Alltours war Vorreiter

2G-Pflicht im Urlaub: Erste Reiseveranstalter akzeptieren keine Corona-Tests mehr

Die Corona-Impfung wird auf Reisen immer wichtiger. Erste Reiseveranstalter akzeptieren bereits keine Tests mehr. Mitreisen darf nur, wer geimpft oder genesen ist.

Deutschland – Die Herbstferien rücken immer näher. Und auch im zweiten Pandemiejahr blicken viele Menschen bei der Wahl ihres Urlaubsziels auf die dortigen Corona-Zahlen. Denn noch immer ist die Gefahr einer Ansteckung nicht gebannt – insbesondere Ungeimpfte infizieren sich aktuell. Viele Länder planen daher aktuell schärfere Regeln für Ungeimpfte. Erste Reiseanbieter haben darauf jetzt reagiert – und bieten Reisen nur noch für Geimpfte oder Genesene an.

CoronavirusSars-CoV-2
InfektionskrankheitCovid-19
häufige SymptomeHusten, Schnupfen, Fieber, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

Urlaub nur noch für Geimpfte – Alltours war in Deutschland Vorreiter

Als allererster Reise-Anbieter in Deutschland kündigte Alltours bereits im Februar 2021 an, in der Herbst-Saison zu einigen seiner Hotels nur noch Geimpften Zutritt zu gewähren. Betroffen von der Regel seien die 35 Allsun-Hotels auf Mallorca, den Kanaren und in Griechenland, erklärte Alltours in der damaligen Pressemitteilung.

Der Inhaber von Alltours, Willi Verhuven, führte an: „Wir wollen allen Gästen höchstmögliche Sicherheit bieten, damit sie ihren Urlaub entspannt genießen können“. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) aktuell berichtet, ziehen jetzt weitere Anbieter nach.

Urlaub in einigen Alltours-Hotels ist bald nur noch mit Impfung möglich. (Symbolbild)

Urlaub nur noch für Geimpfte – Busreiseunternehmen führt 2G ein

Einige Veranstalter machen sogar noch vor Vorreiter Alltours ernst mit 2G: Während der Düsseldorfer Reiseveranstalter ab dem 31. Oktober nur noch Geimpfte in seine Allsun-Hotels lässt, gilt beim Reiseunternehmen Leitner aus Allersberg im Landkreis Roth bereits ab dem 1. Oktober die 2G-Regel (weitere News rund um Urlaub auf RUHR24).

Laut einem Bericht von RTL News habe der auf Busreisen spezialisierte Anbieter seine Kunden bereits Ende August per E-Mail über die Neuregelung unterrichtet. Gegenüber RTL erklärt Leitner-Geschäftsführer Christoph Führer, das Unternehmen sei dabei keinesfalls politisch motiviert gewesen.

Vielmehr sei der Grund ein ganz praktischer: Denn ungeimpfte Gäste führten immer wieder zu organisatorischen Problemen. Beispielsweise müssten die Busreisenden bei der Rückkehr aus der Schweiz einen PCR-Test machen. Dabei wäre bereits bei nur fünf Tests ca. eine Stunde Aufenthalt einzuplanen.

Urlaub 2021: Reiseländer verschärfen für Ungeimpfte – Anbieter ziehen nach

Ebenfalls ab dem 1. Oktober nimmt auch das Münchner Unternehmen Studiosus, das auf Studienreisen spezialisiert ist, nur noch geimpfte Gäste mit. Auch hier stehen offenbar organisatorische Gründe im Vordergrund, wie auf der Webseite des Veranstalters ersichtlich wird.

Studiosus erklärt dort, man beobachte in vielen Reiseländern eine „deutliche Verschärfung der behördlichen Vorgaben für Getestete.“ Die Bestimmungen für Geimpfte und Genesene blieben hingegen unverändert. Das gelte auch für Restaurants oder Hotels, die vielfach bereits den Schritt hin zu 2G planten. Aufgrund dieser zu erwartenden Verschärfungen sei 2G ab Oktober Teilnahmevoraussetzung – bei Neubuchungen sogar bereits ab dem 1. September.

Wie das Reiseportal Reise vor9.de berichtet, führt auch Lernidee Erlebnisreisen aus Berlin ab dem 1. November 2G ein. Deren Geschäftsführer Nurlan Mukash habe erklärt, es sei „für die Planung und Durchführung von Reisen heute unerlässlich, Gruppen mit einheitlichem Status reisen zu lassen.“

Reiseveranstalter: 2G wird sich im Urlaub langfristig durchsetzen

Ebenso wie Studiosus verweist auch Lernidee Erlebnisreisen dabei darauf, dass die Bestimmungen in vielen Reiseländern schärfer würden. Der Geschäftsführer geht davon aus, dass sich 2G bei Reisen langfristig durchsetzen werde. Und auch Leitners Geschäftsführer Christoph Führer rechnet laut RTL-Bericht damit, dass viele Unternehmen der Branche nachziehen werden.

Umsatzverluste befürchten die Reiseanbieter dabei offenbar nicht. Nach Angaben von Leitner habe das Unternehmen nach der Einführung der 2G-Regel einen regelrechten Buchungs-„Boom“ erlebt. Auch die anderen Veranstalter betonen, dass die meisten ihrer Gäste ohnehin geimpft seien.

Rubriklistenbild: © Tolga Bozoglu/dpa

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