Vorsicht bei Cookies und Co.

Sicherheit im Internet: Bei falschen Einstellungen im Browser drohen üble Folgen

Bei Browsern im Internet drohen bei falschen Einstellungen Sicherheitslücken
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Egal ob Chrome oder Safari: Falsche Einstellungen beim Webbrowser haben oft Sicherheitslücken zur Folge.

Sei es Chrome, Firefox oder Safari: Zum Surfen im Internet nutzt jeder ohne Hinterfragen einen Browser. Wer jedoch die Einstellungen nicht richtig anpasst, öffnet Betrügern Tür und Tor.

Dortmund – Persönliche Einstellungen beim Internet-Browser? Dem ein oder anderen Nutzer ist möglicherweise noch nicht einmal bewusst, dass man beim Surfen im Internet individuelle Anpassungen und vor allem Sicherheitsvorkehrungen treffen kann. Doch gerade das ist besonders wichtig, erklärt RUHR24*.

Web- oder Internet-BrowserGoogle Chrome
Entwickelt von Google
Datum der Erstveröffentlichung2. September 2008
PreisKostenlos

Browser: Welcher Webbrowser gilt derzeit als der sicherste?

Für welchen Browser man sich entscheidet, hat unterschiedliche Gründe: Mal ist es ein besseres Surferlebnis, mal eine erhöhte Privatsphäre oder die personalisierten Suchergebnisse, die die Wahl auf einen bestimmten Webbrowser fallen lassen. Die Sicherheit steht dabei nicht bei allen Nutzern an oberster Stelle. Das kann fatale Folgen haben.

Aber eins vorweg: Die meisten Webbrowser gelten als relativ sicher und erkennen kritische Schadsoftware. So wurde unter anderem von Computer Bild, aber auch von der IT-Verbraucherplattform DieViren Google Chrome als sicherster Browser ausgewählt. Er bietet zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, die zu einer hohen Sicherheit beitragen und in Sachen Datenschutz gut abschneiden.

Auch Firefox und Opera reihen sich in Sachen Schutz vor Cyberkriminalität direkt hinter Chrome ein. Weniger gut schneiden der Safari-Browser von Apple und der Internet Explorer ab, der jedoch 2022 ohnehin komplett von Microsoft eingestellt* wird. Mit Microsoft Edge hat das Unternehmen jedoch nachgelegt und bietet in Sachen Sicherheit ebenfalls inzwischen einige Vorteile gegenüber den anderen Browsern. Doch genau hier liegt die Krux an der Sache. Denn wirklich sicher sind die Browser nur, wenn man auch die richtigen Einstellungen vornimmt (mehr Digital-News* bei RUHR24)

Einstellungen im Browser richtig anpassen: Sonst drohen Sicherheitslücken

Unbedachte Einstellungen im Webbrowser gehen meist auf Kosten der Sicherheit. Wer wenig oder gar nichts anpasst, gibt viel über sich preis. Dann haben nicht nur Unternehmen, die die Daten für personalisierte Werbung nutzen, leichtes Spiel, sondern auch Cyberkriminelle. Diese nutzen Sicherheitslücken, um Schadsoftware auf die Computer zu spielen und dadurch ebenfalls Daten abzugreifen.

Deshalb sollten Nutzer folgende Schritte unternehmen, um für mehr Sicherheit in ihrem Internet-Browser zu sorgen: Der erste Schritt sollte das Aufrufen des unter Einstellungen zu findenden Unterpunktes „Datenschutz und Sicherheit“ sein. Hier lassen sich alle individuellen Vorkehrungen in puncto Sicherheit vornehmen, die der jeweilige Browser zu bieten hat.

Der Mozilla Firefox-Browser gilt zwar als sicher, aber auch nur mit den richtigen Einstellungen.

Browser: Einstellungen anpassen – das ist zu tun

Wer beispielsweise personalisierte Werbung im Browser unterbinden oder möglichst reduzieren will, sollte sogenannte Third-Party-Cookies, die der Browser speichert, blockieren. Diesen Cookies bedienen sich vor allem Werbeunternehmen, um das Suchverhalten der Nutzer mitzuverfolgen und deren Interessen herauszufinden.

Die Browser Safari, Edge und Firefox haben unter Datenschutz- und Sicherheit bereits seit Jahren eine Einstellung vorbereitet, die erlaubt, dieses Tracking zu blockieren. Sie muss nur noch aktiviert werden. Google kündigte ebenfalls 2020 an, diese Cookies von Drittanbietern stoppen zu wollen. Doch inzwischen gibt es zahlreiche andere Methoden, wie die Nutzung des Internets zu verfolgen.

Was sind Cookies?

Cookies sind kleine Textdateien oder Daten, die eine Webseite im Internetbrowser speichert, wenn der Nutzer sie aufruft. Cookies können von den Webseitenbetreibern selbst oder von Dritten gesetzt werden, um eben personalisierte Werbung auszuspielen. Durch Cookies können aber auch Einstellungen im Webbrowser gespeichert werden oder dass beispielsweise ein Warenkorb beim Online-Shopping gefüllt bleibt, wenn man die Seite zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal aufruft. Cookies sind also nicht per se schlecht oder haben etwas mit gefährlichen Viren und möglicher Schadsoftware zu tun.

Arne Arnold vom Fachmagazin PC Welt rät dennoch dazu, diese sogenannten Third-Party-Cookies von Drittanbietern auszusperren. Denn dadurch lässt sich verhindern, dass zahlreiche Partnerseiten von besuchen Webseiten die Daten nutzen können.

Cookies von Drittanbietern im Webbrowser blockieren und andere Sicherheitsmaßnahmen treffen

Bei Google Chrome gibt es unter „Datenschutz und Sicherheit“ noch eine weitere Einstellung zu den Cookies. Der Unterpunkt „Seiten vorab laden, um das Surfen und die Suche zu beschleunigen“ ist hier von Haus aus aktiviert. Wie Dennis Kochinky von Computer Bild jedoch rät diese zu deaktivieren. Denn ansonsten kann Chrome automatisch Websites aufrufen, und der Nutzer erhält Cookies von diesen Seiten, auch wenn er sie gar nicht besucht. Das sollten Internet-User nicht hinnehmen, warnt Kochinky.

Vorsicht ist außerdem bei sogenannten Add-ons geboten. Mit diesen Erweiterungen können die Funktionen im Browser ausgebaut werden. Doch das Problem dabei ist, dass sich viele Anbieter mit der Installation der Add-ons weitreichende Rechte vom Nutzer einräumen lassen, um funktionieren zu können.

Einstellungen wie „Dieser Erweiterung erlauben, alle meine Daten auf von mir besuchten Websites zu lesen und zu ändern“ sind dabei keine Seltenheit, weiß Arnold. Damit jedoch könnten diese Erweiterungen auch den Nutzer tracken und sogar als Angriffswerkzeug verwendet werden, was in der Vergangenheit bereits geschehen sei. Nutzer sollten sich also gut überlegen, ob sie diese Erweiterungen im Webbrowser tatsächlich benötigen, denn dahinter versteckt sich oftmals eine Sicherheitslücke*.

Video: Phishing-Angriffe - Vorsicht bei WhatsApp und Mails

Sicherheitslücken bei Google Chrome und Co: Tipps für mehr Schutz im Internet

Wer all dem etwas aus dem Weg gehen will, sollte Google Chrome und andere Webbrowser als voreingestellte Suchmaschinen abwählen und stattdessen lieber auf eine Suchmaschine wie Startpage setzen, rät Arnold. „Die Suchergebnisse sind die gleichen, es werden aber die persönlichen Daten herausgefiltert.“

Hinzu kommt, wer einmal seine Einstellungen im Webbrowser angepasst hat, sollte dann die Suchmaschine, wenn möglich auf allen Geräten, also Smartphone, Tablet und Co. nutzen. Das erhöht nicht nur den Komfort, sondern auch die Sicherheit. Allerdings sollten Nutzer darauf achten, die Passwörter zusätzlich mit einem eigenen Passwort zu verschlüsseln, denn sonst könne der Browser-Hersteller sie mitlesen.

Die Verbraucherzentrale gibt dafür Tipps, was ein sicheres und gutes Passwort enthalten sollte. Und zwar:

  • Mindestens zehn Zeichen haben
  • aus Groß- und Kleinbuchstaben bestehen
  • Sonderzeichen enthalten
  • in keinem Wörterbuch zu finden sein

Das Lieblingstier, der letzte Urlaubsort oder die Namen der Kinder als Passwort zu wählen ist daher nie eine gute oder sichere Idee. Und: je sensibler der Zugang ist, desto mehr sollte der Fokus auf ein sicheres Passwort gelegt werden.*RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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