Impfzentren, Ärzte, Apotheken

Digitaler Impfpass wird ab heute ausgestellt: Spahn erklärt Verfügbarkeit und Anwendung

Jens Spahn bei der Bundespressekonferenz
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Ab Donnerstag (10. Juni) wird in Deutschland der digitale Corona-Impfpass ausgestellt. Er ist in Impfzentren, bei Ärzten oder in Apotheken erhältlich.

Update, Donnerstag (10. Juni), 12.05 Uhr: In einer gemeinsamen Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts (RKI) und dem Bundesgesundheitsministerium haben Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und RKI-Chef Lothar Wieler am Donnerstag Neuigkeiten zum digitalen Impfass mitgeteilt. Grundsätzlich sei Spahn mit der Impfkampagne zufrieden. Heute sei eine neue Rekordzahl an Impfdosen verabreicht worden. 47 Prozent der Deutschen hätte mindestens eine Dosis erhalten.

Mitglied des Deutschen BundestagesJens Spahn
Geboren16. Mai 1980 (Alter 40 Jahre), Ahaus
ParteiChristlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)
AmtBundesminister für Gesundheit

Um die vollständige Impfung nachzuweisen, gäbe es den bekannten gelben Impfpass und den neuen digitalen Impfnachweis, der ebenfalls europaweit gültig ist. Erster solle auf jeden Fall seine Gültigkeit behalten, erklärte Spahn. Schritt für Schritt würden Impfzentren und Arztpraxen den digitalen Impfass nutzen können. „Aber es werden ihn nicht gleich sofort alle nutzen können“, so Spahn. Dieser Prozess würde noch einige Wochen dauern.

Das digitale Impfzertifikat, also der individuelle QR-Code, würde in den nächsten Wochen von den Bundesländern postalisch versendet - allerdings nur für diejenigen, die sich in einem Impfzentrum haben impfen lassen – alle anderen bekommen ihren Code gegen Nachweis beim Arzt oder in der Apotheke (siehe Update von 9.36 Uhr). Der digitale Impfpass kann dann via QR-Code in der Corona-Warn-App hinterlegt werden.

Digitaler Corona-Impfpass ab heute erhältlich - wo es ihn gibt

Update, Donnerstag (10. Juni), 9.36 Uhr: Am heutigen Donnerstag (10. Juni) geht der digitale Impfpass in Deutschland an den Start. Dafür brauchen Impflinge die neue App „CovPass“ oder die bereits bekannt Corona-Warn-App. Damit kann dann ein Code gescannt werden, der den digitalen Impfpass enthält.

Die Apps mit dem digitalen Impfausweis soll als Beleg bei gelockerten Corona-Beschränkungen eingesetzt werden können. Der digitale Impfpass soll zunächst eine Ergänzung zum gelben Impfausweis aus Papier sein, der weiterhin seine Gültigkeit behält. Wer kein Smartphone hat, kann sich den Code für den digitalen Impfpass auf einem Blatt Papier drucken lassen und diesen bei Bedarf vorzeigen.

Impfzentren sollen den Code für den digitalen Impfausweis ausgedruckt per Post an bereits Geimpfte zuschicken. Außerdem können Ärzte und auch Apotheken ein Zertifikat erstellen. Viele Apotheken wollen dies ab kommendem Montag (14. Juni) anbieten, wie die Branchenvereinigung ankündigte. Welche Ärzte das Zertifikat ausstellen und wann genau, sollten Impflinge am besten vorab in Erfahrung bringen.

Update, Mittwoch (9. Juni), 9.39 Uhr: NRW - Der Start für den digitalen Impfpass in Deutschland rückt näher. Schon ab kommenden Montag (14. Juni) soll man sich in vielen Apotheken den digitalen Impfnachweis einer vollständigen Corona-Impfung nachträglich ausstellen lassen können, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) mitteilt.

Ebenfalls am 14. Juni soll die App „CovPass“ laut dem Bundesgesundheitsministerium in den App-Stores für Smartphones zur Verfügung stehen. Zukünftig könne man den digitalen Impfnachweis auch in Arztpraxen oder Impfzentren erstellen lassen um ihn dann via Smartphone nutzen zu können. Auch nachträgliche Ausstellungen sollen dann weiterhin möglich sein, etwa bei Ärzten und Apotheken. Vor dem bundesweiten Start wurde ein Testlauf in ausgewählten Impfzentren gestartet.

NRW: Digitaler Impfpass kommt - aber nicht für alle

Erstmeldung, Donnerstag (29. April): Die Corona-Pandemie breitet sich weiter in NRW und anderen Teilen von Deutschland aus. Umso wichtiger sind daher die Impfungen gegen Covid-19. Dafür soll es schon bald den digitalen Impfpass geben, wie unter anderem msl24.de* berichtet.

Digitaler Impfpass bald verfügbar? Start-Termin für neue „Corona-App“ noch unklar

Ein Vorteil des digitalen Impfpasses liegt klar auf der Hand: Denn suchen muss man die elektronische Variante im Gegensatz zur klassisch-gelben Version nicht lange. Eine Impf-App soll dem entgegenwirken. Und lange soll die Wartezeit nicht mehr dauern.

„Zum Ende des zweiten Quartals 2021“ plant das Bundesgesundheitsministerium (BMG) schon den Start des elektronischen Impfausweises - eigentlich. Denn an anderer Stelle ist erst vom „Beginn der zweiten Jahreshälfte 2021“ die Rede, wie Öko-Test schreibt. Doch nicht nur um den Termin gibt es aktuell noch einige Unsicherheiten.

Auch die Frage, welche „Privilegien“ Personen, die gegen das Coronavirus geimpft sind und den digitalen Impfpass besitzen, ist offenbar noch nicht abschließend geklärt. So ist beispielsweise bislang umstritten, ob mithilfe des digitalen Ausweises schon im Sommer Reisen innerhalb von Europa ohne Einschränkungen möglich sein sollen. Auch beim Einkaufen oder Eintritt in Museen sollen Geimpfte Vorteile genießen dürfen, wenn es nach Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) geht.

Digitaler Impfpass: elektronischer Ausweis soll Corona-Warn-App ergänzen

Immerhin - wie der Impfpass funktionieren soll, ist scheinbar schon festgelegt. Die kostenlose Anwendung für das Smartphone soll die Corona-Warn-App ergänzen. Hat ein Patient beispielsweise eine Corona-Impfung erhalten, soll es für Impfzentren und Ärzte anhand des digitalen Impfpasses möglich sein, ihm ein Zertifikat mit QR-Code auszustellen, wie auch wa.de* berichtet. Dieser kann dann mit dem Smartphone gescannt werden. Auch in die Warn-App kann das Ergebnis übertragen werden.

Doch nicht nur Informationen über Impfungen können in der App gespeichert werden. „In dem digitalen Dokument sollen Impfnachweise, Tests und überstandene Infektionen hinterlegt werden – und zwar fälschungssicher“, schreibt das Handelsblatt zu den Funktionen des elektronischen Passes.

Corona-Impfungen bei Ärtzen können vermutlich bald auch in den digitalen Impfpass eingetragen werden.

Der digitale Impfpass soll nach Informationen vom „Deutschlandfunk“ ein „grünes Dokument“ darstellen, durch das Urlaubern Corona-Tests und Quarantäne erspart bleiben. Da die Daten über Impfungen in der App nur für den Patienten selbst dauerhaft einsehbar sein sollen, brauchen Reisende nach den aktuellen Überlegungen noch eine sogenannte „Prüf-App“ auf dem Smartphone. Darin sollen laut Öko-Test nur Impfstatus, Name und Geburtsdatum für Flugpersonal einsehbar sein (weitere digitale Service-News bei RUHR24).

Digitaler Impfausweis: Papier-Variante weiterhin eine Option für Patienten

Corona-Warn-App, digitaler Impfausweis, Prüf-App - wem die Flut an Apps zu groß ist, der muss dennoch nicht verzweifeln. Die gewöhnlichen gelben Heftchen sollen trotz der Neuerungen nicht bei den Impfungen wegfallen, denn verpflichtend wird die neue Anwendung offenbar nicht.

Schließlich kann nicht vorausgesetzt werden, dass jeder Bürger Deutschlands ein Smartphone besitzt und es auch bedienen kann. So sollen beide Optionen parallel für die Patienten verfügbar sein. Reisende sollen laut RTL.de dann „einen Ausdruck der digital einlesbaren Impfbescheinigung als QR-Code auf Papier“ erhalten (mehr Infos zum Coronavirus in NRW im Live-Ticker bei RUHR24).

Digitaler Impfausweis im Test: Brandenburg möglicherweise als Modellregion auserkoren

Den Bewohnern von Brandenburg könnte dabei eine ganz besondere Ehre zuteilwerden. Wie verschiedene Medien, darunter RTL.de berichten, könnte das Bundesland als Modellregion ausgewählt werden und damit zuerst Zugang zu dem digitalen Impfausweis erhalten. Dadurch könnten für die Bürger dort die „Grundrechte gesichert“ werden.

Corona-Impfungen sollen demnächst auch in einer App gespeichert werden können.

Ob die Wahl wirklich auf Brandenburg fällt, steht aktuell noch nicht fest (Stand: Sonntag, 25. April 2021). Doch in dem Bundesland, das Berlin umkreist, zeigt man sich siegessicher. „Wir gehen davon aus, dass das in den nächsten acht Wochen umgesetzt wird“, erzählt Holger Rostek als stellvertretender Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa).

Video: Urlaub 2021 - digitaler Impfpass könnte Reisen trotz Corona-Pandemie möglich machen

Es bleibt also abzuwarten, ob die Menschen wirklich in Deutschland bis zu den Sommerferien einen kompletten Impfschutz mithilfe des Smartphones nachweisen können. Für alle, die sich nach Urlaub sehnen, wäre es vermutlich eine willkommene Alternative zu Corona-Test und Quarantäne. *msl24.de und wa.de sind Teil desRedaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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