Impfstart in Deutschland

Corona-Impfung: Studie klärt über bereits bekannte Nebenwirkungen auf

Am Samstag wurde die erste Seniorin in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft.
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Am Samstag wurde die erste Seniorin in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft.

Der Corona-Impfstoff ist da und es wird bereits geimpft. Doch welche Nebenwirkungen haben die Patienten zu befürchten?

Dortmund – Der Impfstoff gegen das Coronavirus ist da! Für viele ist das ein Grund zur Hoffnung. Hoffnung auf eine baldige Normalisierung des Lebens, Hoffnung auf Weihnachtsfest 2021 zusammen mit Freunden und Familie. Doch nicht alle Menschen haben so viel Vertrauen in den neuen Impfstoff von Biontech und Pfizer. Einige befürchten verheerende Nebenwirkungen und wollen sich von vornherein nicht impfen lassen. Wie berechtigt sind ihre Sorgen?

ImpfstoffBNT162b2
HerstellerBioNTech, Fosun Pharma, Pfizer
Art von ImpfstoffRNA

Nebenwirkungen der Corona-Impfung: 43.500 Menschen im Impf-Test

Es ranken sich einige Verschwörungstheorien rund um das Coronavirus und rund um die Impfung gegen das Virus – eine davon besagt, dass der Impfstoff nicht ausreichend getestet wurde und so die Nebenwirkungen nicht abgesehen werden können. Das ist allerdings nur halb wahr. Zwar können langfristige Wirkungen noch nicht vorhergesagt werden. Aber der nun zugelassene und verabreichte Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer wurde bereits an tausenden Menschen vor Zulassung getestet.

In der Zeit von Ende Juli bis Mitte November wurde der Impfstoff in einer Studie mit insgesamt rund 43.500 Probanden getestet. Der Hälfte der Studienteilnehmer wurde der Impfstoff BNT162b2 verabreicht, die restlichen Teilnehmer bekamen ein Placebo. Die Ergebnisse der Studie sind am 10. Dezember im New England Journal of Medicine veröffentlicht worden.

Nebenwirkungen der Corona-Impfung von Biontech und Pfizer

Bei der Studie zum Corona-Impfstoff wurden folgende Nebenwirkungen registriert:

  • Abgeschlagenheit und Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Durchfall
  • Muskelschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Fieber
  • Schmerzen an der Einstichstelle

Dabei treten die Nebenwirkung der Corona-Impfung nicht zwangsläufig auf. Laut Robert Koch-Institut (RKI) kommt es besonders häufig zu Schmerzen an der Einstichstelle (mehr als 80 Prozent), Abgeschlagenheit (mehr als 60 Prozent) und Kopfschmerzen und Frösteln (mehr als 30 Prozent).

Nebenwirkungen der Coronavirus-Impfung meist mild und schnell wieder vorbei

Seltener sind Nebenwirkungen wie Übelkeit und Rötungen an der Einstichstelle (zwischen 1 und 10 Prozent). Lymphknotenschwellungen, Schlaflosigkeit, Schmerzen in Arm oder Bein, Unwohlsein, Juckreiz an der Einstichstelle kommen nur in 0,1 bis 1 Prozent der Fälle vor.

Kommt es zu Nebenwirkungen, sind meistens eher jüngere Menschen davon betroffen. Laut RKI seien die Impfreaktionen meistens mild oder mäßig ausgeprägt und treten häufig nach der zweiten Impfung innerhalb von zwei Tagen auf. Nur selten halten sie länger als ein bis zwei Tage an. 24hamburg.de berichtet über Nebenwirkungen*, die möglicherweise noch unbekannt sind.

Covid-19-Impfung: Körper reagiert auf den Bauplan des Coronavirus

Wie auch bei anderen Impfungen – wie der Grippe-Impfung – sind solche Reaktionen des Körpers nicht ungewöhnlich. Es ist eine Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff (alle News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Wie der Merkur berichtet, seien diese Impf-Reaktionen* des Körpers normal. Das Immunsystem reagiere laut Paul-Ehrlich-Institut (Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel) und RKI genau richtig und wehrt die „Eindringlinge“ ab. Denn mit der Impfung wird der Bauplan für das Coronavirus verabreicht. Nachdem diese Erbinformation von den Zellen zunächst reproduziert wird, stufen Zellen ihn schließlich als feindlich ein und bekämpfen ihn.

Impfung gegen das Coronavirus: Allergische Reaktion als Nebenwirkung möglich

Nach der Impfstoff-Studie zeigte sich allerdings eine weitere Nebenwirkung. Während der Biontech/Pfizer-Stoff in Großbritannien bereits im Einsatz war, zeigten einige wenige Geimpfte größere allergische Reaktionen, wie das ZDF berichtet. Daraufhin riefen die Behörden dazu auf, dass Menschen mit einer signifikanten Allergiegeschichte sich nicht impfen lassen sollen.

Bei diesen starken Reaktionen muss es sich allerdings nicht zwangsläufig um eine Reaktion speziell auf den Corona-Impfstoff handeln. Wie Leif Erik Sander, Infektiologe an der Berliner Charité, gegenüber dem ZDF erklärt, handelte es sich bei den Fällen in Großbritannien um Menschen mit lebensbedrohlichen Allergien. Diese Menschen hätten demnach bei jeder Impfung ein hohes Risiko.

Video: Das müssen Allergiker über Corona-Impfung wissen

Impfkomplikationen selten: Vier Fälle von Gesichtslähmung

Impfkomplikationen (Folgen der Impfung, die den Gesundheitszustand der geimpften Person deutlich belasten) sind bislang nur sehr selten vorgekommen. Das RKI berichtet im Aufklärungsmerkblatt zu Schutzimpfung gegen Covid-19 von vier Fällen.

Demnach wurden vier Fälle (zwischen 0,1 und 0.01 Prozent) von akuter Gesichtslähmung beobachtet. Ob diese allerdings ursächlich im Zusammenhang mit der Corona-Impfung stehen, wird aktuell noch untersucht. „Weitere schwerwiegende Komplikationen wurden in den klinischen Studien nicht beobachtet“, heißt es weiter. *Merkur.de und 24hamburg.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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