Zwischenfall in der Ukraine

Jodtabletten: Wegen Atom-Vorfällen im Ukraine-Krieg steigt die Nachfrage

In der Ukraine gab es einen Angriff auf ein Atomkraftwerk. Sollte man jetzt Jodtabletten nehmen?

Dortmund – Ergibt es aktuell Sinn, Jodtabletten präventiv zu nehmen? Russische Truppen haben am Freitag (4. März) im Süden der Ukraine ein Atomkraftwerk eingenommen. Bei den Kämpfen kam es auf dem Gelände zu einem Brand, weiß RUHR24*. Kurzzeitig gab es Alarmstimmung. Der Katastrophenschutz vor Ort gab kurz darauf Entwarnung.

MedikamentJodtablette
EreignisAtomkatastrophe
ThemaPräventiv einnehmen - ja oder nein?

Jodtabletten einnehmen: Vorfälle im Ukraine-Krieg rund um Atomkraftwerke sorgen für Präventivkäufe

Dieser Vorfall, die Einnahme Tschernobyls durch russische Truppen, wie der Merkur* berichtet, aber auch die Angst vor russischen Raketen und einem Atomkrieg*, bringt aktuell in Deutschland ein Phänomen mit sich: Die Nachfrage nach Jodtabletten steigt. Und so stellt sich die Frage: Sollte man präventiv Jod einnehmen?

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) warnte schon Ende Februar und hat eine eindeutige Antwort: Nein, Jodtabletten sollte man nicht präventiv einnehmen. Dafür gibt es mehrere Gründe (mehr Service-News* bei RUHR24).

Wann ist der richtige Zeitpunkt? Zu früh bringt nichts, zu spät bringt auch nichts. Es komme bei der Einnahme auf den richtigen Zeitpunkt an. Der Katastrophenschutz würde im Fall der Fälle eine Warnung herausgeben.

Einnehmen von Jodtabletten: Ergibt das aktuell Sinn?

Welche gesundheitlichen Risiken gibt es? Generell wird von einer sogenannten Selbstmedikation aufgrund von gesundheitlichen Risiken abgeraten. Es kann zu einer Schilddrüsenüberfunktion, einem Herz-Kreislaufversagen und zu anderen Nebenwirkungen wie erhöhter Puls, Schweißausbrüche, Zittrigkeit, Durchfall oder Gewichtsabnahme kommen.

Jodtabletten einnehmen. Wann und wo bekäme man im Falle einer Atomkatastrophe Medikamente?

Wer verteilt Jod-Tabletten und wo? Nach Angaben des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) gibt es einen Vorrat von circa 190 Millionen Jodtabletten in den Bundesländern in Deutschland. Dabei kommt es auf verschiedene Faktoren an.

Sowohl die Menge an Radioaktivität in der Region, als auch Wind- und Wetterverhältnisse sind entscheidend. Der Plan wäre es, Tabletten an Feuerwachen, Rathäusern, Apotheken oder Wahllokalen zu verteilen.

Alle Personen bis 45 Jahren würden Jodtabletten bekommen – die Dosierung ist vom Alter abhängig. Menschen über 45 Jahre würden aufgrund gesundheitlicher Risiken keine Tabletten bekommen.

Jodtabletten einnehmen: Warum eine Einnahme bei einer Atomkatastrophe sinnvoll ist

Warum helfen Jodtabletten? Bei einem Atomunfall können radioaktive Stoffe freigesetzt werden, auch radioaktives Jod. Wie das BfS schreibt, kann sich dieses Jod in der Schilddrüse anreichern und die Gefahr von Schilddrüsenkrebs immens erhöhen. Nicht-radioaktives Jod kann dies verhindern, wenn die Schilddrüsen damit zuvor gesättigt wurden.

Wie die Pharmazeutische Zeitung schreibt, waren Jodtabletten Anfang März (Stand 1. März) zum Teil bei Online-Apotheken nicht mehr verfügbar. In einem Katastrophenfall ergibt die Einname ohne Zweifel Sinn – aktuell ist dieser trotz der Vorfälle im Ukraine-Krieg* allerdings nicht gegeben. *RUHR24 und *merkur.de sind Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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