Selbstversuch

Ikea: Wie das Einkaufen mit Corona-Test und Termin jetzt abläuft

In Zeiten der Pandemie wird der negative Corona-Test zum Eintrittsticket für den Einzelhandel. RUHR24 hat den Test gemacht und war bei Ikea shoppen.

NRW/Kamen - Erst testen, dann shoppen. So funktioniert das neue Einkaufen während der Corona-Pandemie. Angesichts der hohen Sieben-Tages-Inzidenzen darf der Einzelhandel in den meisten NRW-Städten ab sofort nur noch Kunden mit negativem Corona-Test in die Geschäfte lassen. Was man dabei alles beachten muss, zeigt unser Selbsttest bei Ikea.

UnternehmenIkea
Gründung28. Juli 1943, Älmhult, Schweden
Umsatz41,3 Milliarden EUR

Ikea: Einkaufen im Möbelhaus nur noch mit negativem Corona-Test möglich

Es war eine knappe Kiste: Kurz vor dem Wochenende habe ich mir online einen Termin für Mittwoch (31. März) im Ikea in Kamen gemacht. Damals lag die Sieben-Tages-Inzidenz für den Kreis Unna knapp unter 100. „Das könnte vielleicht noch klappen“, dachte ich mir und bereitete in meinem Kopf den ersten Ikea-Besuch seit Monaten vor. Billy, Kallax und Hemnes endlich wieder live sehen anstatt nur im Online-Shop.

Was soll ich sagen? Meine Vorfreude wurde auf einen Schlag zerstört, als am Dienstag (30. März) bekannt wurde, dass das Land NRW die Corona-Notbremse für den Kreis Unna angeordnet hatte. Die wird gezogen, sobald die Sieben-Tages-Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen über 100 liegt. Immerhin: Landrat Mario Löhr betonte, dass Click & Meet weiter möglich sein soll. Allerdings nur gegen Vorlage eines negativen Corona-Tests, der nicht älter als 24 Stunden sein darf (alle Nachrichten zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Der Corona-Test vor dem Besuch bei Ikea ging schnell und einfach

Ich wog meine Optionen ab, die ich für mein Ikea-Shopping hatte: Entweder ich verzichte komplett auf einen Besuch beim Schweden, ich warte auf niedrigere Inzidenzzahlen oder ich lasse mich zum ersten Mal in meinem Leben auf Corona testen. Nach kurzer Überlegung entschied ich mich für Letzteres.

Am frühen Mittwochnachmittag war es dann so weit: In einer kleinen Dortmunder Apotheke wurde ich in weniger als fünf Minuten auf SARS-CoV-2 getestet. Die Buchung des Tests erfolgte online - und obwohl ich mich so spontan für den Termin entschieden hatte, konnte ich mir sämtliche Uhrzeiten aussuchen. Bezahlen musste ich nichts für den Test, denn in Deutschland hat jeder Bürger die Möglichkeit, sich einmal pro Woche kostenlos testen zu lassen.

Testpflicht für Ikea-Kunden in Kamen (NRW): Ich freue mich über ein negatives Ergebnis

Nach 20 Minuten bekam ich mein Testergebnis per Mail zugeschickt. „Der Status ihres Corona-Tests wurde aktualisiert. Sie können das Ergebnis hier abrufen“ stand drin. Ich fühlte mich ein bisschen wie in der Uni, wenn ein neues Klausurergebnis da ist. Obwohl ich keine Krankheitssymptome hatte, bekam ich Angst, vielleicht doch positiv zu sein. Dann hätte ich Ostern in Quarantäne verbringen müssen. Doch mein Ergebnis war negativ. Da kommt Freude auf!

Mit gutem Gewissen machte ich mich auf zu Ikea. Am Eingang erwartete mich eine überraschend kurze Warteschlange, trotzdem musste ich circa zehn Minuten warten. Beim Einlass musste ich dann den negativen Test und mein Einlassticket (das man trotz Testpflicht buchen muss) sowie meinen Ausweis vorzeigen. Das hat geklappt - ich war drin.

Mein Eintrittsticket für den Einzelhandel: ein negativer Corona-Test.

Shoppen bei Ikea mit negativem Corona-Test: Man fühlt sich sicher

Im Ikea selbst fühlte ich mich gar nicht wie bei Ikea: Die Filiale, sonst gut mit Menschen gefüllt, war menschenleer. Hin und wieder habe ich ein paar Leute gesehen, aber von Andrang kann keine Rede sein. Besonders leer war die obere Abteilung, in der man sich Möbel ansehen kann (alle News zu Ikea auf RUHR24.de).

In der unteren Etage war es zwar etwas voller, aber anders als sonst, drängten sich dort keine hundert Kunden mit ihren Einkaufswagen durch die engen Gänge. Ein wirklich angenehmes Einkaufsgefühl. Dazu kommt das ruhige Gewissen, dass alle Personen um einen herum negativ auf Corona getestet sind. Man fühlt sich zugegebenermaßen im Vorteil gegenüber der „äußeren ungetesteten“ Welt.

An den Kassen ist es genau wie im restlichen Laden überraschend leer. Normalerweise bilden sich bei Ikea gerne mal Schlangen bis hinten zur Warenausgabe, aber bei meinem Besuch hatte ich nur zwei Kunden vor mir. Ungewohnt, aber gut. Anschließend machte ich mich auf meinen Weg nach Hause - in die ungetestete Welt des Nicht-Einzelhandels.

So leer wie zu Corona-Zeiten ist es in einem Ikea selten.

Shoppen bei Ikea trotz Corona-Testpflicht? Ich würde es wieder tun

Fazit: Das Einkaufen bei Ikea mit Testpflicht ist zwar entspannt, allerdings bedarf es auch einer guten Vorbereitung und Planung. Insofern man keine Corona-Schnelltests zu Hause hat, muss man sich in einem Testzentrum testen lassen. In meinem Fall war die Terminvergabe und Durchführung simpel und schnell, aber das muss nicht so sein. Gerade in Ballungszentren kann es vorkommen, dass viele Termine schon vergeben sind.

Der Einlass bei Ikea verlief reibungslos und ich hatte den Eindruck, die Mitarbeiter wissen genau, was zu tun ist. Ich würde es noch einmal machen.

Rubriklistenbild: © Anika Hinz/RUHR24

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