Bekannte Marken im Test

Pfannen von Ikea und Real: Stiftung Warentest fällt vernichtendes Urteil

Mit Antihaft-Pfannen pappt nichts an – soweit die Theorie. Die Stiftung Warentest stellt jetzt fest: Irgendwann bröckelt die Beschichtung bei jeder Pfanne.

Berlin – Beschichtete Pfannen sind für viele Verbraucher beim Braten die erste Wahl. Insbesondere für Speisen wie Pfannkuchen, Gemüse oder Fisch, die sonst leicht anbrennen, sind Beschichtungen ideal. Viele kennen allerdings das Problem, dass sich die Antihaft-Beschichtung ihrer Pfanne nach längerer Lebensdauer langsam abnutzt. Im schlimmsten Fall landen sogar unschöne Bröckel in der Spüle – oder auf dem Teller.

Teflon Polytetrafluorethylen
Dichte 2,2 g/cm³
Chemische Beständigkeit sehr hoch
Wärmeleitfähigkeit 0,24 W/(m·K)

Pfannen mit Antihaft-Beschichtung bei Stiftung Warentest – 14 Produkte im Test

Dieses Phänomen bestätigt Stiftung Warentest in seiner Januar-Ausgabe von „test“ (aktuelle Online-Ausgabe vom 16.12.2020). Insgesamt wurden 14 Pfannen mit Antihaftbeschichtung und 28 Zentimetern Durchmesser getestet. Darunter auch Produkte von Real, Berndes, Fissler, WMF, IKEA und Lidl.

Der Preisunterschied zwischen den getesteten Pfannen beträgt mehr als hundert Euro. Teuer heißt dabei nicht gleich gut. So ist laut der Stiftung Warentest die Günstigste von Lidl für 17 Euro besser als die Teuerste von Le Creuset für 129 Euro.

Stiftung Warentest: Antihaftschicht überzeugt nicht – so wurde getestet

Geprüft wurden unter anderem die Antihafteigenschaften, die Wärmever­teilung sowie die Aufheiz­zeit und der Energiebedarf beim Braten. Außerdem auch die Standfestigkeit der Pfanne, das Handling und die Sicherheit und Handlichkeit des Griffes.

Die Prüfer der Stiftung Warentest haben zudem versucht, die Nutzungsdauer über drei Jahre zu simulieren. Dazu wurden die Pfannen mit Schleifmitteln eine Dreiviertelstunde lang auf einer vibrierenden Platte durchgerüttelt. Das Ergebnis: Bei einigen Antihaft-Pfannen war die Teflonschicht stark angegriffen. Bei einem Modell bröckelte sie sogar ab.

Insgesamt büßten alle getesteten Pfannen an Antihaft-Wirkung ein. Der anschließend darin gebackene Pfannkuchen löste sich bei keiner Pfanne mehr „wie von selbst“. Die Stiftung Warentest verweist aber darauf, dass die besseren Pfannen für andere Speisen noch zu gebrauchen waren.

Antihaft-Pfannen auf dem Prüfstand – das sind die Ergebnisse

Gleich vorab: Von den 14 getesteten Produkten haben nur vier mit der Note „Gut“ abgeschnitten. Daneben gab es acht Mal „Befriedigend“, die Noten „Ausreichend“ und „Sehr gut“ wurden nicht vergeben.

Die letzten Plätze belegen die Pfanne „365+“ von Ikea für 24,40 Euro und die „Steinbach Altadena“ von Real für 30 Euro. Diese Pfannen sind „Mangelhaft“ und fallen durch.

Zwei Pfannen fallen durch – mangelhafte Produkte bergen Sicherheitsrisiken

Beide Pfannen, die durchgerasselt sind, bergen Sicherheitsrisiken. Die „365+“ von IKEA wird ohne Inhalt auf dem Herd viel zu heiß. Sie heizt sich auf einem Induktionsgerät bis auf 400 Grad auf. Dadurch können sogar giftige Dämpfe entstehen. Zudem drohen am Griff Verbrennungen.

Der Griff ist auch das Problem bei der Pfanne von Real. Er brach beim Test im Labor ab. Wie die Prüfnorm es vorsieht, belasteten die Tester den Pfannengriff mit einer Kraft von 100 Newton. Das ist nötig, um zehn Kilogramm anzu­heben. Die Stiftung Warentest stellt klar, dass bei einer Pfanne durchaus solche Kräfte auf den Griff wirken können, wenn sie schwungvoll angehoben wird.

Antihaft-Pfannen auf dem Prüfstand – Testsieger und Fazit der Allestester

Testsieger sind zwei der mit „Gut“ bewerteten Pfannen, da die Note „Sehr gut“ gar nicht vergeben wurde. Auf den Plätzen eins und zwei landen die „Diamas Pro Instar“ von Gastro Sus für 60 Euro und Fisslers „Adamant Comfort“ für 100 Euro.

Die Stiftung Warentest kommt zu dem Schluss, dass die Pfannen mit Teflonbeschichtung grundsätzlich sehr empfindlich sind. Metallbesteck sei demnach „der größte Feind“. Verbraucher sollten daher darauf achten, Pfannenheber usw.. aus Kunststoff zu verwenden. Auch auf das Naschen aus der Pfanne mit der Gabel sollte man lieber verzichten. Bei einigen Modellen bröckelt sonst nach einiger Zeit die Beschichtung ab.

Laut Stiftung Warentest ist das Bröckeln für die Gesundheit ungefähr­lich, da der Körper die verschluckte PTFE (Teflon)-Partikel unver­daut ausscheidet. Die Antihaftschicht verliert in diesen Fällen aber ihre Wirkung.

Rubriklistenbild: © Stiftung Warentest

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