Invasive Tierart

Gefahr durch Riesenhornisse in Deutschland? Experten klären auf

Die Riesenhornisse breitet sich in Nordamerika aus. Auch in Deutschland soll ein vermeintliches Exemplar entdeckt worden sein. Das sagen Experten.

Dortmund – In den USA ist die Asiatische Riesenhornisse auf dem Vormarsch. Auch in Deutschland wurde im Mai dieses Jahres eine neuartige Hornisse entdeckt. Muss man nun in Sorge sein, dass sich das Insekt, dessen Stich tödlich enden kann, nun auch hier ausbreitet? Experten geben Entwarnungen und weisen auf eine fatale Verwechslung hin. 

Insekt:Asiatische Riesenhornisse
Wissenschaftlicher Name:Vespa mandarinia
Länge:5,5 cm (Weiblich)
Geschwindigkeit:40 km/h
Geografische Verbreitung:U.a. in Japan, Korea, China

Asiatische Riesenhornisse breitet sich weltweit aus: Ist die "Mörderhornisse" eine Gefahr für Deutschland?

Die Asiatische Riesenhornisse kann bis zu fünfmal so groß werden wie unsere Honigbiene. Ursprünglich ist sie vor allem in den östlichen und südlichen Teilen Asiens beheimatet. Doch Mitte 2019 wurde das Insekt erstmals in den USA gesichtet.

Seitdem ist man dort in großer Sorge. Nicht umsonst wird die Spezies auch Mörderhornisse genannt. Denn ihren Namen verdankt die Hornisse ihrem aggressiven Verhalten – und dass sie bei ihren Raubzügen Bienen den Kopf abbeißt. Auch für den Menschen ist die Asiatische Riesenhornisse nicht ungefährlich.

Bedeutung der Mörderhornisse für den Menschen

So ist ihr Stachel mit rund 6 Millimetern länger als ein Bienenstachel und die Giftmenge viermal höher. Für Allergiker oder für Betroffene, die häufiger als 50 Mal gestochen wurden, kann es sogar tödlich enden. Doch Insektenforscher warnen vor übertriebener Panikmache: Die Mörderhornisse soll den Menschen nur angreifen, wenn sie sich bedroht fühlen. 

Größere Sorgen machen sich hingegen Imker und Bienenzüchter. Denn die Killer-Hornisse ernährt sich vorwiegend von Bienen und attackiert die Bienenstöcke. Breitet sich die Asiatische Riesenhornisse also weiter aus, würde die ohnehin schon bedrohte Honigbiene einen weiteren Feind bekommen.

Denn im Gegensatz zu den japanischen Bienen, die einen Abwehrmechanismus gegen die Riesenhornisse entwickelt haben, sind die amerikanischen und europäischen Bienen die Gefahr nicht gewohnt. 30 Mörderhornissen können daher ein ganzes Bienenvolk binnen weniger Stunden auslöschen. Kommt die Mörderhornisse also irgendwann nach Deutschland, könnte das einen negativen Einfluss auf die heimische Fauna bedeuten (mehr Service-News auf RUHR24.de).

Mörderhornisse in Deutschland: Asiatische Hornisse entdeckt

Aber Moment: Heißt das, in Deutschland kommt das Riesen-Insekt noch gar nicht vor? Nach jetzigem Stand ist die Asiatische Riesenhornisse bislang nur in Nordamerika auf dem Vormarsch. In Deutschland ist sie noch nicht aufgetaucht – dafür aber eine Artverwandte, die mit der Mörderhornisse nicht verwechselt werden sollte.

So wurde im Mai dieses Jahres in Hessen, Baden-Württemberg und Hamburg eine ähnliche Entdeckung einer neuen Insektenart gemacht. Doch Experten geben auch hier Entwarnung: Dabei handelt es sich lediglich um die Asiatische Hornisse. Und die ist sogar noch kleiner als unsere europäische Hornisse

Nicht zu verwechseln mit der Mörderhornisse: Die asiatische Hornisse

Riesenhornisse bislang nicht in Deutschland - dafür anderes Insekt

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina), deren Name zwar zum Verwechseln ähnlich ist, ist nicht nur deutlich kleiner als die Mörderhornisse, sondern auch viel friedlicher. Eins könnte sie jedoch mit der Riesenhornisse gemein haben: Ihre Lust auf Bienen.

So berichten Bienenzüchter aus Frankreich, wo sich die Asiatische Hornisse schon seit längerem breit macht, von einer invasiven Art und einer Bedrohung für die Honigbiene. In Deutschland kann man das allerdings noch nicht bestätigten, man will die Entwicklung aber im Auge behalten.

"Zwar bringt Vespa velutina aller Voraussicht nach keine essentielle Bedrohung für die europäische Imkerei, die genauen Auswirkungen auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt sind jedoch noch nicht abzusehen", erklärt NABU-Expertin Melanie von Orlow.

Asiatische Hornisse in Deutschland entdeckt: Experten geben Entwarnung

Und die Expertin hat auch eine Erklärung dafür, wie es überhaupt dazu kommen kann, dass tropische Insektenarten nach Europa kommen und sich hier ausbreiten: "Die Asiatische Hornisse wurde vermutlich mit asiatischen Importwaren eingeschleppt", so Melanie von Orlow.

Zudem werden die Winter im Zuge des Klimawandels immer milder, was die Vermehrung der exotischen Arten begünstigt. Die höheren Temperaturen der letzten Jahre haben somit wohl dazu geführt, dass die Asiatische Hornisse nun auch ihren Weg nach Deutschland gefunden hat. Laut der NABU-Expertin ist die Einwanderung inzwischen auch unumkehrbar. 

Rubriklistenbild: © Quinlyn Baine/Washington State Department of Agriculture/dpa, Collage: RUHR24.de