Viele Verbraucher betroffen

Gekippte Gasumlage trotzdem auf der Gas-Rechnung? – so bekommt man sein Geld zurück

Die Gasumlage wurde gekippt, noch bevor sie überhaupt in Kraft getreten ist. Auf Verbraucher können dennoch erhöhte Kosten zukommen.

Dortmund – Obwohl die umstrittene Gasumlage am 29. September gekippt worden ist, haben einige Energieversorger sie bereits abgerechnet. Was können Verbraucher nun tun, wenn die Gasumlage trotzdem auf der Rechnung steht? Bekommt man sein Geld zurück?

Aktuelle SituationEnergiekrise ausgelöst durch den den russischen Angriffskrieg in der Ukraine
Folgen für Gaskunden Höhere Kosten durch die Gasumlage, die Gasspeicher­umlage, die Bilanzierungs­umlage und die Konvertierungs­umlage
Maßnahmen der BundesregierungU.a. Senkung der Mehrwertsteuer für Gas auf 7 Prozent

Gekippte Gasumlage kann trotzdem Kosten verursachen – Gas-Rechnungen genau prüfen

Die kurzfristige Entscheidung der Bundesregierung führte dazu, dass die Unternehmen nicht schnell genug reagieren konnten. Bereits vor Wochen hatten diese ihren Kundinnen und Kunden mitgeteilt, dass sie die Kosten von 2,419 Cent pro Kilowattstunde an die Verbraucher weitergeben.

Die Gasumlage sollte zum 1. Oktober Inkrafttreten und dafür sorgen, die Beschaffung für Gas in den Wintermonaten zu sichern. „Der wichtigste Punkt für Verbraucher ist, dass die Gasbeschaffungsumlage nicht in der kommenden Jahresrechnung abgerechnet wird“, erklärt Gregor Hermanni von der Verbraucherzentrale NRW im Gespräch mit der Münsterländer Zeitung.

Gasumlage wird trotzdem abgerechnet – zu hohe Kosten müssen erstattet werden

Derzeit ist allerdings noch offen, wie die Energieversorger die Gasumlage erstatten. Die Verbraucherzentrale geht aber davon aus, dass der zu viel gezahlte Betrag in einer der kommenden Abrechnungen verrechnet wird.

Fest steht, dass Anbieter die Gasumlage „nicht kassieren oder behalten“ dürfen. Dies teilte Udo Sieverding, Bereichsleiter Energie bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW), dem Nachrichtenportal t-online mit. Rechtmäßig sind allerdings die drei weiteren Umlagen, die aktuell die Gas-Rechnung in die Höhe treiben.

Gasumlage trotz Aus berechnet – Kunden aus Dortmund müssen sich gedulden

Auf keinen Fall sollen Kunden die Abschlagszahlung eigenmächtig ändern, um sich zu viel gezahlte Kosten zurückzuholen. „Damit es zu keinen doppelten Veränderungen bei den Abschlagsanpassungen kommt“, teilte Jana-Larissa Marx, Pressesprecherin der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21), auf Anfragte von RUHR24 mit und bittet die Kunden um Geduld.

DEW21 wird die monatlichen Abschlagszahlungen dementsprechend neu regulieren. „DEW21 setzt die Preissenkungen stichtagsgerecht zum 1. Oktober 2022 um, die systemseitige Anpassung nimmt jedoch etwas Zeit in Anspruch“, so Marx (mehr Service-News bei RUH24).

Die Gasumlage kann sich auf Abschlagszahlungen trotzdem bemerkbar machen

Die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen sollen von DEW21 vollumfänglich zurückgegeben werden: „Das beinhaltet die Absenkung der Umsatzsteuer von 19 auf 7 Prozent sowie die Rücknahme der Gasbeschaffungsumlage“, bestätigt die Pressesprecherin.

Gasumlage eigenmächtig zurückholen – Verbraucherschutz warnt vor Übereifer

Die gute Nachricht für die meisten Kunden aus NRW ist, dass sie nicht selbst aktiv werden müssen. Rhein Energie, EON, die Stadtwerke Bochum und die Emscher Lippe Energie GmbH Gelsenkirchen (ELE) bestätigten der Münsterland Zeitung allesamt, dass die Gasumlage ohnehin erst in der Rechnung am 1. November aufgetaucht wäre und die Kunden somit nicht betroffen sind.

Auch Vattenfall, einer der fünf größten Energieversorger Deutschlands, teilte in einem Unternehmensschreiben mit, dass die Umlage noch nicht berechnet worden sei.

Zu hohe Gaskosten zurückfordern – Verbraucherzentrale hat einen Tipp

Sieverding von der Verbraucherzentrale empfiehlt, sich nicht aktiv an den Versorger zu wenden. Dies führe zu einem Doppelaufwand für die derzeit ohnehin schon ausgelasteten Unternehmen, „da die Mehrwertsteuersenkung ja absehbar kommt und dann ohnehin eine neue Berechnung vorgenommen und mitgeteilt werden muss“, so der Energie-Bereichsleiter.

Die Verbraucherzentrale rät dazu, sich in den kommenden Monaten regelmäßig den Zählerstand von Strom und Gas zu notieren. Dies sei wichtig, um gegebenenfalls zu hohe Zahlungen zurückfordern zu können. „Das sollte man sich angewöhnen, auch weil es bei der Einsparmotivation helfen kann“, so Energie-Experte Sieverding.

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