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Honig-Test 2022: Öko-Test findet Dreck und Giftstoffe bei Weltmarke

Bei einem umfassenden Honig-Check von Öko-Test sind einige bekannte Marken gänzlich durchgefallen. Acht Produkte erhalten die Note „sehr gut“.

Dortmund – Für viele darf ein süßes Frühstück am Morgen nicht fehlen. Ein Löffel Honig kann einer Brotscheibe oder einer Schale mit Müsli die optimale Süße verleihen. Doch Verbraucher werden überrascht sein, welche Inhaltsstoffe Honig enthalten kann. Das Test-Magazin von Öko-Test hat zuletzt 19 Honige überprüft und verglichen. Dabei stellten sie zum Teil deutliche Verunreinigung in der goldenen Süße fest.

Öko-TestTest- und Verbrauchermagazin
Erscheint seit April 1985, monatlich
HauptsitzFrankfurt am Main

Honig im Test: Langnese-Honig enthält Schmutz – „bräunlicher Untergrund“ ermittelt

Öko-Test hat insgesamt 19 verschiedene Honiggläser und -tuben für einen umfangreichen Qualitätscheck an ein Speziallabor geschickt. Die Ergebnisse sind teils sehr überraschend, denn der Bio-Blütenhonig von Langnese Flotte Biene fällt im Test krachend durch. Grund dafür sind „Mengen an Schmutz, die das gewöhnliche Maß deutlich übersteigen“, schreibt das Verbrauchermagazin.

Im Produkt der Weltmarke wurden erhebliche Verunreinigungen entdeckt, die unter dem Mikroskop als „bräunlicher Untergrund“ zu sehen seien. Der Dreck, der sich im Honig abgesetzt hat, scheint in der Produktion nicht herausgesiebt worden zu sein. Gegenüber Öko-Test schreibt Langnese, dass nur eine begrenzte Maschengröße für das Sieben eingesetzt werden dürfe.

Allerdings wurde nur im Flotte Biene Honig diese Menge an Dreck nachgewiesen. Ob sich der Produktionsprozess künftig verändert, bleibt abzuwarten. Öko-Test weist jedoch ebenfalls daraufhin, dass eine geringe Menge an Pflanzenfasern und Bienenhaaren im Honig als normale Rückstände in Honig gelten.

Honig im Test: Zwei Produkte dürften aufgrund Inhaltsstoff eigentlich nicht verkauft werden

Dass große und bekannte Markenartikel bei Produkttests durchfallen, ist kein Einzelfall. Auch die beliebte Nuss-Nougat-Creme Nutella erhielt von Öko-Test nur die Note „ungenügend“. Insgesamt konnten im Honig-Test nur acht von 19 Produkten voll und ganz überzeugen. In den durchgefallenen Aufstrichen konnten auch Inhaltsstoffe gefunden werden, die eigentlich nicht in Honig gehören.

Öko-Test hat Honig unter die Lupe genommen und vergibt achtmal „sehr gut“.

Laut der Honigverordnung (HonigV) dürfen Produzenten dem Honig keine anderen Stoffe hinzufügen. Doch in zwei Produkten haben die Tester Zuckersirup ermitteln können. Fälscher fügen dem Honig häufig den billigeren Sirup zu, um die Flüssigkeit zu strecken und so Geld zu sparen.

Eine zweite Erklärung ist, dass Imker bei der Arbeit nicht sorgfältig mit den Futterwaben der Bienen umgehen. So kann sich der zugefütterte Zuckersirup mit dem eigentlichen Bienenprodukt vermischen. Klar ist, dass der Honig in dieser Zusammensetzung nicht verkauft werden darf.

Honig im Test: Bio-Honig hat im Vergleich zu konventionellen Honig einen großen Vorzug

Dass die teure Variante oder das Bio-Produkt eines Artikels nicht immer besser sein muss, zeigen zahlreiche Tests in der Vergangenheit. Doch beim Honig schlagen die Bio-Produkte die konventionellen Varianten deutlich. Denn in den biologischen Honigen ist kein giftiges Pestizid gefunden worden. Ganz im Gegenteil bei einzelnen konventionellen Varianten: In einem Honig wurde sogar ein binnen-giftiges Spritzmittel entdeckt.

Der gefundene Inhaltsstoff Thiacloprid wird von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) als „vermutlich krebserregend“ eingestuft. Zudem könne es die Fruchtbarkeit schädigen. In der EU ist das Pestizid laut Öko-Test seit 2021 nicht mehr zugelassen.

Rückruf einer Haselnuss-Creme wegen Schimmelbefall (Symbolfoto)

Ganze 16 getestete Bio-Honige wiesen keinerlei Spuren von Pestiziden auf. Insgesamt fällt der Qualitätstest der Produkte zufriedenstellend aus, teilt Öko-Test abschließend mit. Wer beim Honig-Kauf auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich die ausführlichen Testergebnisse bei Öko-Test ansehen.

Rubriklistenbild: © Jakub Porzycki/NurPhoto/Imago

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