Testlauf ab Herbst

Impfen in der Apotheke: Modellvorhaben soll den Arztbesuch bald unnötig machen - doch es gibt Einschränkungen

Ein Modellversuch in NRW soll es diesen Herbst noch ermöglichen, dass man sich in Apotheken impfen lassen kann. 
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Ein Modellversuch in NRW soll es diesen Herbst noch ermöglichen, dass man sich in Apotheken impfen lassen kann. 

In NRW kann man sich ab diesem Herbst erstmals in Apotheken impfen lassen. Das haben der Apothekerverband und die Krankenkassen in die Wege geleitet. Allerdings gilt das Modellvorhaben nicht für jede Krankheit. 

  • Seit März 2020 ist es in Deutschland erlaubt, dass in Apotheken Impfungen durchgeführt werden dürfen.
  • NRW hat nun als erstes Bundesland ein konkretes Modell auf den Weg gebracht.
  • Allerdings darf man sich in Apotheken vorerst nur gegen eine Krankheit impfen lassen.

Nordrhein-Westfalen – Ein kurzer Pieks, schon ist alles vorbei – und man soll für mehrere Jahre einen sicheren Schutz vor einigen Krankheiten haben, wie RUHR24.de* berichtet. Das Impfen gilt als einer der größten medizinischen Errungenschaften weltweit. Dennoch ranken sich um das Thema Imfpen immer noch viele Mythen*, und viele Menschen äußern sich kritisch gegenüber dem Thema Impfung

Krankenkasse:

Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK)

Landesverbände:

Elf rechtlich selbständige Krankenkassen an unterschiedlichen Standorten

Gründer:

Otto von Bismarck

Gründung:

1884 in Deutschland

CEO:

Frank Michalak (10. Juli 2015–), Martin Litsch (10. Juli 2015–)

NRW bringt Vorhaben auf den Weg, sich in Apotheken impfen lassen zu können

Um gegen besonders ansteckende Krankheiten in der Gesellschaft vorzugehen, gibt es in vielen Ländern deshalb für einige Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Gelbfieber eine Impfpflicht. Und seit März dieses Jahres gibt es auch in Deutschland eine solch gesetzliche Vorgabe: das Masernschutzgesetz

Mit diesem Gesetz wurde nicht nur eine Pflichtimpfung für bestimmte Personengruppen gegen Masern in die Wege geleitet, sondern auch, dass Modellprojekte zur Impfung in Apotheken explizit erlaubt sind. Seitdem laufen nun in unterschiedlichen Regionen Verhandlungen, wie dieses Modell aussehen könnte. In NRW (mehr News aus NRW auf RUHR24.de*) hat man sich jetzt geeinigt und bringt damit als erste Region ein solches Vorhaben auf den Weg.

Impfen in der Apotheke: Es gibt Einschränkungen in NRW

Doch was bedeutet das konkret für Patienten? Wird der Arztbesuch bald hinfällig, wenn man sich impfen lassen will? Ganz so einfach ist es leider nicht, denn es gibt gewisse Einschränkungen. Zum einen ist es den Apothekern nur erlaubt, gegen die Grippe zu impfen

Zum anderen handelt es sich dabei erstmal um einen Testlauf, für den bestimmte Regionen in NRW ausgewählt wurden: Essen, Mülheim an der Ruhr, Duisburg, Düsseldorf und Umgebung sowie der Bonn-Sieg-Kreis. In diesen Bereichen können sich alle Apotheken, die die nötigen Voraussetzungen erfüllen, bewerben. Das Modellvorhaben ist auf drei Jahre angelegt.

Aus rechtlicher Sicht ist Impfen Prävention und keine Heilkunde, deshalb darf nun in Apotheken geimpft werden. 

Sich in einer Apotheke impfen zu lassen war lange Zeit nicht möglich, da es rechtliche Bedenken gab, die Apotheker würden damit die Grenzen hin zur Heilkunde überschreiten. Das ist normalerweise nur Ärzten vorbehalten. Nun hat man aber auch juristisch geklärt, dass Impfen lediglich der Prävention diene und nicht der Heilung. Deshalb steht einem solchen Vorhaben nun nichts mehr im Wege. 

Impfen in der Apotheke: Testlauf in NRW beginnt im Herbst

Um in einer Apotheke gegen Grippe impfen zu dürfen, müssen die Apotheker eine spezielle Fortbildung absolvieren. Und im Herbst, kurz bevor die nächste Grippewelle anrollt*, soll dann der Testlauf beginnen. 

Ergänzend zu den Arztpraxen dürfen sich dann Patienten, die gesetzlich krankenversichert sind, in öffentlichen Apotheken gegen Influenza impfen lassen. Ob das Modell irgendwann noch auf andere Erkrankungen wie zum Beispiel auf eine Impfung gegen das Coronavirus* ausgeweitet wird, ist bislang noch nicht abzusehen (mehr Service-News auf RUHR24.de*). 

Wer sollte sich in Apotheken gegen die Grippe impfen lassen?

Ziel des Vorhabens, auf das sich die AOK Rheinland/Hamburg und der Apothekerverband Nordrhein e.V geeinigt haben, ist es, die Impfrate zu steigern, insbesondere bei älteren Menschen. Bislang seien nur rund 35 Prozent aller Menschen in Deutschland über 60 Jahre gegen Grippe geimpft. Damit sei man von dem angestrebten Ziel der Weltgesundheitsorganisation von 75 Prozent noch weit entfernt, betonte Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein e.V. in einer Mitteilung.  

Man erhofft sich von dem Angebot, einen niedrigschwelligen Zugang zur Impfung zu schaffen und es den Menschen leichter zu machen, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Denn "die Grippeschutzimpfung ist eine der bedeutendsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen: Mit ihr können viele Grippetote vermieden werden", erklärte Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. Apotheken sollen deshalb eine patientennahe Anlaufstelle zum Impfen werden. 

Sich in Apotheken impfen zu lassen ist in anderen Ländern schon möglich

Beispielsweise in der Schweiz ist es schon lange möglich, sich in Apotheken gegen Grippe impfen zu lassen. Solche Angebote gibt es auch in anderen europäischen Ländern und die hätten gezeigt, dass sich dadurch die Impfrate nachweislich deutlich steigert, so Günter Wältermann.

In NRW wird deshalb der dreijährige Testlauf wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Sollte sich auch hier eine Steigerung der Impfrate gegen Grippe zeigen, könne man das Modell auch langfristig in allen Apotheken, die die Voraussetzungen erfüllen, anbieten. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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