Teure Angelegenheit

Hunde-Futter-Gesetz: Bis zu 23.000 Euro Bußgeld drohen bei falscher Ernährung

Vegane Ernährung für den Hund – klingt für viele erstmal untypisch. In Großbritannien ist das sogar strafbar. Aber wie ist es in Deutschland?

Dortmund – Pflanzliche Ernährung hat in den vergangenen Jahren einen regelrechten Aufschwung erlebt. Die Möglichkeiten sich vegetarisch oder vegan zu ernähren, sind heutzutage vielfältiger als noch vor ein paar Jahren. So gibt es mittlerweile auch für Hunde veganes und vegetarisches Futter. Die Regierung in Großbritannien sieht in der veganen Ernährung von Hunden jedoch einen klaren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. In Deutschland gelten andere Regelungen.

LandGroßbritannien
GesetzTierschutzgesetz Animal Welface Act
VerstoßBußgeld in Höhe von 20.000 britischen Pfund

Hunde-Futter-Gesetz: Großbritannien ahndet falsche Fütterung von Hunden mit hohem Bußgeld

Als sogenannte Karnivoren gehören Hunde ursprünglich zu den Fleischfressern. Bei einer pflanzlichen Fütterung könnten ihnen bestimmte Nährstoffe fehlen. Dieser Meinung ist auch die britische Regierung und spricht sich mit dem Tierschutzgesetz „Animal Welface Act“ gegen eine vegane Ernährung von Vierbeinern aus.

Wer sein Haustier ausschließlich mit veganem Futter füttert, dem droht eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 20.000 britischen Pfund. Das sind umgerechnet ungefähr 23.000 Euro. Im schlimmsten Fall drohe sogar eine Haftstrafe, wie Focus berichtet. Als Begründung sieht der Gesetzgeber die Pflicht des Hundebesitzers, den Bedürfnissen einer gesunden Hundeernährung nachzukommen. Doch wie wird eine vegane Hundeernährung nach deutschem Tierschutzgesetz behandelt?

Hunde-Futter-Gesetz: Deutsches Tierschutzgesetz zu veganer Hundeernährung – Bußgeld möglich

In Deutschland wird die Hundeernährung im Tierschutzgesetz nur indirekt erwähnt. Mit dem Wortlaut „Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen“, lässt der Gesetzgeber Raum für Interpretation (mehr Service-News bei RUHR24).

Das richtige Futter für seinen Hund zu finden, ist nicht immer einfach.

Doch das Gesetz macht deutlich, dass eine durch vegane Ernährung begründete Mangelerscheinung beim Haustier zu einem Bußgeld führen kann. Somit sieht das deutsche Tierschutzgesetz eine vegane Hundeernährung nicht zwangsläufig für schädlich an. Auch der im Fernsehen bekannte Hundeprofi, Martin Rütter, hat seine Meinung zu veganer Hundeernährung geändert, weiß Landtiere.de.

Hunde-Futter-Gesetz: Tierschutzorganisation PETA spricht sich für veganes Hundefutter aus

Im Jahr 2018 hat bereits ein Start-Up in der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ ein veganes Hundefutter vorgestellt. Die Tierschutzorganisation PETA ist ebenfalls anderer Meinung als die britische Regierung. Die Tierschützer geben auf ihrer Website sogar Rezeptideen, um veganes Hundefutter selber herzustellen. Zudem geben sie an, eine rein pflanzliche Hundeernährung biete alle notwendigen Nährstoffe für die Vierbeiner.

Das belegt nun auch eine Studie mit 2.500 Hunden der Winchester Universität in England. Wie Focus berichtet, zeigen die Untersuchungen ein klares Ergebnis. Je weniger Fleisch die Hunde bekamen, desto seltener wurden sie krank oder mussten zusätzlich Medikamente einnehmen.

Veganes Hundefutter gibt es mittlerweile in vielen Futterläden zu kaufen.

Eines steht jedoch fest: Bei der Fütterung des Hundes gibt es mehr als nur eine Meinung. Ob Trocken- oder Nassfutter oder Barfen für den eigenen Hund geeignet ist, weiß der Besitzer meist am besten. Bei einem Hundefutter-Vergleich von Stiftung Warentest konnte eine Marke besonders überzeugen. Bei Unsicherheiten bieten zudem Tierärzte professionelle Beratung.

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