Möbelhaus steht vor neuen Änderungen

Radikale Änderung bei Ikea: Kunden müssen sich auf neues Sortiment einstellen

Ikea hat große Pläne für die Zukunft und will Gutes tun.
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Ikea hat große Pläne für die Zukunft und will Gutes tun.

Ikea nimmt eine konsequente Änderung am Sortiment vor. Der Gedanke dahinter ist löblich, kommt Kunden des Möbelhauses aber teuer zu stehen.

Dortmund/Stockholm – Bei Ikea einkaufen ist immer wieder ein Erlebnis und macht doch einfach Spaß. Doch irgendwie schwingt immer ein bisschen das schlechte Gewissen mit, oder? Scheinen viele Möbel nicht wirklich lange haltbar und so günstige Produkte können doch wirklich nicht gut für Mensch und Natur sein. So zumindest der Anschein. Doch der Möbelriese hat große Pläne, mit denen man reinen Gewissens beim Schweden shoppen kann.

Unternehmen

Ikea

Gründer 

Ingvar Kamprad

Gründung

28. Juli 1943

Umsatz

41,3 Milliarden EUR

Ikea hat große Pläne: Möbelriese will bis 2030 klimapositiv sein

Ikea tut so einiges, damit das Einkaufserlebnis ein besonderes ist. Schon allein die liebevoll gestalteten Wohnwelten sind immer wieder ein Highlight und inspirieren tausende Kunden. Doch in den letzten Jahren rückte auch bei Kunden weltweit Nachhaltigkeit und bewusster Konsum immer weiter in den Fokus. 

Wie nachhaltig kann ein Einkauf bei Ikea sein? Zwar machen manche Möbel und andere Produkte nicht immer den Eindruck, als seien sie für Ewigkeit gemacht. Dennoch tut Ikea einiges, um nicht nur den Kunden, sondern auch der Umwelt zu gefallen. So hat sich der Möbelriese fest vorgenommen bis 2030 klimapositiv zu sein.

Ikea-Küche aus recycelten Plastikflaschen und FSC-zertifiziertem Holz

Was heißt das? Ist das Milliarden-Unternehmen klimapositiv, werden insgesamt mehr Treibhausemissionen eingespart, als es ausstößt. Damit das auch klappt, hat Ikea einen Plan und einiges davon sogar schon umgesetzt (mehr Service-Nachrichten bei RUHR24.de). 

So hat der Möbel-Gigant bereits 2017 Küchenfronten aus recycelten PET-Flasche auf den Markt gebracht. Gemeinsam mit einem italienischen Lieferanten brachte Ikea Kungsbacka in den Verkauf. Die Küchenfronten bestehen aus einer Kunststofffolie, die aus 100 Prozent recycelten PET-Flaschen besteht. Und auch das Holz ist wiederverwertet. Dabei handelt es sich um FSC-zertifiziertes Holz. Laut eigenen Angaben ist es die nachhaltigste Küche, die Ikea je angeboten hat.

Neu bei Ikea: Möbelriese will in Zukunft auf Ceran-Felder verzichten – dafür müssen Kunden tiefer in die Tasche greifen

Neu ist allerdings, dass Ikea bald auf Ceran-Felder verzichten möchte. Wie finanzen.net berichtet, soll Ikea bei der Vorstellung des neuen Ikea-Katalogs (den es auch aus nachhaltigen Gründen vermehrt nur noch online gibt), angekündigt haben, den Bestand an Keramikkochfeldern ab Oktober abzuverkaufen. 

Anschließend soll es bei dem Schweden nur noch nachhaltige Induktionsfelder geben – und das ab 50 Euro, so viel kostet das günstigste und kleinste Induktionsfeld Tillreda bei Ikea. Induktionsfelder sollen im Gegensatz zu Ceranfeldern wesentlich mehr Energie einsparen und sind damit umweltfreundlicher.

Allerdings müssen Kunden dann auch tiefer in die Tasche greifen. Zwar kostet das günstigste Kochfeld "nur" 50 Euro, allerdings hat es auch nur eine Kochstelle. Ein Induktionsfeld mit vier Flächen kostet 260 Euro – das sind rund 100 Euro mehr als das günstigste Keramikkochfeld mit vier Kochstellen.

Video: Plantbullar statt Köttbullar

Auch in Sachen Ernährung hat das schwedische Möbelhaus bereits vor einigen Wochen eine Neuerung gewagt: Ikea bietet die beliebten Köttbular nun auch in einer veganen Variante an und nennt sie Plantbullar. Die beliebten Bällchen aus Pflanzen haben im Gegensatz zu der fleischlichen Variante eine wesentlich bessere Klimabilanz: Sie sollen laut Ikea 96 Prozent weniger Emissionen bei der Herstellung verbrauchen.

Neue Ikea-Kooperation unterstützt den Bau von Trinkbrunnen in Entwicklungsländern

Ein weiterer Schachzug des Unternehmens, um das Wohltäter-Image zu stärken ist eine Kooperation mit dem Berliner Start-up Share. Künftig soll es das Mineralwasser in den schwedischen Möbelhäusern zu kaufen geben. Wer eine Flasche kauft, kann sich direkt auf die Schulter klopfen, denn mit dem Kauf des Wassers wird die Finanzierung von Trinkwasserbrunnen unterstützt. Mit einer Flasche Wasser von Share wird einem Menschen in Not einen Tag lang Trinkwasser gesichert.

Food Managerin von Ikea Tanja Schramm schätzt, dass "durch die Flaschen, die IKEA Kunden kaufen, gemeinnützige Organisationen acht Brunnen pro Jahr in Entwicklungsländern bauen und so rund 1.600 Menschen zu sauberem Trinkwasser verholfen wird". Weiterer Pluspunkt: Die Flaschen bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Plastik.