnitt 

Bei roten und weißen Johannisbeeren unterscheidet sich die Schnittart nicht. Der Grund: Die Beeren haben jeweils lediglich eine andere Farbe, sind aber botanisch nicht verschieden. 

Für den richtigen Rückschnitt ist zunächst die Unterscheidung in Gerüst- bzw. Haupttriebe, die das Gerüst des Strauches bilden, und Seitentriebe wichtig. Denn wie die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG Bayern) erklärt, tragen rote und weiße Johannisbeeren die meisten Früchte an den einjährigen Seitentrieben zwei- bis dreijähriger Gerüsttriebe.  

Ziel der Schnittmaßnahmen sei es daher, Vitalität und Wachstum genau dieser Triebe zu fördern – was wiederum zu einer reicheren Ernte mit längeren Trauben führt. Durch das regelmäßige Auslichten bekommen die Früchte zugleich mehr Licht, wodurch sie dicker und saftiger werden. 

Rote Johannisbeeren – ein Rückschnitt im Sommer sorgt für bessere Ernte. (Symbolfoto)

Weiße und rote Johannisbeeren schneiden: Wie schneidet man einen Johannisbeerstrauch? 

Grundsätzlich gilt: Ein dreijähriger Strauch besteht aus ca. acht bis zehn Gerüstästen. Diese Anzahl sollte mithilfe der Rückschnitte über die Jahre konstant gehalten werden. Laut den Experten von LWG Bayern und gartenjournal.net gehen Gartenbesitzer dazu beim Sommerschnitt wie folgt vor: 

  • Jährlich werden drei bis vier ältere Gerüsttriebe abgeschnitten. 
  • Stattdessen sollten von den einjährigen Gerüsttrieben pro Strauch ebenfalls drei bis vier stehen bleiben. Einjährige Triebe sind dabei leicht an ihrem geringeren Durchmesser sowie einer helleren Farbe zu erkennen. 
  • Darüberhinausgehende Neutriebe werden bodennah entfernt, sodass sich die Gesamtzahl der Gerüstäste insgesamt nicht erhöht.  
  • Im unteren Teil des Strauches werden zudem auch sämtliche Seitentriebe auf ca. 30 Zentimeter gekürzt. Denn hier bekommt die Pflanze zu wenig Licht, sodass weniger Beeren zu erwarten sind.  
  • Im oberen Teil des Strauches werden nur die älteren Seitentriebe (dreijährig und älter) nach der Ernte entfernt. 
  • Die ein- und zweijährigen Seitentriebe müssen hier hingegen unbedingt stehen bleiben – schließlich bilden sie in den kommenden zwei Jahren die meisten Früchte aus! 
Johannisbeeren: Junge Triebe sind leicht an ihrer helleren Farbe zu erkennen.

Schwarze Johannisbeeren schneiden: der optimale Zeitpunkt für Erhaltungsschnitt und Rückschnitt

Junge Sträucher der Schwarzen Johannisbeere sollten in den ersten drei Jahren im Frühling um rund ein Drittel gekürzt werden. Ab dem dritten Jahr erfolgt im Sommer nach der Ernte ein Erhaltungsschnitt.

Dabei werden alle schwachen oder zu eng stehenden Triebe entfernt. Der richtige Rückschnitt kann ebenfalls nach der Ernte erfolgen – die meisten Experten empfehlen ihn aber erst im Spätwinter. Im Herbst sollten Johannisbeersträucher – ebenso wie Lavendel – niemals geschnitten werden, da sonst Frostschäden drohen.

Schwarze Johannisbeeren schneiden: Junge Triebe erhalten, ältere auslichten

Anders als die roten und weißen Sorten tragen Schwarze Johannisbeeren die meisten Früchte an ihren einjährigen Langtrieben (langen Boden- und Seitentrieben), wie Mein-schöner-Garten.de erklärt. Bei Schwarzen Johannisbeeren gilt also: Wenige gut belichtete neue Triebe bringen mehr Früchte als viele ältere.

Daher ist beim Schneiden von Schwarzen Johannisbeeren darauf zu achten, möglichst viele neue Triebe zu erhalten. Ältere werden hingegen radikaler gekürzt:

  • Laut botanikguide.de sind zunächst die älteren Haupttriebe (dreijährig und älter) zu entfernen.
  • Zweijährige Haupttriebe werden bis zum zweiten oder dritten langen Seitentrieb gekürzt.
  • Zweijährige und noch ältere abgepflückte Langtriebe werden bis auf zwei Zentimeter eingekürzt, wie gartenjournal.net erläutert.
  • Sämtliche der neuen Lang- und Seitentriebe sollten aber unbedingt stehen bleiben, schließlich wachsen hieran im Sommer die Beeren. Junge Triebe sind auch hier an ihrer helleren Farbe zu erkennen.

Rubriklistenbild: © Regina Wolf/RUHR24; NomadSoul/Panthermedia/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

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