Steuererklärung leicht gemacht

Im Homeoffice wegen Corona: Diese Regeln gelten beim Absetzen der Steuer

Viele Menschen sitzen wegen des Coronavirus im Homeoffice. Das könnte bei der Steuererklärung aktuell ein Vorteil sein. 

  • Statt Gang zum Büro heißt es für viele derzeit noch immer Homeoffice.
  • Wegen des Coronavirus arbeiten viele Angestellte noch immer von zu Hause aus.
  • Das sollte auch unbedingt bei der Steuererklärung für dieses Jahr berücksichtigt werden.

NRW - Eine Steuererklärung gehört für viele wohl zu den eher lästigen Dingen des Alltags. Allerdings kann sie sich in diesem Jahr besonders lohnen, denn Kosten, die im Homeoffice anfallen, sollten geltend gemacht werden können.

Coronavirus: Homeoffice soll in der Steuererklärung berücksichtigt werden

WLAN, das im Homeoffice oftmals essenziell ist, Strom und eventuell eigene Büromaterialien wie Druckertinte: Die einzelnen Kostenpunkte in einem Homeoffice wirken zwar niedrig, können sich aber summieren. Wegen des Coronavirus mussten viele Büro-Jobs in die eigenen vier Wände verlagert werden. Einige Arbeitnehmer arbeiten in Zeiten der Pandemie noch immer von zu Hause aus, hier gibt es allerdings auch einige Pflichten.

Doch welche der genannten Kosten lassen sich am Ende auch steuerlich absetzen? Grundsätzlich gilt in Deutschland ein Abzugsverbot für Aufwendungen, die durch das Arbeiten von zu Hause entstehen. Der Gesetzesgeber sieht dennoch Ausnahmen vor, die jedoch strenge Voraussetzungen erfüllen müssen.

Diese Bedingungen gelten, wenn das Homeoffice in der Steuererklärung berücksichtigt werden soll

Im Fokus dieser Bedingungen stehen vor allem zwei Aspekte: Wenn bei einer beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, können die im Homeoffice entstandenen Kosten bei der Steuererklärung geltend gemacht werden. Maximal 1.250 Euro pro Jahr sind hier möglich, wie Finanztip mitteilt.

Wenn ein eigens eingerichtetes Arbeitszimmer zu Hause allerdings auch der feste Arbeitsplatz ist, könnten diese Kosten sogar in der Summe unbeschränkt abgezogen werden. Hier versteckt sich aber der erste Haken in Sachen Homeoffice und Steuererklärung.

Homeoffice und Steuererklärung: So werden die Ansprüche geltend gemacht

Denn um die im Homeoffice entstandenen Kosten bei der Steuererklärung geltend zu machen, recht es nicht aus, den Küchentisch oder einen Platz im Wohnzimmer als seinen (vorübergehenden) Arbeitsplatz einzurichten. Stattdessen setzt das Finanzamt ein eigenes, abschließbares Zimmer voraus, wie ZDF berichtet. Als Beleg empfiehlt Steuerberater Wolfgang Bormann, das Arbeitszimmer zu fotografieren und die Bilder mit der Steuererklärung einzureichen.

Ein improvisierter Arbeitsplatz mitten im Wohnzimmer ist wohl nicht das, was das Finanzamt sich unter Homeoffice vorstellt. 

Doch was, wenn es keinen eigenen Raum gibt, der für einen begrenzten Zeitraum nur als Büro fungieren kann? Hier empfiehlt Bormann einen Raum für die Zeit im Homeoffice komplett leerzuräumen und die Möbel, die nicht Teil des Arbeitsplatzes sind, in einem anderen Zimmer zu lagern. Sowohl vorher als auch nachher sollte wieder ein Foto für das Finanzamt geknipst werden.

Steuererklärung: Finanzminister aus Hessen schlägt einfache Lösung bei Homeoffice vor

Doch auch diese Lösung ist schlichtweg nicht für jeden umsetzbar. Hessens Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) schlägt deswegen eine andere Lösung vor. Demnach sollten Arbeitnehmer ihre Kosten im Homeoffice über eine einfache Pauschale in der Steuererklärung geltend machen können. Die Formel hierfür: Für jeden vollen Arbeitstag in den heimischen vier Wänden sollten 5 Euro als Werbungskosten absetzbar sein, mit einer Jahresobergrenze von 600 Euro.

Um die Pauschale zu erhalten, müsste der Arbeitsplatz in der eigenen Wohnung nach der Idee von Boddenberg keine besonderen Voraussetzungen erfüllen. "Ob am Küchentisch, in einer Arbeitsecke oder in einem getrennten Raum gearbeitet wird, macht dafür keinen Unterschied", hieß es in einer Mitteilung. Ob dieser Vorschlag auch durchgesetzt wird, ist allerdings unklar.

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