Von wegen High Speed

Internet zu langsam: Recht auf Entschädigung – aber nur mit Nachweis

Der Stream hängt, die Videokonferenz bricht ständig ab und das Laden einer Internetseite dauert eine gefühlte Ewigkeit. Hält der Anbieter nicht, was er verspricht, können Nutzer Entschädigung fordern.

Düsseldorf (dpa/tmn) - Vielerorts lässt in Deutschland die Internetverbindung noch zu wünschen übrig. Für Nutzer ist das mehr als nervenaufreibend. Noch ärgerlicher ist es aber, wenn der Anbieter, bei dem man seinen Digital-Vertrag abgeschlossen hat, einem einen Bären aufgebunden hat.

Internet ist zu langsam: Verbraucherzentrale gibt Nutzern Tipp

Wenn sich das versprochene «High Speed» als leeres Versprechen entpuppt, können sich Verbraucher nun dagegen wehren. Auf eine entsprechende Änderung des Telekommunikationsgesetzes weist die Verbraucherzentrale NRW hin.

Nutzer und Nutzerinnen müssen ihrem Anbieter dafür allerdings eine Messung vorlegen, die etwas Zeit und Geduld erfordert. Der Nachweis erfolgt ausschließlich über das Programm «Breitbandmessung» der Bundesnetzagentur.

Nutzer müssen langsames Internet nicht akzeptieren: So kann man Entschädigung fordern

Ab sofort steht es unter www.breitbandmessung.de für die Betriebssysteme Windows, macOS und Linux zur Verfügung. Nach der Messung gibt es ein Messprotokoll als PDF. Damit kann vom Anbieter eine Beitragsminderung gefordert werden.

Sollte man sich mit der Beitragsminderung nicht zufriedengeben, haben Nutzer seit dem 1. Dezember 2021 dank einem neuen Gesetz die Möglichkeit Verträge deutlich einfacher zu kündigen. Das gilt insbesondere für Mobilfunk- oder Internetverträge.

Rubriklistenbild: © Christin Klose/dpa-tmn

Mehr zum Thema