Corona-Impfausweis ab Sommer?

Corona-Impfung: Erste Pläne für digitalen Impfpass liegen vor

Auch in Deutschland ist der digitale Impfpass beschlossene Sache. Die Umsetzung dauert allerdings noch – mit einer Ausnahme.

Nordrhein-Westfalen – Die Diskussion über mögliche Privilegien für Personen, die gegen Corona geimpft sind, entfacht immer wieder aufs Neue. Zuletzt war der Zugang beispielsweise für Konzerte nur für Corona-Geimpfte im Gespräch. Auch einige Länder haben angekündigt, Einreisebestimmungen an die Corona-Impfung zu koppeln. Ein digitaler Impfpass könnte die Debatte begünstigen – ersten Informationen zufolge soll es sogar schon erste Pläne der Bundesregierung geben.

DokumentImpfausweis
ZweckNachweis über Impfungen, die eine Person erhalten
VorgabenErhalt bei Geburt, nach den Richtlinien der WHO

Digitaler Impfausweis in Deutschland – wo es bereits Realität ist

Während deutschlandweit noch über einen digitalen Impfpass diskutiert wurde, hat der bayrische Landkreis Altötting Eigeninitiative ergriffen und eine elektronische Impfkarte vergeben – allerdings bislang beschränkt auf den Nachweis der Corona-Impfung.

Personen, die die zweite Impfdosis erhalten haben, hatten die Möglichkeit sich freiwillig einen Ausweis ausstellen zu lassen. Der Pass war mit einem QR-Code versehen, hinter diesem Daten wie Name, Geburtsdatum, Wohnort, Fotos des Geimpften, Impfstoff und die beiden Impftermine hinterlegt waren.

Impfausweis in digitaler Form: Was die deutsche Regierung plant

Nach Angaben des Landkreises soll das Vorgehen mit dem Gesundheitsministerium abgestimmt gewesen sein. Könnte die Umsetzung aus Altötting nun Vorreiter für einen deutschlandweiten digitalen Impfpass sein? Auch in Israel hat man im Zuge der Corona-Pandemie einen digitalen Impfpass, einen sogenannten grünen Pass eingeführt.

Dieser gibt Aufschluss darüber, ob jemand gegen Covid-19 geimpft ist. Besitzern einer solchen Impfkarte soll künftig der Zugang zu Restaurants, Kinos oder Fitnessstudios ermöglicht werden. In der Deutschland lehnt man bundesweit solch einen digitalen Impfpass noch ab. Er wäre nicht mit dem Grundgesetz zu vereinen und würde eine Zwei-Klassen-Gesellschaft begünstigen, heißt es aus Regierungskreisen.

Digitaler Impfausweis: Bayrischer Landkreis als Vorbild für bundesweites Vorhaben

Doch Informationen von Bild und Business Insider zufolge sieht es hinter den Kulissen der deutschen Bundesregierung etwas anders aus. So sollen bereits erste Pläne erarbeitet werden, die die Einführung eines digitalen Impfpasses vorsehen. Das Vorbild: Die elektronische Impfkarte aus dem bayrischen Landkreis Altötting.

Der bayrische Landkreis Altötting hat bereits eine digitale Impfkarte für Personen mit Corona-Impfung ausgestellt.

Das Problem hierbei sei jedoch, dass das System aus Bayern nicht mit anderen europäischen Staaten kompatibel ist. Aktuell arbeite man daher an einer Lösung, die das ermöglichen könnte. Auch große Firmen wie Microsoft oder Oracle arbeiten bereits an einer sicheren Umsetzung eines digitalen Impfpasses.

Digitaler Impfausweis als Teil der elektronischen Patientenakte

Laut Bild ist die Umsetzung des digitalen Impfausweises bereits relativ konkret. So ist es vorgesehen, dass der elektronische Impfausweis als Erweiterung der digitalen Patientenakte kommen soll. Auf die haben Patienten bereits seit dem 1. Januar dieses Jahres Anspruch.

Die elektronische Akte bündelt alle Informationen über die Person: Medikamente, Überblick über Vorsorge- und Kontrolltermine, behandelnde Ärzte und so weiter. Als Erweiterung soll nun auch die Information über die Impfungen Teil der Patientenakte sein.

Allerdings mit einem Problem. So wird die Umsetzung des digitalen Impfpasses für Smartphones und andere mobile Endgeräte erst im Jahr 2022 erfolgen (alle Entwicklungen zur Corona-Pandemie auf RUHR24.de).

Digitaler Impfausweis kommt erst 2022 – allerdings mit Ausnahme für die Corona-Impfung

Ein digitaler Nachweis allein für die Corona-Impfung soll allerdings schon früher kommen: Man habe sich auf europäischer Ebene für einen digitalen Nachweis entschieden, der bereits im Sommer im Einsatz sein soll. Dabei soll es sich nicht um einen richtigen Impfpass, sondern um einen Impfausweis handeln. Wie dieser genau funktioniert, ist noch nicht bekannt – vermutet wird laut WDR eine App oder ein Code, der per Computer ausgedruckt werden kann.

Damit dürfte die Diskussion über mögliche Privilegien für Corona-Geimpfte wieder neu entfacht werden. Denn auch Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission des Bundes, zeigte sich diesbezüglich offen als er sagte: „bei Kinos, Theatern, Restaurants und auf Fluglinien, kann ich mir einen solchen Nachweis sicher vorstellen“. Und weiter: „International ist das ja schon vielfach eingeführt, ist damit bei uns gar nicht zu verhindern.“

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt, Arne Dedert/dpa, Collage: RUHR24.de

Mehr zum Thema