Sturm kommt

Hurrikan „Larry“ rast in Richtung Europa - droht Deutschland das nächste Unwetter-Chaos?

Ein Hurrikan in den USA wird in den kommenden Tagen massive Auswirkungen auf das Wetter in Deutschland und Europa haben.

Deutschland/NRW - Dass über Deutschland oder gar Nordrhein-Westfalen ein Hurrikan wütet, ist extrem unwahrscheinlich. Wesentlich wahrscheinlicher hingegen ist, dass sich ein Hurrikan aus einem anderen Land auf das Wetter in Deutschland auswirkt. So wie bei Hurrikan Larry, der sich aktuell noch vor der Küste der USA befindet, aber schon am Samstag (11. September) gen Europa prescht, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung in einem Video von wetter.net.

HurrikanLarry
UrsprungUSA
Erreicht Europa amSamstag (11. September)

Hurrikan-Saison in den USA in vollem Gange: Exotische Wirbelstürme sorgen für extreme Schäden

Die Atlantische Hurrikansaison betrifft vor allem Mittelamerika sowie den Osten der USA und ist bereits in vollem Gange: Durch eine hohe Luftfeuchtigkeit sowie bedingt durch einen warmen Ozean entstehen dort von Juni bis November tropische und zum Teil sehr starke Wirbelstürme (mehr Nachrichten zum Wetter und Klima auf RUHR24).

Treffen sie auf Land, wie es zuletzt bei Hurrikan Ida der Fall war, zerstören sie alles, was ihnen in den Weg kommt. Ein besonders schwerer Hurrikan war beispielsweise Hurrikan Katrina im Jahr 2005, der im Südosten der USA für Schäden in Milliardenhöhe sorgte.

Hurrikans sind in Deutschland sehr unwahrscheinlich, aber Wetter-Extreme nehmen zu

In Deutschland ist ein Wirbelsturm dieser Stärke aufgrund der klimatischen Bedingungen extrem unwahrscheinlich, allerdings kommt es auch hier - bedingt durch den Klimawandel - immer häufiger zu Wetterextremen, wie zuletzt die Flutkatastrophe Mitte Juli in NRW und Rheinland-Pfalz.

Durch den Atlantischen Ozean können wir die Auswirkungen eines Hurrikans aber trotzdem bis nach Deutschland spüren: Grund dafür ist der Jetstream. Dabei handelt es sich um einen Starkwind, der mit einer Geschwindigkeit von 200 bis 500 km/h von Westen nach Osten über den Globus fegt.

Bei dem Unwetter Mitte Juli haben etliche Menschen in NRW ihre Häuser und Wohnungen verloren.

2020 gab es über dem Atlantischen Ozean so viele Hurrikans wie noch nie

Bezogen auf Hurrikans in den USA bedeutet es also, dass der Jetstream den Wirbelsturm - einfach gesagt - von der Atlantikküste in Richtung Europa trägt. Bis er dort ankommt, ist er allerdings massiv abgeschwächt, sodass wir ihn in Europa nur noch als kräftigen Sturm oder Gewitter merken. Zu wüsten Zerstörungen wie in Nordamerika kommt es nicht.

Im Jahr 2020 gab es in den USA so viele Hurrikans wie noch nie. Die US-Klimabehörde NOAA zählte mit 29 Extrem-Wirbelstürmen sogar ein echtes Rekordjahr aus, das sogar noch das Jahr 2005 mit insgesamt 28 Stürmen überbot. Wie viele Hurrikans es in diesem Jahr sein werden, steht erst im November sicher fest. Dann gilt die Atlantische Hurrikansaison als beendet.

Aktueller Hurrikan „Larry“ wird spürbare Auswirkungen auf Deutschland und das Wetter haben

Aktuell befindet sich vor der Küste der USA Hurrikan Larry, der allerdings schon im Laufe des Samstags (11. September) vom Jetstream nach Europa transportiert wird. Bis Montag wird Larry die Küste Islands erreichen, dann ein paar Tage auf der Stelle verharren und schließlich aufgrund eines Hochdruckgebiets in Skandinavien abgeschwächt, erklärt Meteorologin Veronika Krieger in einem Video der Wetter-Vorhersage von „The Weather Channel“.

Dennoch bleibt Larry stark genug, um sich in den Folgetagen auf das Wetter in Deutschland auszuwirken: Schon am Dienstag (14. September) bringen die Ausläufer des Hurrikans warme Luft zu uns, was die Temperaturen noch mal ordentlich steigen lässt. Bis zu 26 Grad sind in Nordrhein-Westfalen möglich.

Gewitter wegen Hurrikan Larry: Sommer-Wetter in Deutschland und NRW kommt zum Ende

Wer sich nun auf spätsommerliche Abende im Garten freut, wird aber enttäuscht: Denn Larry bringt nicht nur hohe Temperaturen nach Deutschland, sondern auch Gewitter. Laut Meteorologin Krieger stehen uns ab Mittwoch „einige Gewitter-Tage“ bevor. Los gehen könnte es schon in der Nacht zu Mittwoch (15. September) oder spätestens am Abend desselben Tages.

Mit den Gewittern sinken dann auch die Temperaturen wieder: Schon ab Mitte der kommenden Woche kühlt es sich in NRW auf rund 20 Grad ab und die Temperaturen pendeln sich bei circa 18 bis 20 Grad ein. Immerhin: Nach einem kalten Herbstbeginn (22. September) sieht es aktuell nicht aus.

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