Neue Ideen für die Stores

Ikea verändert Aufbau der Filialen – langjährige Tradition vor dem Aus

Der Möbelriese Ikea probiert aktuell ein völlig neues Konzept für seine Stores aus. Für treue Kunden könnte sich damit bald einiges ändern.

Dortmund – Liebhaber der schwedischen Möbelkette sollten sich wappnen: Es stehe gravierende Änderungen bevor. Ikea will mit einer alten Tradition brechen und testet dafür derzeit ein völlig neues Ladenkonzept. Der klassische Rundgang, das von Vielen heißgeliebte Schlendern durch fertig eingerichtete Wohnräume, könnte bald verschwinden. Stattdessen soll es interaktiver und emotionaler werden.

MöbelhausIkea
Gründung28. Juli 1943 in Schweden
Umsatz41,3 Milliarden EUR (2019)

Ikea testet neues Store-Konzept: Traditioneller Rundgang durch Wohnräume soll verschwinden

Zuerst durchs Wohnzimmer, dann durchs Büro, schließlich noch durch die Küche bevor es endlich in die Markthalle geht, um ein paar Teelichter zu kaufen. Ikea-Kunden kennen den Rundgang durch die riesigen Möbelhäuser. Da fällt es schwer sich vorzustellen, dass der Besuch eines Ikea-Stores in Zukunft völlig anders aussehen könnte, als treue Kunden es gewohnt sind. Es ist nicht die erste Neuerung bei Ikea: Zuletzt überraschte Ikea bereits mit der Ankündigung neue, kleinere Shops in Innenstädten zu etablieren. Kurz darauf schmiss der Möbelriese hunderte Artikel aus dem Sortiment.

Jetzt testet der Möbelriese in Shanghai aktuell ein weiteres neues Store-Konzept, welches laut Bild in Kürze auch in Europa ausprobiert werden soll. Erste Standorte der neuen Läden soll es noch in diesem Jahr in London und Wien geben. Für die neuen Stores plant Ikea offenbar das altbewährte Ladenkonzept komplett umzukrempeln: Der traditionelle Rundgang durch fertig gestaltete Wohnräume soll wegfallen, stattdessen soll es einzelne Eventräume geben.

Ikea: Workshops und Austausch mit anderen Kunden statt purer Shopping-Lust

„Home Experience of Tomorrow“ heißt das neue Konzept von Ikea. Der zeitintensive Rundgang, bei dem Kunden mitunter viele Kilometer zurücklegen, soll laut eines Berichts der Lebensmittelzeitung entfallen. Stattdessen setzt Ikea auf „sinnvolle Kundenerlebnisse“. Doch was kann man sich darunter vorstellen?

Ikea setzt auch mit einer neuen Kollektion auf mehr Nachhaltigkeit.

Wie Watson erklärt, soll es offene Räume geben, in denen Kunden miteinander in Kontakt treten können. Neben diesen eher geselligen Räumen soll es zudem Räume geben, die den Kunden als Erholungs- und Rückzugsorte dienen. In sogenannten „Community Hubs“ sollen außerdem Workshops angeboten werden, in denen es unter anderem um Themen wie Kreislaufwirtschaft, nachhaltiges Wohnen oder Einrichtungstrends gehen kann – womit den Kunden das oben erwähnte „sinnvolle Erlebnis“ ermöglicht wird.

Ikea: Influencer Teil des neuen Store-Konzepts

Teil des neuen Konzeptes ist auch, dass sich Kunden durch die neue Geselligkeit austauschen können, etwa um Wissen und Erfahrungen zu Reparaturen auszutauschen, womöglich auch zum nicht immer ganz einfachen Aufbau der Ikea-Möbel.

Den Event-Charakter erhalten die neuen Stores laut Watson auch durch ein Sendezentrum, in dem Ikea-Angestellte gemeinsam mit Influencern Inhalte produzieren. In diesen sollen sich die Influencer selbst mitsamt der Einrichtungsgegenstände von Ikea präsentieren können.

Warum Ikea die neuen Konzepte testet, erklärt Anna Pawlak-Kuliga, die Landesgeschäftsführerin und Nachhaltigkeitsbeauftragte für Ikea in China gegenüber der Lebensmittelzeitung: „Die Menschen haben höhere Ansprüche an ihr Zuhause und ein größeres Bedürfnis, zur sozialen Gemeinschaft zu gehören.“ Ikea wolle die Verbraucher so zu einem „sinnvollen Leben zu Hause sowie außerhalb des eigenen Heims zu inspirieren“. Am Ende soll es aber wohl doch auch dem Zweck dienen, die Kunden trotz, oder gerade wegen der vielen sinnvollen Erlebnisse, zum Kauf der Ikea-Produkte zu bewegen.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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