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Ikea stellt kuriose Kollektion vor: Unternehmen setzt jetzt auf Nachhaltigkeit – und erntet Kritik

Ikea Filiale
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Ärger über Ikea: Kunden mit großer Empörung über Versandkosten und Kundenservice.

Ikea setzt immer mehr auf Nachhaltigkeit und will dies mit einer Recycling-Kollektion beweisen. Doch für Ikea-Fans gibt es einen Haken.

NRW – Vielen Kunden wird Nachhaltigkeit immer wichtiger – das wissen auch Möbel-Riesen wie Ikea. Deshalb versucht das schwedische Möbelhaus nun mit einer neuen Aktion einen Ansatz für eine umweltfreundliche Zukunft zu schaffen. Dafür wurde eine ganze Kollektion entworfen.

MultikonzernIkea
GründerIngvar Kamprad
Gründung28. Juli 1943, Älmhult, Schweden

Ikea mit nachhaltiger Kollektion: „Trash Collection“ aus recycelten Möbeln

Die Aktion von Ikea für mehr Nachhaltigkeit läuft unter dem Namen „Trash Collection“ (zu Deutsch: „Müll Kollektion“). Der Sinn dahinter: Mit der Kollektion wollen die Möbelmacher alten und abgenutzten Möbelstücken neues Leben einhauchen, anstatt sie wegzuschmeißen (alle News und Artikel zu Ikea auf RUHR24).

An die passenden Materialien kommt Ikea durchs Sammeln: entweder aus dem Sperrmüll oder von Mülldeponien. Im passenden Werbespot zeigt Ikea Haufen alter Möbel, Holz und vielen anderen Materialien, aus denen dann später die neuen Stücke gefertigt werden. Teilweise sieht man noch ganze Kommoden am Straßenrand liegen. Anschließend zeigt Ikea den Prozess des Aufarbeitens mit dem Satz: „The furniture we found just needed a wash and a few spare parts“, also „Die Möbel, die wir gefunden haben, brauchten nur eine Reinigung und ein paar Ersatzteile.“

Ikea-Liebhaber, die schon ganz heiß auf die neue Kollektion sind, werden aber erstmal noch abwarten müssen, ob und wann die „Trash Collection“ in Deutschland verfügbar ist. Denn die recycelten Möbel wird es erstmal nur in einigen norwegischen Filialen zu kaufen geben. Vor Ort werden die neuen Stücke von Ikea zunächst ausgestellt und anschließend verkauft.

„Trash Collection“ von Ikea erstmal nicht in Deutschland verfügbar – Teil der Nachhaltigkeitsstrategie

Doch das ist nicht das erste Recycling-Projekt der Schweden. Bis 2030 will der Möbelriese seine Nachhaltigkeitsstrategie umgesetzt haben. Diese beinhaltet unter anderem Klima-positiv zu werden und sich gleichzeitig auch für soziale Gleichheit bei den Angestellten auf der ganzen Welt einzusetzen.

Im April 2021 machten Ikea und MUD Jeans, ein zertifiziertes Fairtrade-Unternehmen, die gemeinsame Arbeit bekannt. Im Mittelpunkt der Kooperation steht das bekannte Sofa Klippan. Gemeinsam will man der Couch einen neuen Look aus Jeans verpassen. Für die neuen Bezüge werden ausrangierte Jeans wiederverwendet – allerdings nur zu 40 Prozent. Der Rest stammt aus Bio-Baumwolle.

Video: IKEA zieht den Sofas nun Jeanshosen an!

Laut Ikea sollen somit etwa zwei komplette Recycling-Jeans in einem Klippan-Bezug stecken. Dadurch würde man circa 27.000 Liter Wasser einsparen und den CO2-Fußabdruck um 67 Prozent reduzieren. Aber auch für eine nachhaltigere Ernährung setzt sich der schwedische Konzern ein. In diesem Jahr wirkte Ikea mit veganen To-Go-Produkten beim Veganuary mit.

All diese Projekte sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, trotzdem steht Ikea weiterhin in der Kritik. In der Corona-Krise waren Kunden mit dem Online-Shop sehr unzufrieden, aber auch die Nachhaltigkeit wird noch kritisiert. Einer der Kritikpunkte ist die kurze Lebensdauer der Ikea-Möbel, was die Nachhaltigkeitsbilanz belastet. Aber auch die Ressourcenbeschaffung wird bei Ikea immer noch angeprangert. 2020 wurde das Möbelunternehmen beschuldigt, einen Teil des verwendeten Holzes unter illegaler Abholzung in der Ukraine beschafft zu haben.

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