Mehr Nachhaltigkeit

Ikea: Neue Änderung soll das Verhalten der Kunden beeinflussen

Eigentlich kauft man bei Ikea vorrangig neue Möbel. Jetzt möchte das schwedische Unternehmen auch Second-Hand-Kaufhäuser eröffnen.
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Eigentlich kauft man bei Ikea vorrangig neue Möbel. Jetzt möchte das schwedische Unternehmen auch Second-Hand-Kaufhäuser eröffnen.

Einerseits ist Ikea beliebt, andererseits stark umstritten. Das will der Möbel-Konzern ändern und ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzen.

Deutschland/Stockholm – Eigentlich kauft man bei Ikea neue Möbel, die erst zu Hause ausgepackt und aufgebaut werden. Es sei denn, man ist Fan der sogenannten Fundgrube, die in fast jedem Store zu finden ist. Die Idee davon will Ikea nun auf eine komplette Filiale übertragen.

Unternehmen

Ikea

Gründer

Ingvar Kamprad

Gründung

28. Juli 1943, Älmhult, Schweden

Zentrale

Delft, Niederlande

Ikea will Second-Hand-Laden aufmachen und nur gebrauchte Produkte verkaufen

Denn der Möbel-Riese plant Geschäfte, in denen ausschließlich bereits gebrauchte Artikel verkauft werden. Im Sortiment sind Möbel und andere Produkte, die Kunden so auch schon im neuen Zustand in den Filialen von Ikea kaufen können – nur eben Second-Hand.

Sind die geplanten Geschäfte also eine erweiterte Fundgrube? Nein, denn in den neuen Geschäften von Ikea sollen alle Produkte auf der Verkaufsfläche landen, die nicht in das Konzept der Fundgrube passen, wie die Morgenpost berichtet.

Keine zweite Fundgrube: Ikea will in neuem Store nur Second-Hand-Möbel anbieten

Zum einen will Ikea mit seinem neuen Konzept Möbel verkaufen, die Kunden wieder zurückgeben oder spenden, weil sie sich etwa neu einrichten wollen. Zum anderen sollen auch beschädigte Produkte aus den eigenen Warenhäusern im Second-Hand-Laden angeboten werden.

Eben diese passen nicht zur Fundgrube, sollen für die Gebrauchtwarenhäuser aber repariert und wieder für den Verkauf zurechtgemacht werden. Die Möbel werden sozusagen für ein zweites Leben recycelt. "Der Preis wird davon abhängen, wie hoch der Reparaturaufwand für uns war", so Jonas Carlehed, Nachhaltigkeitschef von Ikea.

Second-Hand-Laden von Ikea eröffnet vorerst nur in Schweden

Grundsätzlich soll ein Einkauf im Second-Hand-Kaufhaus von Ikea aber günstiger für den Kunden ausfallen, als mit Neuwaren. Allerdings können Kunden in Deutschland vorerst keine Filiale dieser Art in der Nähe besuchen.

Zunächst soll nämlich erst eine Filiale in Eskilstuna in Schweden eröffnet werden, den Standort habe Ikea sich bewusst ausgesucht. In der Stadt ist ein Einkaufszentrum namens "ReTuna" beheimatet, in welchem ausschließlich gebrauchte oder recycelte Artikel verkauft werden. Hier könnte Ikea die ideale Zielgruppe ansprechen (mehr aktuelle Nachrichten über Service-Themen auf RUHR24.de).

Ikea will mehr Nachhaltigkeit im eigenen Unternehmen durchsetzen

Denn obwohl Ikea mit seinem Secod-Hand-Angebot ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit setzen möchte, dürfte der Möbel-Riese am Ende wirtschaftlich trotzdem profitieren. Denn bisher ist unklar, ob Kunden, die ihre gebrauchten Artikel zum Weiterverkauf abgeben möchten, überhaupt Geld vom Möbelgiganten erhalten.

Video: Größter IKEA der Welt entsteht in dieser Traumstadt

In seinen gängigen Stores will das Unternehmen außerdem bis 2030 die Klimabilanz drastisch verbessern. Das funktioniert mit dem Erhalt von gebrauchten Artikel als Alternative zur Herstellung neuer Produkte zwar in der Theorie, in der Praxis dürfte die einzelne Filiale in Schweden jedoch kaum Auswirkungen auf die Warenkette von Ikea haben.

Ob das Second-Hand-Konzept noch ausgeweitet werden soll, ist nicht bekannt. Jedoch sollen Ikea-Produkte in zehn Jahren nur aus erneuerbaren oder recycelten Materialien bestehen. In Berlin hat Ikea außerdem seine bisher kleinste Filiale in Deutschland eröffnet.

Weitere Händler setzen neben Ikea auf das Geschäft mit gebrauchten Waren

Ikea ist außerdem nicht das erste Unternehmen, welches aus dem Weiterverkauf von gebrauchten Produkten profitieren will. Der Online-Shop Zalando hat die Nachfrage bereits in einem Pop-up-Store in Berlin getestet und will Second-Hand-Mode in sein Angebot übernehmen.

Auch einzelne Karstadt-Warenhäuser wollen die Marktlage für gebrauchte Kleidung überprüfen, wie die taz berichtet.