Wohnung als Arbeitsplatz

Homeoffice: Internet-Ausfall und technische Probleme – was dann tun ist

Wegen des Coronavirus arbeiten viele Menschen im Homeoffice. Doch was ist zu tun, wenn das Internet ausfällt? Ein Experte klärt über die Folgen auf.

  • Während der Corona-Pandemie ist es fast schon ganz normal, von Zuhause zu arbeiten.
  • Allerdings kann der Stress-Pegel bis ins Unermessliche steigen, wenn es zu Problemen mit der Internetverbindung kommt.
  • Was ist bei Problemen mit dem WLAN zu Hause zu tun und wer ist eigentlich verantwortlich für den Arbeitsausfall?

Dortmund – Während der Coronavirus-Pandemie ist bei vielen die Küche oder das Wohnzimmer zum heimischen Arbeitsplatz mutiert. Arbeiten am Küchentisch hat ganz klare Vorteile. Wer ein Paket erwartet ist zu Hause und kann es direkt entgegennehmen und generell lässt sich der Alltag besser planen. Allerdings kann der Puls ganz schön in die Höhe schnellen, wenn man zu Hause mit Störungen zu kämpfen hat. Was tun, wenn das Internet streikt? Und wer ist bei einem Arbeitsausfall verantwortlich?

Arbeitsform

Homeoffice/Telearbeit/Mobilarbeit/mobile Arbeit

Was?

Mitarbeiter verrichten ihre Arbeit ganz oder teilweise außerhalb des Gebäudes des Arbeitgebers

Wo?

Dabei findet die Arbeit zu Hause statt

Homeoffice: Probleme mit dem Internet erhöhen den Stress-Pegel

Es ist schon sehr ärgerlich, wenn das Internet zu Hause ausfällt. Netflix ist dann erst einmal gestrichen. Shopping im Internet und Surfen auf Instagram ebenso, zumindest wenn man seine mobilen Daten nicht zu sehr belasten will. 

Fällt aber das Internet aus, während man im Homeoffice sitzt, kann das einem schnell die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Immerhin muss man ja zu Hause ebenso wie im Büro etwas schaffen. Doch fällt das Internet aus, ist erst einmal Arbeitsstillstand angesagt.

Internetausfall oder andere technische Probleme im Homeoffice: Arbeitgeber trägt Betriebsrisiko

Dabei stellt sich vielen Arbeitnehmern die Frage, ob es sich in der Zeit der Störung um eine Zwangspause handelt und ob die Zeit nach dem Internetausfall nachgearbeitet werden muss, oder, ob der Arbeitgeber die Zeit, in der nicht gearbeitet werden kann, dennoch bezahlen muss. Für Fachanwalt für Arbeitsrecht Atilla von Stillfried ist die Rechtslage klar, wie er gegenüber Sat.1 erklärt.

Wurden im Arbeitsvertrag keine abweichenden Vereinbarungen getroffen, trägt der Arbeitgeber das Betriebsrisiko. Das gilt auch für den Fall, wenn Internet, Strom, Server oder der Computer ausfällt. Der Anwalt rät: Kommt es zu einem technischen Problem, sollten Arbeitnehmer zunächst versuchen es auf eigene Faust zu lösen. Gibt das Internet nach 10 Minuten immer noch keinen Ton von sich oder ist der Bildschirm weiterhin schwarz, ist der Arbeitgeber über den Ausfall zu informieren.

Lassen sich die Probleme partout nicht lösen, kann der Arbeitgeber im schlimmsten Fall den Arbeitnehmer ins Büro zitieren. Der Lohn muss für die Ausfallzeit allerdings weiterhin gezahlt werden. Der Arbeitgeber kann aber auch versuchen, seinen Angestellten bei der Lösung der Probleme zu unterstützen. So kann beispielsweise die IT-Abteilung zurate gezogen werden (mehr Service-Ratgeber auf RUHR24.de).

Probleme mit dem Internet im Homeoffice: Das können Arbeitnehmer tun

Wenn zuhause gar nichts mehr geht, kann ein Coworking-Space die Rettung sein. Dort kann man sich stundenweise einen Arbeitsplatz mieten.

Bevor es aber zurück ins Büro geht oder wenn eine Rückkehr derzeit wegen der Coronavirus-Pandemie nicht möglich ist, kann die Zeit ohne Internet eventuell überbrückt werden, wie die WirtschaftsWoche berichtet:

  • Wer nur mal eben ein paar E-Mails checken oder eine kurze Recherche erledigen muss, kann das oft über das Smartphone erledigen.
  • Ist das Internet generell nicht durchgehen nötig, kann es reichen, das Smartphone als WLAN-Hotspot zu installieren. Doch Obacht: Dadurch wird das mobile Datenvolumen schnell aufgebraucht.
  • Immer freundlich zu den Nachbarn sein, kann sich auszahlen. Denn fällt das Internet bei einem aus, kann man Glück haben und das WLAN der Nachbarn ausnahmsweise mal mitbenutzen. Ist das Signal zu schwach, hilft ein Repeater.
  • Zur Not kann man versuchen auf öffentliche Hotspots in der Nähe zuzugreifen. Dabei sollte allerdings nicht mit sensiblen Firmendaten gearbeitet werden. 
  • Auch bei der Nutzung eines Cafés mit WLAN sollte zunächst mit dem Chef abgesprochen werden, ob die Nutzung eines ungesicherten Netzwerkes in Ordnung ist. 
  • Eine weitere Möglichkeit wäre die Arbeit im Coworking-Space. Dort können Arbeitsplätze oftmals stundenweise angemietet werden. Allerdings sollte hier dringend geklärt werden, wer die Kosten dafür trägt. 

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa