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Ikea während Corona-Lockdown: So kann man trotzdem weitershoppen

Ikea Einrichtungshaus Kamen
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Trotz Corona-Lockdown will Ikea den Möbelverkauf nicht komplett einstellen.

Ikea kündigt an, den beschlossenen Corona-Lockdown in Deutschland unterstützen zu wollen. Der schwedische Möbelriese will dennoch weiter verkaufen.

Dortmund – Während der Covid-19-Pandemie hat der Einrichtungskonzern Ikea die geltenden Corona-Regeln in seinen Einrichtungshäusern rigoros umgesetzt. Es überrascht daher wenig, dass das schwedische Unternehmen schon vor dem am Sonntag (13. Dezember) beschlossenen Lockdown in Deutschland gegenüber dem Nachrichtenportal Watson vollste Unterstützung für die „kommenden Beschlüsse der Bundesregierung“ zusicherte – trotz der Folgen für den Einzelhandel.

EinrichtungskonzernIkea
GründerIngvar Kamprad
Gründung28. Juli 1943
CEOJesper Brodin (1. September 2017)

Ikea sichert Unterstützung für Corona-Beschlüsse in Deutschland zu

Immerhin fällt die generelle Schließung des Einzelhandels – Ausnahmen bestehen nur für Geschäfte des täglichen Bedarfs – ab Mittwoch (16. Dezember) mitten in das Weihnachtsgeschäft. Der Dezember ist der mit Abstand wichtigste Monat für den Handel. 28 Einzelhandelsketten wandten sich deshalb angesichts der neuen Corona-Beschlüsse in einem offenen Brief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs. Die BILD hatte darüber zuerst berichtet.

„Bei einem erneuten Lockdown droht dem Handel eine Erosion, die menschlich, kulturell und auch wirtschaftlich nicht nur desaströse Folgen, sondern irreparable wirtschaftliche Auswirkungen nach sich zieht“, heißt es darin. Und weiter. „Das Versagen der Corona-Politik darf nicht zum Verhängnis des deutschen innerstädtischen Handels werden.“

Ikea: Einrichtungskonzern hat Corona-Geschäftsjahr vergleichsweise gut überstanden

Dass man sich bei Ikea relativ gelassen gibt, liegt nicht zuletzt daran, dass der Einrichtungskonzern das laufende Geschäftsjahr trotz der Corona-Pandemie (alle Entwicklungen im NRW-Ticker) vergleichsweise gut überstanden hat. Der Umsatz der Holding Ingka, die für die meisten Ikea-Geschäfte weltweit zuständig ist, sank 2020 bis Ende September „nur“ um fünf Prozent.

Wie Ingka-Finanzvorstand Juvenico Maeztu gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärte, hätte das Coronavirus Ikea sogar „geholfen“. Viele Menschen hätten die Zeit damit verbracht, ihr Zuhause zu verschönern oder ihr Homeoffice einzurichten. Entsprechend fiel der Umsatzrückgang gering aus, obwohl im Frühjahr drei Viertel aller 378 Möbelhäuser weltweit etwa sieben Wochen lang geschlossen waren.

Ikea hat das Geschäftsjahr 2020 trotz der Corona-Pandemie gut überstanden.

Von einer kompletten Schließung der Möbelhäuser im bevorstehenden Lockdown bis zum 10. Januar scheint man bei Ikea dennoch nicht angetan zu sein. Wie eine Sprecherin gegenüber Watson mitteilt, hoffe man, das „Click & Collect“-Konzept aufrechterhalten zu können.

Ikea: Schwedische Möbelkette will trotz Corona-Lockdown weiter verkaufen

Dabei können Kunden ihre Bestellung online zusammenstellen und zu einem zuvor vereinbarten Wunschtermin in einer Ikea-Filiale abholen. Ikea wirbt auf der eigenen Website damit, dass der „(fast) kontaktlose“ Vorgang Zeit spare und sicher sei. Angesichts der hohen Dynamik in den vergangenen Monaten habe er sich jederzeit bewährt.

Video: Ikea zieht Bilanz – guter Umsatz dank Online-Verkauf

„In der aktuellen Situation halten wir es für dringend geboten, dem von Geschäftsschließungen betroffenen Einzelhandel weiterhin einen Abholservice mit kontaktloser Übergabe flächendeckend möglich zu machen“, so die Ikea-Sprecherin (mehr Ikea-News auf RUHR24).

Unter einem Facebook-Post des Einrichtungskonzerns von Freitag (11. Dezember) kritisieren mehrere Kunden, dass viele Waren in den Möbelhäusern nicht vorrätig seien. „Ich würde gerne bestellen – geht aber nicht. 5 von 7 Artikeln sind nicht lieferbar“, verschafft ein Nutzer seinem Ärger Luft.

Kritik gibt es auch am „Click & Collect“-Konzept von Ikea. „Horror. Acht Angestellte und bestimmt 20 Wartende und vor der Tür, absolutes Chaos“, schreibt eine Nutzerin. Eine andere beklagt, dass sie extra für den „Click & Collect“-Service ein Auto gemietet habe, vor Ort aber feststellen musste, dass die Hälfte ihrer Bestellung nicht mehr vorrätig gewesen sei.

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