Influencer-Marketing

Instagram bald kostenpflichtig: App plant offenbar irre Gebühr für Nutzer

Instagram gehört zu den beliebtesten Apps der Welt. Nicht zuletzt, weil die Inhalte kostenlos sind. Doch das könnte sich bald ändern.

Deutschland/USA – Mit mehr als einer Milliarde Usern gehört Instagram weltweit zu den beliebtesten Smartphone-Apps. User können nicht nur selbst Inhalte posten, sondern auch Bilder, Stories und Reels von Influencern anschauen. Bis jetzt war dieses Angebot kostenfrei. Aber wie lange noch?

PlattformInstagram
UnternehmenMeta (vorher: Facebook)
Geschäftsmodellkostenlos

Instagram bald kostenpflichtig? Plattform führt Bezahlinhalte bei Influencern ein

Wie die Tagesschau am Donnerstag (20. Januar) berichtet, will Instagram seinen Influencern künftig die Möglichkeit geben, seinen Fans kostenpflichtige Abos anzubieten. Damit würde sich das Geschäftsmodell der Social-Media-Plattform, die seit Jahren zu Meta (ehemals Facebook) gehört, grundlegend ändern.

Bis jetzt sind auf Instagram sämtliche Inhalte – egal ob Story, Bild-Post oder Reel – kostenlos. Während sich die Plattform selbst durch Werbung finanziert, müssen die Influencer eigenständig dafür sorgen, dass sie mit ihrem produzierten „content“ Geld verdienen.

Influencer verdienen ihr Geld mit Werbung – Plattform hat mit ihrem Marketing wenig zu tun

Auch Influencer finanzieren ihre Arbeit hauptsächlich durch Werbeeinnahmen. Dabei nutzen sie Social-Media-Kanäle wie Instagram oder Facebook, um Produkte vorzustellen und ihren Fans entsprechende Empfehlungen auszusprechen. Im Bestfall werden die Produkte im Anschluss von den Fans gekauft.

Viele Influencer wie Cathy Hummels haben Kooperationen mit bekannten Marken und arbeiten regelmäßig mit diesen zusammen. Instagram selbst hat mit diesem sogenannten „Influencer-Marketing“ wenig zu tun. Das Unternehmen sorgt lediglich dafür, dass die Influencer eine Plattform bekommen, um ihre Produkte zu vermarkten.

Instagram will Influencern eine neue Verdienstmöglichkeit durch kostenpflichtige Inhalte geben

Doch genau das möchte Instagram offenbar ändern. Adam Mosseri, Chef der Plattform, erklärte am Mittwoch (19. Januar), dass Influencer „vorhersehbare Einnahmen“ bräuchten. Dafür seien kostenpflichtige Abonnements „eine der besten Möglichkeiten“, weil die Einnahmen normalerweise von Beitrag zu Beitrag schwanken.

Aktuell wird die Möglichkeit zu kostenpflichtigen Abos bei ausgewählten Influencern in den USA getestet. Die zahlenden User bekommen dort Zugang zu exklusiven Stories und Live-Sendungen. Gekennzeichnet sind sie durch ein lilafarbenes Symbol neben ihrem Namen, der sie deutlich von nicht zahlenden Usern unterscheidet. Influencer können sie dadurch in Kommentaren und Nachrichten besser erkennen.

Instagram würde durch Bezahlinhalte ebenfalls profitieren

In Deutschland ist eine Einführung eines solchen Updates bisher nicht geplant. Nach einem erfolgreichen Testdurchlauf in den USA ist es aber nicht unwahrscheinlich, dass deutschen Influencern künftig ebenfalls die Möglichkeit eingeräumt wird, kostenpflichtige Inhalte auf ihren Accounts anzubieten. Viele Social-Media-Plattformen, darunter OnlyFans oder Patreon, haben in den vergangenen Jahren verschiedenen Modelle eingeführt, um Influencern zusätzliche Verdienstquellen zu ermöglichen.

Für die Plattformen lohnt sich die Einführung kostenpflichtiger Premium-Inhalte besonders. Schließlich ist anzunehmen, dass die User dadurch stärker angelockt werden und noch mehr Zeit in den Apps verbringen. Die Unternehmen können dadurch mehr Werbung schalten und mehr verdienen.

Influencerinnen wie Cathy Hummels, Frau von BVB-Kicker Mats, verdienen durch Instagram viel Geld.

Brauchen Influencer wirklich eine „vorhersehbare“ Einnahmequelle?

Andererseits bleibt die Frage, ob Influencer tatsächlich „vorhersehbare Einnahmen“ brauchen. Laut einer Studie der Managementberatung Batten & Company und des Marktforschungsinstituts Appinio haben Deutschlands bekannteste Influencer einen Marktwert von bis zu 10,9 Millionen Euro. Angeführt wird das Ranking von der Mode-Bloggerin Leonie Hanne. Auf Platz 2 befindet sich Pamela Reif (10,4 Millionen) und auf Platz 3 Caro Daur (8 Millionen).

In einer Umfrage, über die shopify berichtete, gaben rund 42 Prozent der befragten Influencerinnen, dass sie 200 bis 400 Dollar pro Post berechnen. Wobei man normalerweise mit Einnahmen von 4 bis 13 Dollar pro Post pro 1000 Follower rechnet. Eine Influencerin oder ein Influencer mit einer Million Followern würde demnach mindestens 4000 und 13.000 Dollar kassieren. Ein Verdienst, der zwar wanken und daher „unvorhersehbar“ sein mag, aber definitiv höher ist, als in den meisten anderen Berufen.

Rubriklistenbild: © Yui Mok/dpa