Warnung von Biontech und Pfizer

Allergische Reaktion durch Corona-Impfung: Für wen jetzt eine Gefahr bestehen kann

In Großbritannien hat man bereits mit der Massenimpfung gegen das Coronavirus begonnen. Nun haben zwei Personen allergisch reagiert. Was das bedeutet.

London - Da in Großbritannien der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer mittels Notzulassung schon freigegeben wurde, hatte man dort am Dienstag (8. Dezember) bereits mit der Massenimpfung begonnen. Doch direkt am ersten Tag der Impfkampagne haben zwei Personen allergische Reaktionen gezeigt.

BiotechnologieunternehmenBiontech SE
SitzMainz
Gründung2008 von Uğur Şahin und Özlem Türeci
SchwerpunktErforschung von Medikamenten auf mRNA-Basis

Corona-Impfung: Zwei Personen reagierten allergisch auf Biontech-Pfizer-Impfstoff

In einem ersten Schritt werden in Großbritannien ältere Menschen und Mitarbeiter des Gesundheitssystems gegen das Coronavirus geimpft. In der Deutschland wird der Fahrplan der Corona-Impfung ähnlich aussehen.

Doch kurz nach dem Start der britischen Impfkampagne sollen zwei Mitarbeiter des nationalen Gesundheitsdienstes (NHS) allergische Reaktionen gezeigt haben, nachdem sie die Impfung erhalten hatten. In einer Patienteninformation war auf juckenden Hautausschlag, Atemnot und Schwellungen des Gesichts und der Zunge hingewiesen worden, wie das ZDF berichtet.

Sie mussten entsprechend behandelt werden. Doch „beide erholen sich gut“, sagte NHS-Chef Stephen Powis am Mittwoch in London. Außerdem soll es bei beiden Personen eine entsprechende Vorgeschichte mit Allergien geben.

Allergische Reaktion nach Corona-Impfung: Behörde zieht Konsequenz

So sollen beide Mitarbeiter so anfällig für Allergien sein, dass sie immer ein Notfallset mit einer Adrenalin-Spritze bei sich tragen. Das Hormon verengt bei einem allergischen Schock die Blutgefäße und erweitert die Atemwege.

Auch wenn die beiden geimpften Personen bereits vorab an Allergien litten, zog die britische Arzneimittelbehörde MHRA nun eine drastische Konsequenz und sprach eine Warnung aus: Menschen mit einer signifikanten allergischen Vorgeschichte, sollten den Corona-Impfstoff nicht bekommen, darüber berichtet auch der Merkur.de*. Außerdem sollen alle Menschen, die eine Corona-Impfung erhalten, nun vor der Verabreichung nach möglichen Allergien gefragt werden.

Eine 90-jährige Britin war die erste, die in Großbritannien eine Corona-Impfung erhielt.

Ob das bei den beiden Mitarbeitern nicht gemacht wurde oder ob sie mögliche Informationen zurückgehalten hatten, ist bislang unklar. Die MHRA will der Sache nun nachgehen und konkretisierte ihre Warnung noch einmal.

Corona-Impfung: Personen mit allergischer Vorgeschichte dürfen nicht geimpft werden

So heißt es: „Personen mit einer Vorgeschichte eines anaphylaktischen Schocks bei Impfungen, Arznei- oder Lebensmitteln sollten den Pfizer/BioNTech-Impfstoff nicht erhalten. Die zweite Dosis sollte niemandem verabreicht werden, bei dem nach Verabreichung der ersten Dosis dieses Impfstoffs eine Anaphylaxie aufgetreten ist.“

Konkret bedeutet das, Menschen die in der Vergangenheit auf Folgendes allergisch reagiert haben, sollten zunächst nicht gegen das Coronavirus geimpft werden:

  • Andere Impfstoffe
  • Arzneimittel
  • Lebensmittel

Warnung vor Corona-Impfung reine Vorsichtsmaßnahme

Bei der Warnung handle es sich allerdings um eine reine Vorsichtsmaßnahme, wie der britische NHS-Chef Stephen Powis mitteilte. Das sei bei neuen Impfstoffen so üblich. Und auch Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts stellte klar, dass es sich bei den bisherigen Nebenwirkungen um Einzelfälle gehandelt habe. Die Daten seien noch zu frisch, um eine erste Bilanz ziehen zu können (alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de)

Ob die Erfahrung aus Großbritannien nun auch den Umgang in Deutschland mit dem Corona-Impfstoff beeinflussen wird, bleibt abzuwarten. „Möglicherweise wird es die gleiche Empfehlung geben, Allergiker nicht zu impfen“, so der Allgemeinmediziner Dr. Specht gegenüber RTL (alle News zu Corona in NRW im Live-Ticker von RUHR24.de).

Allergische Reaktion nach Corona-Impfung: Biontech und Pfizer kündigen Unterstützung an

Auch die Biotechnologie-Unternehmen Biontech und Pfizer, die den Impfstoff entwickelt hatten, wurden über die allergischen Reaktionen informiert. Sie kündigten ihre Unterstützung bei der Aufklärung der Nebenwirkungen an, verwiesen jedoch zugleich auf die positiven Ergebnisse der klinischen Studien.

So konnte in der dritten und letzten Testphase zu dem Corona-Impfstoff festgestellt werden, dass er von den Teilnehmern gut vertragen worden sei. Wie Biontech im November mitteilte, wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen bei der Corona-Impfung festgestellt. Weitere Zusammenhänge mit Allergien und Nebenwirkungen müssten jetzt aber nach und nach geprüft werden. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa

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