Bauernhortensien und mehr

Hortensien pflegen und schneiden – Tipps zu Standort und Arten im Garten

Ob Bauernhortensie, Rispenhortensie oder Ballhortensie: Hortensien brauchen bestimmte Pflege.

NRW – Von Juni bis September blüht sie für gewöhnlich in Weiß, Rosa oder Violett: Die Hortensie ist wohl auch wegen ihrer üppigen Blütendolden so beliebt. Wer die Pflanze im Garten besonders lange erhalten möchte, sollte sie entsprechend pflegen und einen geeigneten Standort wählen.

PflanzeHortensien
Wissenschaftlicher NameHydrangea
FamilieHortensiengewächse (Hydrangeaceae)

Name, Arten und Pflege: Die Hortensie im Steckbrief

Was viele Gartenfreunde vielleicht gar nicht wissen: Eigentlich ist die Hortensie keine in Deutschland heimische Sorte. Die Gartenhortensie, wissenschaftlich Hydrangea macrophylla genannt, wurde über mehrere Jahrhunderte in Japan kultiviert. Gegen 1790 ist sie vermutlich über Umwege nach Europa gelangt, wie der Botaniker Erich Obendorfer in seinem Werk „Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete“ schildert.

Aus botanischer Sicht ist die Hortensie keine Blume, sondern ein Halbstrauch, der Laub abwirft. Ihre alten Zweige verholzen mit der Zeit. Die neuen Zweige, die im Frühjahr neu austreiben, ähneln eher einem Kraut. Beides ist typisch für Halbsträucher, zu denen etwa auch Lavendel zählt.

Hortensien im Garten: Unterschiedliche Arten brauchen andere Pflege

Doch Hortensie ist nicht gleich Hortensie. Die verschiedenen Arten brauchen unterschiedliche Pflege und sogar andere Standorte. Der Klassiker unter den Sorten: Die Bauernhortensie, die auch schlicht als Gartenhortensie bezeichnet wird. Ihre blauen, pinken oder weißen Blütendolden haben die Form eines Schirms oder Balls. Je nach Boden, Standort und Wetter blüht die Bauernhortensie von Juni bis Oktober. Die Bauernhortensie sieht neben Funkien, Astilben oder Sterndolden besonders schön aus.

Die Rispenhortensie gibt es zwar nur in der Farbe Weiß, trotzdem fällt sie durch ihre besondere Form auf. Die Blüten sind, wie der Name schon sagt, in der spitz zulaufenden Form einer Rispe angeordnet. Diese Hortensien-Sorte kann bis zu vier Meter hoch werden. Hobbygärtner können die Rispenhortensie deshalb im Frühjahr großzügig zurückschneiden. Im Herbst verfärben sich die Blüten der Rispenhortensie je nach Sorte grün oder rosa. Wer die Ripsenhortensie in Szene setzen will, pflanzt sie neben Kirschlorbeer, Rittersporn, Blaunessel oder einer Eibe.

Die Rispenhortensie darf großzügig zurückgeschnitten werden.

Weitere Arten der Hortensie: Schneeballhortensie im Garten

Auch die Schneeballhortensie ist im Frühjahr vor allem weiß. Sie ist auch als Waldhortensie oder Strauchhortensie bekannt. Die wilde Form stammt ursprünglich aus dem Osten der USA. In Deutschland sind aber nur ausgewählte Sorten erhältlich. Diese gezüchteten Hortensien haben meist größere und sterile Blütenbestände. Wie die Ripsenhortensie kann auch die Waldhortensie großzügig zurückgeschnitten werden.

Obwohl sie sich in ihrer Optik stark unterscheiden, haben die verschiedenen Arten eine große Gemeinsamkeit: Hortensien mögen einen halbschattigen Standort und sollten möglichst windgeschützt stehen. Je nach Sorte sind aber auch schattige oder sonnige Standorte im Garten möglich. Stellt man beispielsweise eine Bauernhortensie in die pralle Sonne, schadet das dem Halbstrauch nicht. Die Hortensie könnte dann aber mehr Pflege benötigen.

Pflege von Hortensien: Standort und Düngen sind im Garten besonders wichtig

Und die besteht dann vor allem darin, dass man die Hortensie dann intensiver gießen muss. Denn der Boden sollte für die Halbsträucher gleichmäßig feucht gehalten werden. Außerdem mögen Hortensien nährstoffreiche und humose Erde. Im Gartencenter ist auch spezielle Erde erhältlich, die auf Hortensien und den Rhododendron abgestimmt ist.

Abgesehen vom Zurückschneiden, das bei allen Hortensien-Arten im Frühjahr erledigt werden sollte, braucht der Halbstrauch nur wenig Pflege. Es genügt, wenn die Hortensie im Frühsommer einmal mit einem Langzeitdünger gepflegt wird. Dieser sollte leicht in die Erde eingearbeitet werden. Durch das Gießwasser werden die Nährstoffe dann in der Erde verbreitet. Weiteres Düngen ist nicht nötig.

Hortensien im Frühjahr oder Herbst schneiden? Die Sorte entscheidet

Wie fast alle Sträucher sollte man auch Hortensien regelmäßig schneiden. Wann und wie ausgiebig der Rückschnitt erfolgt, hängt allerdings von der Sorte ab. Während man bei Rispenhortensien rund ein Drittel der Pflanze zurückschneidet, sollten Hobbygärtner bei Bauernhortensien zurückhaltendener schneiden.

Vor dem Griff zur Gartenschere sollte unbedingt überprüft werden, welche Sorte genau im Garten wächst. Denn ein falscher Schnitt kann die darauffolgende Blütezeit stark eindämmen. Da Hortensien als leicht giftig gelten, sollte der direkte Hautkontakt außerdem vermieden werden. Bei einigen Menschen kann es sonst während den Schnittarbeiten zu Kontaktallergien und Reizungen kommen.

Hortensie im Topf: Gute Pflege oder lieber doch Einpflanzen?

Wer Hortensien im Topf hält, beispielsweise auf dem Balkon, muss auch bei der Pflege mehr beachten. Topfhortensien sollten von März bis Anfang August regelmäßig mit Flüssigdünger versorgt werden, laut Mein schöner Garten etwa alle zwei Wochen.

Auch sie sollten feucht gehalten werden und halbschattig bis schattig und windgeschützt stehen. Grundsätzlich kann die Hortensie im Topf aber sowohl drinnen als auch draußen stehen.

Hortensien ins Beet setzen: Die Pflanzen sind Flachwurzler

Sollte die Pflanze doch einmal ins Beet gepflanzt werden, sollte man einiges beachten. Denn Hortensien sind keine Tief-, sondern Flachwurzler – daher sollten die Halbsträucher nicht zu tief in den Boden gesetzt werden.

Plantura empfiehlt außerdem, den Boden und den Wurzelballen der Pflanze vor dem Einpflanzen der Hortensien zu lockern. Gerade in der Zeit direkt nach dem Einpflanzen sollten Hortensien regelmäßig gegossen werden.

Hortensien umpflanzen: Vorsichtig ausstechen ist wichtig

Allerdings sollte man sich vor dem Pflanzen genaue Gedanken über den Standort machen. Denn Hortensien sollte man möglichst nicht mehr umpflanzen, wenn sie einmal Wurzeln geschlagen haben. Der beste Zeitpunkt, um Hortensien umzupflanzen, ist das zeitige Frühjahr, wenn der Boden nicht mehr gefroren ist. Aber Vorsicht: Arten wie Ballhortensien und Rispenhortensien werden besser im Herbst umgepflanzt.

Wegen der flachen Wurzeln sollten Hobbygärtner beim Ausgraben vorsichtig vorgehen. Der Boden sollte zuerst bewässert werden. Dann werden die Hortensien mit einem Spaten großzügig um den Wurzelballen ausgestochen. Beim Herausheben des Strauchs sollte möglichst viel Erde an den Wurzeln bleiben.

Bei sehr großen Hortensien kann es hilfreich sein, die Pflanze mit einer Folie zum neuen Standort zu transportieren. Hortensien lassen sich auch einfach vermehren. Eine simple Methode, um ohne Kosten noch weitere Sträucher zu erhalten. Ein Hortensien-Steckling ist außerdem eine schöne Geschenkidee.

Rubriklistenbild: © Joseph Prezioso/Imago

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