Starke Verletzungen möglich

Ernste Gefahr für Hunde: Kontakt mit Sommer-Pflanze kann heftige Folgen haben

Ridgeback Hunde Rettung
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Grannen können bei einem Spaziergang mit Hunden zur Gefahr werden.

Wer im Sommer draußen unterwegs ist, denkt nicht unbedingt daran, dass der eigene Hund sich schwer durch Pflanzen verletzten könnte. Aber Vorsicht.

Dortmund - So schön es draußen im Sommer auch ist, die Natur bietet potenziell auch einige Gefahren. Die Hitze kann dem Kreislauf bei Mensch und Tier zu schaffen machen und auch bei schönen Gersten- oder Weizenfelder sollte man aufpassen.

Spazieren im Sommer: Wo man Grannen finden kann

Aber was genau sind Grannen? Laut dem Duden sind Grannen die borstenartige Spitzen an den Spelzen von Gräsern und Getreide. Sie werden bei der Ernte von den Getreidegräsern entfernt, um weiterverarbeitet zu werden. Bei Berührung, etwa durch Hunde und Spaziergänger, können sie aber auch schon vorher abfallen. Und das kann im Zweifel weh tun.

Denn die Grannen haben kleine, kaum sichtbare Widerhaken, mit denen sie sich leicht im Fell von Tieren verfangen können, wie die Koelner Tierklinik berichtet. Sie können in Körperöffnungen wie Ohren und Nasen gelangen oder sich zwischen den Zehen festsetzen. Dort angekommen, schieben die Widerhaken sich immer wieder in die Öffnung.

Ein großes Problem: Einmal festgesetzt lassen sich die Grannen nicht mehr einfach entfernen und können großen Schaden anrichten (mehr Warnungen und Rückrufe gibt es bei RUHR24).

Sommer mit Hunden und Katzen: So gefährlich sind die Grannen

In den Ohren wandern die Grannen bis zum Trommelfell und können dieses langfristig zerstören. Zwischen den Zehen Bohren die Spitzen sich weit in die Haut. Durch die Nase können sie sogar tief in die Atemwege gelangen.

Auch in der sogenannten Nickhaut, auch drittes Augenlid beim Hund genannt, können sie sich verfangen und so die Augen stark reizen. „In allen Fällen entstehen drastische Gewebereizungen und durch die eingeschleppten Bakterien der Fremdkörper oft auch eitrige Entzündungen“, schreibt die Koelner Tierklinik.

Grannen kommen beispielsweise bei Gerste vor.

Hat der Hund sich beim Spazieren Grannen eingefangen? Das sind die Symptome

Je nach Körperstelle kann der Hund verschiedene Symptome äußern, die auf Grannen hinweisen. Wer im Sommer nahe Feldern spazieren geht, sollte auf folgendes achten:

  • Abruptes, intensives Ablecken der Pfote
  • Schonhaltung einer Pfote, beziehungsweise humpeln
  • Geschwollene Pfoten
  • Schütteln oder schiefhalten des Kopfes
  • Ständiges Kratzen an einem Ohr
  • Gerötete Ohren
  • Geschwollenes Auge
  • Zukneifen eines Auges
  • Anfallartiges Niesen oder Husten

Aber nicht nur Grannen sind in hohen Feldern eine Gefahr. Auch Zecken sitzen vermehrt auf hohen Gewächsen. Doch Vorsicht: Frei verkäufliche Zeckenschutzmittel können für Katzen giftig sein.

Hund beim Spazieren im Sommer schützen: Das hilft gegen Grannen

Der Kontakt mit den Grannen lässt sich beim Spaziergang kaum vermeiden. Entsprechende Gräser und Getreidearten kommen im Frühjahr bis Spätsommer auf fast allen Grünflächen vor. Hundebesitzer können trotzdem ein paar Dinge beachten, um ihre Fellnasen zu schützen.

Wenn möglich, sollten Hunde von ungemähten Wiesen und Feldern ferngehalten werden. Das Fell sollte nach dem Spaziergang gründlich nach Grannen abgesucht werden, insbesondere die Ohren und Zehen sollte man gut untersuchen.

Video: So erkennt man einen Hitzschlag bei Haustieren

Grannen haften besonders in langem Fell. Es kann daher hilfreich sein, die Haare im Innenohr und an den Pfoten zu stutzen. Das kann doppelt nützlich sein: Denn das lange Fell kann Hunden bei Hitze im Sommer zu schaffen machen.

Grannen selber entfernen? Das gibt es dabei zu beachten

Kann man eine Granne selbst entfernen? Wenn das Pflanzenteil noch gut sichtbar ist und der Hund es zulässt, ist das laut der Tierklinik grundsätzlich möglich.

Allerdings sollte man vorsichtig sein und die Granne auf keinen Fall tiefer in die Öffnung schieben. Wenn die Granne bereits zu tief sitzt oder der Hund panisch wird, sollte man unbedingt einen Tierarzt aufsuchen - im Zweifel auch den Notdienst einer Tierklinik.

Wenn eine Granne zum Beispiel im Gehörgang zu nah am Trommelfell sitzt, ist eine Entfernung ohne kurze Narkose und spezielle Fremdkörperzangen gar nicht mehr möglich. Das Trommelfel könnte sonst stark beschädigt werden.

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